Dossier · 11 Kapitel · 78 Quellen

Geschichte der künstlichen Intelligenz

Von Babbages Rechenmaschinen bis ChatGPT und AI Act – was belegt ist, was umstritten ist, was offen bleibt

Dossier · Stand 29. September 2026 · Version 1.0.0

Geschichte der künstlichen Intelligenz

Von Babbages Rechenmaschinen bis ChatGPT und AI Act – was belegt ist, was umstritten ist, was offen bleibt

Belegtes Dossier zur Geschichte der KI: von Babbage und Turing über Dartmouth, KI-Winter und Deep Learning bis ChatGPT und AI Act.

Kapitel
11
Ereignisse
70
Aussagen
137
Quellen
78
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20 Minuten
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So liest man dieses Dossier

Jede Aussage trägt ihren Beleg

Jede Tatsachenbehauptung hat eine Nummer, einen Belegstatus, eine Grenze (was genau belegt ist) und – wo nötig – eine Gegenprobe. Ein Klick auf eine Nummer öffnet Beleg, Quelle und Wortlaut.

  • Belegt (Primärquelle)

    Durch eine Primärquelle (Originalpaper, Archivdokument, Konferenzbericht) gedeckt.

    93 Aussagen

  • Belegt (Sekundärquelle)

    Durch redaktionell geprüfte Sekundärquellen (Fachbuch, Enzyklopädie, Fachpresse) gedeckt.

    32 Aussagen

  • Umstritten

    Quellen widersprechen sich; beide Positionen werden genannt.

    5 Aussagen

  • Offen

    Nicht abschließend geklärt; wird offen benannt, nicht als Tatsache behandelt.

    4 Aussagen

  • Legende / Mythos

    Verbreitete Anekdote ohne tragfähigen Primärbeleg.

    3 Aussagen

  1. Jede Aussage hat eine Nummer, jede Nummer eine Quelle mit Adresse, Abrufdatum und – wo vorhanden – Archivkopie.
  2. Kernfakten brauchen eine Primärquelle oder zwei unabhängige Sekundärquellen.
  3. Widersprüche werden als „umstritten“ mit beiden Positionen gezeigt, Anekdoten ohne Beleg als „Legende“.
  4. Was sich nicht belegen ließ, steht in der Ausschlussliste.
  1. 1842–1936 Maschinen, die rechnen Lange vor dem ersten Computer fragten Babbage, Lovelace und Turing, was eine Maschine überhaupt kann.
  2. 1943–2014 Neuronen, Logik und ein Spiel Das künstliche Neuron und die Frage, woran man denkende Maschinen erkennt, prägen das Fach bis heute.
  3. 1955–1966 Ein Sommer in Dartmouth Ein Antrag, eine Sommerkonferenz und große Versprechen: So wird künstliche Intelligenz zum Forschungsfeld.
  4. 1958–1996 Das Perzeptron und das Buch Ein lernendes Modell nach dem Vorbild des Gehirns weckt große Hoffnungen – bis ein Buch seine Grenzen zeigt.
  5. 1964–1985 Der erste Winter Gutachten in den USA und in Großbritannien ziehen Bilanz – und die Geldgeber ziehen sich zurück.
  6. 1965–1992 Wissen statt Suche Statt allgemeiner Suchverfahren setzen Forscher auf das Wissen von Fachleuten – und die Industrie zieht mit.
  7. 1982–2011 Die Rückkehr der Netze Physiker und Informatiker holen die neuronalen Netze zurück – mit neuen Lernverfahren und viel Geduld.
  8. 1996–2016 Spiele als Prüfstein Schach, Quiz und Go: Öffentliche Duelle machen Fortschritte der KI sichtbar.
  9. 2009–2019 Der Durchbruch des Deep Learning Große Datensätze, Grafikprozessoren und tiefe Netze: 2012 kippt die Bilderkennung.
  10. 2014–2023 Maschinen, die erzeugen Neue Architekturen und immer größere Modelle machen aus Mustererkennern Text- und Bildgeneratoren.
  11. 2018–2026 Preise, Warnungen, Regeln Höchste Ehrungen für die Forschung, Warnungen vor den Risiken und die ersten umfassenden Gesetze.

Kapitel 1 · Vorgeschichte

Maschinen, die rechnen

1842–1936 · 3 Ereignisse in der Zeitleiste

Lange vor dem ersten Computer fragten Babbage, Lovelace und Turing, was eine Maschine überhaupt kann.

KI-Stimme Dauer 1:30 · ModerationKorrespondentSprachausgabe KI-generiert (xAI Grok)
Sprechskript
  1. Moderation Die Geschichte der künstlichen Intelligenz beginnt lange vor dem ersten Computer. Sie beginnt mit Maschinen, die nie fertig wurden.
  2. Korrespondent Charles Babbage entwarf die ersten automatischen Rechenmaschinen. Gebaut hat er sie nicht. Nachgebaut wurde seine Difference Engine No. 2 erst viel später, je nach Zählung 1991 oder 2002.
  3. Moderation 1842 erschien in Genf eine Abhandlung über seine Analytical Engine. Ada Lovelace übersetzte sie und schrieb lange Anmerkungen dazu.
  4. Korrespondent Darin rechnete sie Schritt für Schritt vor, wie die Maschine die Bernoulli-Zahlen bestimmen könnte.
  5. Moderation Und sie zog eine klare Grenze. Die Maschine, schrieb Lovelace, erhebe keinen Anspruch, selbst etwas hervorzubringen. Sie tue nur, was man ihr zu befehlen wisse.
  6. Korrespondent Ihr Bild dafür: Die Maschine webe algebraische Muster, so wie der Jacquard-Webstuhl Blumen und Blätter webt.
  7. Moderation Den nächsten großen Schritt machte der Mathematiker Alan Turing, geboren 1912 in London.
  8. Korrespondent Sein Aufsatz über berechenbare Zahlen ging am 28. Mai 1936 ein. Turing zeigte darin, dass Hilberts Entscheidungsproblem keine Lösung haben kann.
  9. Moderation Im selben Text beschrieb er eine einzige, universelle Maschine. Sie kann jede berechenbare Folge berechnen.
  10. Korrespondent Eine Maschine aus Zahnrädern und ein mathematisches Modell. Beide führen zur selben Frage: Können Maschinen mehr als rechnen?

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Charles Babbage (1791–1871) entwarf die ersten automatischen Rechenmaschinen, baute sie aber nicht fertig. Wann seine Difference Engine No. 2 nach Originalplänen fertig gebaut war, wird unterschiedlich datiert: Das Computer History Museum nennt 2002 in London, 153 Jahre nach dem Entwurf; Britannica nennt 1991 für die Maschine und 2000 für das Druckwerk.12

1842 erschien in Genf eine Abhandlung von L. F. Menabrea über Babbages geplante Analytical Engine. Ada Lovelace übersetzte sie und ergänzte ausführliche Anmerkungen. Darin führte sie Schritt für Schritt vor, wie die Maschine die Bernoulli-Zahlen berechnen könnte. Britannica wertet das als erstes Computerprogramm; eine zweite unabhängige Quelle für diese Wertung ist hier nicht gesichert.345

„Die Analytical Engine erhebt keinerlei Anspruch, irgendetwas selbst hervorzubringen. Sie kann alles tun, was wir ihr zu befehlen wissen.“

Originalwortlaut

„The Analytical Engine has no pretensions whatever to originate anything. It can do whatever we know how to order it to perform.“

— Ada Lovelace · Übersetzung der Redaktion 6

Lovelace verglich die Maschine mit dem Jacquard-Webstuhl: Sie webe algebraische Muster, so wie der Webstuhl Blumen und Blätter webt.7

Alan Turing (1912–1954) legte das theoretische Fundament. Sein Aufsatz „On Computable Numbers, with an Application to the Entscheidungsproblem“ ging am 28. Mai 1936 ein. Darin zeigte er, dass Hilberts Entscheidungsproblem keine Lösung haben kann; Alonzo Church kam unabhängig zu einem gleichwertigen Begriff.8910

Im selben Aufsatz beschrieb Turing eine einzige, universelle Maschine, die jede berechenbare Folge berechnen kann – die Universelle Turingmaschine Gedachte Maschine, die jede berechenbare Folge berechnen kann; von Turing 1936 beschrieben..11

Kontroverse

  1. Position ALovelace: Die Maschine bringt nichts selbst hervor, sie tut nur, was man ihr befiehlt.6
  2. Position BTuring griff diesen Einwand 1950 als „Lady Lovelace's Objection“ auf und hielt lernende Maschinen dagegen.12

Kapitel 2 · Frühe Modelle

Neuronen, Logik und ein Spiel

1943–2014 · 3 Ereignisse in der Zeitleiste

Das künstliche Neuron und die Frage, woran man denkende Maschinen erkennt, prägen das Fach bis heute.

KI-Stimme Dauer 1:31 · ModerationKorrespondentSprachausgabe KI-generiert (xAI Grok)
Sprechskript
  1. Moderation Kann man ein Gehirn mit Logik beschreiben? Warren McCulloch und Walter Pitts sagten 1943: im Prinzip ja.
  2. Korrespondent Ihr Argument: Nervenzellen feuern nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip. Also lassen sich neuronale Vorgänge mit Aussagenlogik beschreiben.
  3. Moderation Der Aufsatz gilt als Grundlagenwerk für künstliche neuronale Netze. Seine Neuronen waren allerdings stark vereinfacht.
  4. Korrespondent 1950 stellte Alan Turing die Frage direkt: Können Maschinen denken? Er hielt sie selbst für zu bedeutungslos, um sie zu diskutieren.
  5. Moderation Stattdessen schlug er ein Spiel vor. Drei Beteiligte: ein Mann, eine Frau und eine fragende Person in einem anderen Raum.
  6. Korrespondent Seine Prognose: Eine durchschnittliche fragende Person liege nach fünf Minuten höchstens zu 70 Prozent richtig.
  7. Moderation Daraus wurde später eine angebliche Regel: 30 Prozent getäuschte Juroren, und der Test gilt als bestanden. Diese Regel hat Turing nie aufgestellt.
  8. Korrespondent Im Juni 2014 überzeugte das Programm „Eugene Goostman“ bei einem Wettbewerb 10 von 30 Juroren. Es spielte einen 13-jährigen Jungen aus der Ukraine.
  9. Moderation Die Veranstalter erklärten den Test für bestanden. Fachleute wie Stevan Harnad und Murray Shanahan widersprachen deutlich.
  10. Korrespondent Turing selbst hatte 1950 schon an lernende Maschinen gedacht. Er wollte keinen fertigen Geist bauen, sondern einen kindlichen – und ihn dann erziehen.

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1943 veröffentlichten Warren McCulloch und Walter Pitts den Aufsatz „A Logical Calculus of the Ideas Immanent in Nervous Activity“. Ihr Argument: Weil Nervenzellen nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip feuern, lassen sich neuronale Vorgänge mit Aussagenlogik beschreiben.1314

Der Aufsatz gilt als Grundlagenwerk für künstliche neuronale Netze. Die beschriebenen Neuronen waren gegenüber biologischen allerdings stark vereinfacht.15

1950 eröffnete Alan Turing seinen Aufsatz „Computing Machinery and Intelligence“ mit der Frage „Can machines think?“. Er hielt sie selbst für zu bedeutungslos, um sie zu diskutieren, und ersetzte sie durch ein Imitationsspiel.161718

An dem Spiel sind drei Personen beteiligt: ein Mann, eine Frau und eine fragende Person, die in einem getrennten Raum sitzt.18

„Eine durchschnittliche fragende Person wird nach fünf Minuten Befragung höchstens eine Chance von 70 Prozent haben, richtig zuzuordnen.“

Originalwortlaut

„an average interrogator will not have more than 70 per cent chance of making the right identification after five minutes of questioning.“

— Alan Turing · Übersetzung der Redaktion 19

Turing verband diese Prognose mit einer Frist von etwa 50 Jahren. Er diskutierte auch „Lady Lovelace's Objection“ und verwies auf lernende Maschinen: Statt eines erwachsenen Geistes solle man einen kindlichen simulieren und ihn dann „erziehen“.191220

Im Juni 2014 überzeugte das Programm „Eugene Goostman“, das einen 13-jährigen Jungen aus der Ukraine spielte, bei einem Wettbewerb in der Royal Society 10 von 30 Juroren in fünfminütigen Chats. Die Veranstalter aus Reading erklärten den Test für bestanden; Fachleute wie Stevan Harnad und Murray Shanahan widersprachen.2122

Oft heißt es, Turing habe eine Bestehensgrenze von 30 Prozent getäuschter Juroren festgelegt. Das ist eine Legende: Er formulierte eine Prognose, keine Regel.23

Die Stanford Encyclopedia of Philosophy urteilt, Turing wäre vom Stand am Ende des 20. Jahrhunderts enttäuscht gewesen: Die Programme im Loebner-Preis-Wettbewerb seien leicht zu entlarven gewesen.24

Kontroverse

  1. Position ADie Veranstalter aus Reading erklärten, „Eugene Goostman“ habe den Turing-Test bestanden.2122
  2. Position BFachleute wie Harnad und Shanahan widersprachen; eine feste Bestehensgrenze hat Turing nie gesetzt.2223

Kapitel 3 · Aufbruch

Ein Sommer in Dartmouth

1955–1966 · 11 Ereignisse in der Zeitleiste

Ein Antrag, eine Sommerkonferenz und große Versprechen: So wird künstliche Intelligenz zum Forschungsfeld.

KI-Stimme Dauer 1:43 · ModerationKorrespondentSprachausgabe KI-generiert (xAI Grok)
Sprechskript
  1. Moderation Im Sommer 1956 begann in Dartmouth offiziell ein neues Forschungsfeld. Sein Name: künstliche Intelligenz.
  2. Korrespondent Der Antrag dazu ist auf den 31. August 1955 datiert. Unterzeichnet haben ihn John McCarthy, Marvin Minsky, Claude Shannon und der IBM-Forscher Rochester.
  3. Moderation Geplant war eine Studie über 2 Monate mit 10 Personen. Um Geld baten sie die Rockefeller Foundation.
  4. Korrespondent Die Grundannahme war kühn: Jedes Merkmal von Intelligenz lasse sich so genau beschreiben, dass eine Maschine es simulieren kann.
  5. Moderation Wann genau der Name entstand, ist nicht eindeutig. Schriftlich steht er im Antrag von 1955, die ACM verbindet ihn mit der Konferenz 1956.
  6. Korrespondent Allen Newell und Herbert Simon beschrieben 1956 die Logic Theory Machine. Sie suchte Beweise für logische Sätze und nutzte dabei Heuristiken.
  7. Moderation Der Optimismus war groß. Im November 1957 sagten Simon und Newell voraus, in zehn Jahren werde ein Computer Schachweltmeister.
  8. Korrespondent Tatsächlich dauerte es bis 1997, bis ein Computer einen amtierenden Weltmeister unter Turnierbedingungen besiegte.
  9. Moderation Andere Erfolge kamen schneller. Arthur Samuels Dame-Programm lernte 1959, besser zu spielen als sein Programmierer.
  10. Korrespondent 1966 stellte Joseph Weizenbaum ELIZA vor. Das Programm führte Gespräche im Stil einer Psychotherapeutin.
  11. Moderation Weizenbaum selbst warnte: Sobald man erkläre, wie das Programm funktioniert, zerfalle sein Zauber.

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Am 31. August 1955 datierten John McCarthy, Marvin Minsky, Claude Shannon und der IBM-Forscher N. Rochester einen Antrag für ein Sommerprojekt über künstliche Intelligenz. Geplant war eine Studie über 2 Monate mit 10 Personen im Sommer 1956 am Dartmouth College. Um die Finanzierung baten sie die Rockefeller Foundation.252627

„Die Studie soll auf der Grundlage der Vermutung vorgehen, dass jeder Aspekt des Lernens oder jedes andere Merkmal von Intelligenz im Prinzip so genau beschrieben werden kann, dass man eine Maschine bauen kann, die ihn simuliert.“

Originalwortlaut

„The study is to proceed on the basis of the conjecture that every aspect of learning or any other feature of intelligence can in principle be so precisely described that a machine can be made to simulate it.“

— Antrag McCarthy, Minsky, Rochester, Shannon · Übersetzung der Redaktion 28

Laut Stanford Encyclopedia of Philosophy begann das Fach damit 1956 offiziell. Zu den Teilnehmern zählten McCarthy, Shannon, Minsky, Arthur Samuel, Ray Solomonoff, Oliver Selfridge, Allen Newell und Herbert Simon. Zum 50. Jubiläum im Juli 2006 kamen fünf der ursprünglichen Teilnehmer zurück.2930

Wann der Begriff „artificial intelligence“ geprägt wurde, wird unterschiedlich datiert. Schriftlich steht er im Titel des Antrags von 1955; die ACM schreibt, McCarthy habe den Namen auf der Konferenz 1956 eingeführt.31

Allen Newell und Herbert Simon beschrieben 1956 bei RAND die „Logic Theory Machine“. Sie fand Beweise für Sätze der symbolischen Logik und setzte dabei stark auf Heuristiken. Laut Computer History Museum bewies der Logic Theorist schließlich 38 Sätze aus der „Principia Mathematica“; ein Primärbeleg für diese Zahl fehlt.3233

Die Erwartungen waren hoch. Am 14. November 1957 sagten Simon und Newell voraus, innerhalb von zehn Jahren werde ein Digitalcomputer Schachweltmeister. Tatsächlich besiegte ein Computer erst im Mai 1997 einen amtierenden Weltmeister.3435

Am MIT entstand die Programmiersprache LISP Programmiersprache („LISt Processor“), von der KI-Gruppe am MIT für die IBM 704 entwickelt.. McCarthys Beschreibung erschien im April 1960; das Computer History Museum datiert die Erfindung auf 1958.3637

Arthur Samuel zeigte 1959, dass ein Programm lernen kann, Dame besser zu spielen als sein eigener Programmierer – nach 8 bis 10 Stunden Spielzeit.38

1966 stellte Joseph Weizenbaum ELIZA vor, ein Gesprächsprogramm am MIT. Bekannt wurde das Skript, das eine Psychotherapeutin nachahmt.39

„Sobald seine Funktionsweise in einer Sprache erklärt ist, die einfach genug ist, um Verständnis zu wecken, zerfällt sein Zauber; es erweist sich als bloße Sammlung von Prozeduren, jede davon gut verständlich.“

Originalwortlaut

„once its inner workings are explained in language sufficiently plain to induice understanding, its magic crumbles away; it stands revealed as a mere collection of procedures, each quite comprehensible.“

— Joseph Weizenbaum · Übersetzung der Redaktion 40

Kontroverse

  1. Position ADer Name steht schriftlich im Antragstitel vom August 1955.2531
  2. Position BDie ACM verbindet die Einführung des Namens mit der Konferenz 1956.31

Kapitel 4 · Lernende Netze

Das Perzeptron und das Buch

1958–1996 · 2 Ereignisse in der Zeitleiste

Ein lernendes Modell nach dem Vorbild des Gehirns weckt große Hoffnungen – bis ein Buch seine Grenzen zeigt.

KI-Stimme Dauer 1:24 · ModerationKorrespondentSprachausgabe KI-generiert (xAI Grok)
Sprechskript
  1. Moderation Eine Maschine, die aus Erfahrung lernt: Das versprach 1958 ein Aufsatz in der Psychological Review über das Perzeptron.
  2. Korrespondent Frank Rosenblatt entwarf es als Modell für ein hypothetisches Nervensystem. Seinen Ansatz nannte er konnektionistisch.
  3. Moderation 1969 veröffentlichten Marvin Minsky und Seymour Papert ein Buch mit dem schlichten Titel „Perceptrons“.
  4. Korrespondent Sie zeigten, was das einfache Perzeptron nicht kann. Das bekannteste Beispiel ist die XOR-Funktion.
  5. Moderation Laut Stanford Encyclopedia of Philosophy schlossen viele daraus, auch Geldgeber: Neuronale Netze sind zu schwach.
  6. Korrespondent Dabei hatten Minsky und Papert, so die Enzyklopädie, nur sehr begrenzte Netze betrachtet.
  7. Moderation Das Nobelkomitee spricht von entmutigenden Ergebnissen Ende der 1960er-Jahre. Erst in den 1980er-Jahren kehrte das Interesse zurück.
  8. Korrespondent Der Soziologe Mikel Olazaran sieht das differenzierter. Die offizielle Deutung sei auch ein Erfolg der symbolischen KI gewesen.
  9. Moderation Eine Legende ist deshalb die Behauptung, dieses Buch allein habe den ersten KI-Winter ausgelöst.
  10. Korrespondent Die Förderung der maschinellen Übersetzung war schon nach dem ALPAC-Bericht 1966 eingebrochen. Und der britische Lighthill-Bericht kam erst 1973.

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1958 veröffentlichte Frank Rosenblatt vom Cornell Aeronautical Laboratory in der „Psychological Review“ den Aufsatz „The Perceptron“. Er entwickelte seine Theorie für ein hypothetisches Nervensystem oder eine Maschine namens Perzeptron Frühes lernendes Netzmodell, von Frank Rosenblatt 1958 für ein hypothetisches Nervensystem entworfen. und nannte seinen Ansatz „konnektionistisch“.4142

1969 erschien bei MIT Press das Buch „Perceptrons“ von Marvin Minsky und Seymour Papert. Es zeigte, was Perzeptrons können und was nicht. Laut Stanford Encyclopedia of Philosophy kann das einfache Perzeptron nicht einmal die XOR-Funktion lernen – mit passender Repräsentation aber doch.4344

Die Wirkung des Buches wird unterschiedlich bewertet. Die SEP schreibt, es habe viele, ausdrücklich auch Geldgeber, glauben lassen, neuronale Netze seien zu schwach; dabei hätten Minsky und Papert nur sehr begrenzte Netze betrachtet.45

Die ACM dagegen würdigt, das Buch habe die Forschung an neuronal inspirierten Verfahren auf ein neues Niveau gehoben. Zwanzig Jahre später wurde es neu aufgelegt.46

Das Nobelkomitee beschreibt die Stimmung so: Ende der 1960er-Jahre ließen entmutigende theoretische Ergebnisse viele Forschende an neuronalen Netzen zweifeln. In den 1980er-Jahren kehrte das Interesse zurück.47

Der Soziologe Mikel Olazaran argumentierte 1996, die „offizielle“ Deutung, Minsky und Papert hätten die Netze widerlegt, sei aus der Durchsetzung der symbolischen KI entstanden. Auf Forschungsebene habe es große Deutungsspielräume gegeben.48

Verbreitet ist die Erzählung, „Perceptrons“ habe allein den KI-Winter Phase schwindenden Vertrauens und schwindender Förderung; als „AI Winter“ 1984 in einer Warnung belegt. ausgelöst. Das ist eine Legende: Die Kürzungen bei der maschinellen Übersetzung nach dem ALPAC-Bericht 1966 kamen früher, der Lighthill-Bericht folgte 1973.49

Kontroverse

  1. Position ADas Buch hat die Netzforschung ausgebremst: Es überzeugte viele, auch Geldgeber, dass neuronale Netze zu schwach seien.4547
  2. Position BDas Buch hob die Forschung auf ein neues Niveau; die Deutung als endgültige Widerlegung entstand erst im Zuge der Durchsetzung der symbolischen KI.4648

Kapitel 5 · Ernüchterung

Der erste Winter

1964–1985 · 5 Ereignisse in der Zeitleiste

Gutachten in den USA und in Großbritannien ziehen Bilanz – und die Geldgeber ziehen sich zurück.

KI-Stimme Dauer 1:17 · ModerationKorrespondentSprachausgabe KI-generiert (xAI Grok)
Sprechskript
  1. Moderation Auf große Versprechen folgte die Ernüchterung. Am Anfang stand ein Gutachten über maschinelle Übersetzung.
  2. Korrespondent Der Ausschuss ALPAC wurde im April 1964 eingesetzt. Sein Bericht erschien im November 1966.
  3. Moderation Das Urteil war hart: Es gebe keine absehbare Aussicht auf brauchbare maschinelle Übersetzung.
  4. Korrespondent Laut dem Historiker John Hutchins beendete der Bericht die große Förderung in den USA für rund zwanzig Jahre. Oft übersehen wird: Er empfahl maschinengestützte Übersetzung.
  5. Moderation In Großbritannien schrieb der Mathematiker James Lighthill im Juli 1972 eine Bilanz der KI-Forschung.
  6. Korrespondent Sein Befund: Nirgends hätten die Entdeckungen die versprochene große Wirkung gehabt.
  7. Moderation Als Grund nannte er die kombinatorische Explosion. Am deutlichsten sei das Scheitern bei der maschinellen Übersetzung.
  8. Korrespondent Die Folge war laut dem Chilton-Archiv ein massiver Vertrauensverlust, der fast ein Jahrzehnt anhielt.
  9. Moderation Den Ausdruck „AI Winter“ findet man in einer Podiumsdiskussion von 1984. Dort ist er eine Warnung: Die Erwartungen an KI seien zu hoch.
  10. Korrespondent Ausgemalt wurde auch, dass dann alle Beteiligten ihre Forschungsprojekte eilig umbenennen.

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Im April 1964 wurde das Automatic Language Processing Advisory Committee eingesetzt, kurz ALPAC, unter Vorsitz von John R. Pierce. Sein Bericht erschien im November 1966.50

„Es gibt keine unmittelbare oder absehbare Aussicht auf brauchbare maschinelle Übersetzung.“

Originalwortlaut

„Further, there is no immediate or predictable prospect of useful machine translation.“

— ALPAC-Bericht · Übersetzung der Redaktion 51

Stattdessen empfahl der Ausschuss maschinengestützte Übersetzung; sie brauche vor allem gute Ingenieursarbeit. Laut dem Historiker John Hutchins beendete der Bericht die umfangreiche Förderung maschineller Übersetzung in den USA für rund zwanzig Jahre – was er tatsächlich sagte, werde aber oft missverstanden.5253

Der britische Mathematiker Sir James Lighthill verfasste im Juli 1972 für den Science Research Council einen Überblick über die KI-Forschung. Der Rat beriet ihn im September 1972 und veröffentlichte ihn Anfang 1973 zusammen mit Gegenstimmen.5455

„Auf keinem Teilgebiet haben die bisherigen Entdeckungen die große Wirkung erzielt, die damals versprochen wurde.“

Originalwortlaut

„In no part of the field have the discoveries made so far produced the major impact that was then promised.“

— Sir James Lighthill · Übersetzung der Redaktion 56

Als allgemeine Ursache nannte Lighthill die „Kombinatorische Explosion Das rasante Anwachsen der Möglichkeiten, das Lighthill als Grund für enttäuschte KI-Versprechen nannte.“. Die bekannteste Enttäuschung sah er in der maschinellen Übersetzung, für die enorme Summen mit wenig brauchbarem Ergebnis ausgegeben worden seien.5758

Laut dem Chilton-Archiv löste der Bericht in Großbritannien einen massiven Vertrauensverlust in die KI aus, der fast ein Jahrzehnt anhielt.59

Der Ausdruck „AI Winter“ taucht im Bericht über eine Podiumsdiskussion der AAAI-Konferenz 1984 auf, erschienen im AI Magazine im Herbst 1985 – als befürchtetes Szenario. Ausgemalt wurde unter anderem, dass alle ihre Forschungsprojekte eilig umbenennen.6061

Kontroverse

  1. Position ADie Berichte zogen eine berechtigte Bilanz überzogener Versprechen.5156
  2. Position BDie Berichte wurden verkürzt verstanden: ALPAC empfahl maschinengestützte Übersetzung, der Lighthill-Bericht erschien mit Gegenstimmen.525354

Kapitel 6 · Expertensysteme

Wissen statt Suche

1965–1992 · 6 Ereignisse in der Zeitleiste

Statt allgemeiner Suchverfahren setzen Forscher auf das Wissen von Fachleuten – und die Industrie zieht mit.

KI-Stimme Dauer 1:24 · ModerationKorrespondentSprachausgabe KI-generiert (xAI Grok)
Sprechskript
  1. Moderation Wenn allgemeine Suche zu schwach ist, hilft vielleicht Fachwissen. Auf dieser Idee beruhen Expertensysteme.
  2. Korrespondent Den Anfang machte DENDRAL in Stanford, begonnen Mitte der 1960er-Jahre von Joshua Lederberg und Edward Feigenbaum.
  3. Moderation Feigenbaum gilt heute als Vater der Expertensysteme. Das Wort selbst setzte sich erst um 1975 durch.
  4. Korrespondent Ein bekanntes Beispiel ist MYCIN aus Stanford. Es sollte wie ein Infektiologe beraten und neben der Diagnose auch Therapien vorschlagen.
  5. Moderation In der Industrie arbeitete R1 bei Digital Equipment. Es stellte Rechner zusammen und hatte 1980 genau 772 Regeln.
  6. Korrespondent 1994 erhielt Feigenbaum den Turing Award, gemeinsam mit Raj Reddy. Gewürdigt wurde auch der praktische Nutzen großer KI-Systeme.
  7. Moderation Auch Japan setzte auf wissensbasierte Rechner. 1982 startete dort das Projekt der fünften Generation.
  8. Korrespondent In den USA gründeten Firmen daraufhin unter anderem die Microelectronics and Computer Technology Corporation.
  9. Moderation Das japanische Projekt endete 1992. Laut IPSJ kostete es rund 54 Milliarden Yen.
  10. Korrespondent Regelsysteme sind nachvollziehbar, aber teuer in der Pflege. Jede Regel muss ein Mensch formulieren.

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Mitte der 1960er-Jahre begannen Joshua Lederberg und Edward Feigenbaum in Stanford mit DENDRAL. Es war das erste KI-Programm, das spezialisiertes Wissen über allgemeine Problemlösemethoden stellte.62

Expertensysteme sind laut ACM Programme, die mit speziell kodiertem Expertenwissen intelligent handeln; Feigenbaum gilt als ihr „Vater“. Die Begriffe „Expertensystem Programm, das mit speziell kodiertem Wissen von Fachleuten intelligent handelt.“ und „wissensbasiertes System“ kamen laut den MYCIN-Autoren erst um 1975 in allgemeinen Gebrauch.6364

MYCIN entstand in Stanford als computergestützter Berater nach dem Vorbild von Infektiologen; es sollte Therapie wie Diagnose vorschlagen. Die Arbeit daran dauerte fast ein Jahrzehnt. 1984 erschien mit „Rule-Based Expert Systems: The MYCIN Experiments“ eine kritische Rückschau.6566

In der Industrie arbeitete R1, in der ersten Phase XCON genannt. Das System konfigurierte 1980 VAX-11/780-Rechner von Digital Equipment, hatte 772 Regeln und wurde in der Fertigung regelmäßig eingesetzt.67

1994 erhielt Feigenbaum gemeinsam mit Raj Reddy den Turing Award – für den Bau großer KI-Systeme und den Nachweis ihres praktischen Nutzens.68

1982 startete Japans Handelsministerium MITI das Projekt „Computer der fünften Generation“ für wissensbasierte Informationsverarbeitung; Kern war das Institut ICOT. Laut Computer History Museum reagierte die US-Industrie unter anderem mit der Gründung der Microelectronics and Computer Technology Corporation.6970

Das Projekt endete 1992. Laut dem Museum der japanischen Informatikgesellschaft IPSJ flossen rund 54 Milliarden Yen über 11 Jahre hinein; das Computer History Museum spricht von Hunderten Millionen Dollar und einer Aufgabe des Projekts.71

Kontroverse

  1. Position ADas IPSJ-Museum spricht nüchtern vom Ende des Projekts der fünften Generation.6971
  2. Position BDas Computer History Museum schreibt, das MITI habe das Projekt nach Ausgaben von Hunderten Millionen Dollar aufgegeben.71

Kapitel 7 · Neue Lernverfahren

Die Rückkehr der Netze

1982–2011 · 7 Ereignisse in der Zeitleiste

Physiker und Informatiker holen die neuronalen Netze zurück – mit neuen Lernverfahren und viel Geduld.

KI-Stimme Dauer 1:21 · ModerationKorrespondentSprachausgabe KI-generiert (xAI Grok)
Sprechskript
  1. Moderation Nach Jahren der Skepsis kehrten die neuronalen Netze zurück. Einen wichtigen Anstoß gab 1982 der Physiker John Hopfield.
  2. Korrespondent Sein Netz arbeitet wie ein assoziatives Gedächtnis: Es speichert Muster und kann sie wiederherstellen.
  3. Moderation Geoffrey Hinton entwickelte mit Terrence Sejnowski die Boltzmann-Maschine. Ob 1983 oder 1985, hängt von der Quelle ab.
  4. Korrespondent 1986 zeigten Hinton, David Rumelhart und Ronald Williams: Mit Backpropagation lernen Netze eigene innere Darstellungen.
  5. Moderation Dafür braucht es viele Beispiele mit der gewünschten Antwort. Sie überwachen gewissermaßen das Training.
  6. Korrespondent Wer das Verfahren erfunden hat, ist allerdings nicht eindeutig. Die ACM nennt auch Yann LeCun.
  7. Moderation LeCun baute Faltungsnetze für Handschrift. Ein System auf Basis seiner Arbeit von 1998 las mehrere Millionen Schecks am Tag.
  8. Korrespondent 1997 stellten Sepp Hochreiter und Jürgen Schmidhuber das LSTM vor, ein Netz, das sich über lange Folgen erinnern kann.
  9. Moderation Trotzdem blieb die Gemeinschaft klein. Anfang der 2000er-Jahre hielten nur wenige an den Netzen fest.
  10. Korrespondent 2006 zeigten Hinton und Kollegen, wie man tiefe Netze Schicht für Schicht trainiert.

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1982 beschrieb der Physiker John Hopfield ein assoziatives Gedächtnis: Das Hopfield-Netz Neuronales Netz als assoziatives Gedächtnis, das Muster speichert und wiederherstellt. speichert Muster und kann sie wiederherstellen.72

Geoffrey Hinton entwickelte mit Terrence Sejnowski die Boltzmann-Maschine Eines der ersten neuronalen Netze, die innere Repräsentationen lernen konnten.. Die ACM datiert sie auf 1983, das Nobelkomitee nennt die Veröffentlichung 1985.73

1986 zeigte Hinton mit David Rumelhart und Ronald Williams, dass Backpropagation Lernverfahren, mit dem Netze aus Beispielen eigene innere Repräsentationen lernen; heute Standard. neuronale Netze eigene innere Repräsentationen lernen lässt. Das Verfahren braucht viele Beispiele mit gewünschten Ausgaben, die das Training „überwachen“; heute ist es Standard.7475

Wem die Erfindung zusteht, ist nicht eindeutig: Dieselbe ACM-Würdigung schreibt Yann LeCun eine frühe Version des Algorithmus zu.76

Künstliche „Neuronen“ ähneln echten nur lose. Sie beeinflussen einander über gewichtete Verbindungen; wer die Gewichte ändert, ändert, was das Netz berechnet.77

Ende der 1980er-Jahre trainierte LeCun als Erster ein Faltungsnetz Netzart für Bilder; LeCun trainierte als Erster ein solches Netz auf handgeschriebenen Ziffern. auf Bildern handgeschriebener Ziffern. 1998 beschrieb er mit Kollegen LeNet-5 mit 60.000 trainierbaren Parametern; ein darauf aufbauendes System las mehrere Millionen Schecks pro Tag.7879

1997 stellten Sepp Hochreiter und Jürgen Schmidhuber das Long Short-Term Memory vor, kurz LSTM Long Short-Term Memory: Netz, das Abstände von mehr als 1000 Zeitschritten überbrücken kann.. Es kann Zeitabstände von mehr als 1000 Schritten überbrücken.80

Anfang der 2000er-Jahre hielten laut ACM nur wenige an neuronalen Netzen fest, darunter LeCun, Hinton und Bengio; sie stießen zunächst auf Skepsis. 2006 beschrieben Hinton, Osindero und Teh ein Verfahren, das tiefe Netze Schicht für Schicht lernt.8182

Parallel kehrten probabilistische Methoden zurück. Judea Pearl erhielt 2011 den Turing Award für einen Kalkül probabilistischen und kausalen Schließens.83

Kontroverse

  1. Position ADie ACM würdigt die Arbeit von Hinton, Rumelhart und Williams (1986) als Nachweis, dass Backpropagation innere Repräsentationen lernt.74
  2. Position BDieselbe Quelle schreibt LeCun eine frühe Version des Algorithmus zu; die Priorität ist damit nicht eindeutig.76

Kapitel 8 · Schach, Quiz und Go

Spiele als Prüfstein

1996–2016 · 5 Ereignisse in der Zeitleiste

Schach, Quiz und Go: Öffentliche Duelle machen Fortschritte der KI sichtbar.

KI-Stimme Dauer 1:22 · ModerationKorrespondentSprachausgabe KI-generiert (xAI Grok)
Sprechskript
  1. Moderation Im Mai 1997 verlor ein amtierender Schachweltmeister erstmals unter Turnierbedingungen gegen einen Computer.
  2. Korrespondent Im Februar 1996 hatte Garri Kasparow noch gewonnen, mit 4:2 gegen IBMs Deep Blue.
  3. Moderation Bei der Revanche im Mai 1997 in New York siegte Deep Blue mit 3,5 zu 2,5 Punkten über Kasparow.
  4. Korrespondent Die Maschine bewertete 200 Millionen Stellungen pro Sekunde. IBM spricht selbst von roher Rechenkraft.
  5. Moderation Im Februar 2011 trat IBMs Watson in der Quizshow Jeopardy an und schlug die Rekordchampions Brad Rutter und Ken Jennings.
  6. Korrespondent Watson lief auf 90 Servern mit zusammen 2880 Prozessorkernen und war dabei nicht mit dem Internet verbunden.
  7. Moderation Go gilt als besonders schwer. DeepMind spricht von 10 hoch 170 möglichen Stellungen.
  8. Korrespondent Im Oktober 2015 schlug DeepMinds Programm AlphaGo den Europameister Fan Hui mit 5 zu 0.
  9. Moderation Im März 2016 folgte in Seoul ein 4 zu 1 gegen Lee Sedol. Laut DeepMind sahen über 200 Millionen Menschen zu.
  10. Korrespondent AlphaGo verband neuronale Netze mit Suche. Es lernte zuerst aus menschlichen Partien, dann im Spiel gegen sich selbst.

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Im Februar 1996 trat IBMs Schachcomputer Deep Blue in Philadelphia gegen Weltmeister Garri Kasparow an. Deep Blue gewann die erste Partie, Kasparow das Match mit 4:2.84

Im Mai 1997 folgte in New York die Revanche: Deep Blue siegte mit 3,5:2,5 und besiegte als erstes Computersystem einen amtierenden Weltmeister unter Turnierbedingungen.35

Deep Blue bewertete mit 32 Prozessoren 200 Millionen Stellungen pro Sekunde. IBM selbst beschreibt seine Stärke als schiere Rechenkraft.85

Im Februar 2011 besiegte IBMs Watson in der Quizshow „Jeopardy!“ die Rekordchampions Brad Rutter und Ken Jennings. Watson bestand aus 90 Servern mit zusammen 2880 Prozessorkernen, antwortete ohne Internetverbindung und gewann 77.147 Dollar.8687

Go gilt als besonders schwer: DeepMind nennt 10 hoch 170 mögliche Brettstellungen. Im Oktober 2015 schlug AlphaGo den Europameister Fan Hui mit 5:0 – als erstes Programm, das einen Go-Profi auf dem vollen Brett besiegte.8889

Im März 2016 gewann AlphaGo in Seoul mit 4:1 gegen Lee Sedol; laut DeepMind sahen über 200 Millionen Menschen zu.90

AlphaGo verband tiefe neuronale Netze mit Suche: Ein „Policy“-Netz wählte Züge aus, ein „Value“-Netz bewertete Stellungen. Das System lernte zuerst aus menschlichen Partien und dann durch Spiel gegen sich selbst.91

Kontroverse

  1. Position ASiege im Spiel zeigen vor allem Rechenkraft – IBM beschreibt Deep Blue selbst so.85
  2. Position BSiege im Spiel zeigen, dass Maschinen Bewertungen selbst lernen können, wie AlphaGo.9189

Kapitel 9 · Daten und Rechenkraft

Der Durchbruch des Deep Learning

2009–2019 · 4 Ereignisse in der Zeitleiste

Große Datensätze, Grafikprozessoren und tiefe Netze: 2012 kippt die Bilderkennung.

KI-Stimme Dauer 1:26 · ModerationKorrespondentSprachausgabe KI-generiert (xAI Grok)
Sprechskript
  1. Moderation 2012 halbierte ein tiefes neuronales Netz fast die Fehlerrate in einem wichtigen Wettbewerb der Bilderkennung.
  2. Korrespondent Die Grundlage war die Bilddatenbank ImageNet, 2009 vorgestellt, mit damals 3,2 Millionen Bildern.
  3. Moderation Im jährlichen Wettbewerb dazu lag der Top-5-Fehler des Siegers 2010 noch bei 28,2 Prozent.
  4. Korrespondent 2012 erreichte das Team um Geoffrey Hinton 16,4 Prozent. Der Zweitplatzierte kam auf 26,2 Prozent.
  5. Moderation Ihr Netz, AlexNet, hatte 60 Millionen Parameter und wurde auf zwei Grafikkarten trainiert.
  6. Korrespondent 2015 lag der Fehler nur noch bei 3,57 Prozent, erreicht mit residualen Netzen aus bis zu 152 Schichten.
  7. Moderation Zum Vergleich: Ein geschulter Mensch kam in einer Stichprobe auf geschätzt 5,1 Prozent.
  8. Korrespondent Dieser Vergleich beruht allerdings auf dem Schätzwert einer einzelnen Person. Er gilt für eine Testaufgabe, nicht für das Sehen insgesamt.
  9. Moderation Deep Learning heißt so, weil diese Netze aus vielen Schichten bestehen, also tief sind.
  10. Korrespondent Dahinter steht auch Rechenkraft. Seit Anfang der 2010er-Jahre verdoppelte sich der Trainingsaufwand etwa alle 6 Monate.
  11. Moderation Richard Sutton zog 2019 eine bittere Lehre: Allgemeine, rechenintensive Methoden setzen sich am Ende durch.

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2009 stellten Jia Deng, Li Fei-Fei und Kollegen aus Princeton die Bilddatenbank ImageNet vor, damals mit 3,2 Millionen Bildern in 5247 Kategorien.92

Im Wettbewerb von 2010 lag der Top-5-Fehler des Siegers NEC bei 28,2 Prozent, 2011 beim Sieger XRCE bei 25,8 Prozent.9394

2012 kam der Sprung: Das Team SuperVision um Alex Krizhevsky, Ilya Sutskever und Geoffrey Hinton erreichte 16,4 Prozent, mit zusätzlichen Trainingsdaten 15,3 Prozent; der Zweitplatzierte lag bei 26,2 Prozent. Laut ACM halbierten Hinton und seine Studenten damit fast die Fehlerrate.9596

Ihr Netz, AlexNet, hatte 60 Millionen Parameter Die lernbaren Gewichte eines Netzes – von 60.000 bei LeNet-5 bis 540 Milliarden bei PaLM. und 650.000 Neuronen. Das Training dauerte fünf bis sechs Tage auf zwei Grafikkarten vom Typ GTX 580.97

ImageNet-Wettbewerb: Top-5-Fehler des Siegers

ImageNet-Wettbewerb: Top-5-Fehler des SiegersLiniendiagramm, 6 Werte in Prozent: 2010 (NEC): 28,2; 2011 (XRCE): 25,8; 2012 (SuperVision): 16,4; 2013 (Clarifai): 11,7; 2014 (GoogLeNet): 6,7; 2015 (ResNet): 3,57. Referenzlinie: Mensch (Schätzwert, eine Person) bei 5,1051015202530201020112012201320142015Mensch (Schätzwert, eine Person)2010 (NEC): 28,2 Prozent2011 (XRCE): 25,8 Prozent2012 (SuperVision): 16,4 Prozent2013 (Clarifai): 11,7 Prozent2014 (GoogLeNet): 6,7 Prozent2015 (ResNet): 3,57 ProzentNECXRCESuperVisionClarifaiGoogLeNetResNet

2012 ohne Zusatzdaten (mit Zusatzdaten: 15,3 Prozent). Referenzlinie: Schätzwert eines einzelnen Menschen.

Einheit: ProzentQuelle: [48] arXiv / IJCV, [49] NIPS 2012, [50] arXiv Daten als CSV
Daten als Tabelle
xBezeichnungWert (Prozent)
2010NEC28,2
2011XRCE25,8
2012SuperVision16,4
2013Clarifai11,7
2014GoogLeNet6,7
2015ResNet3,57
ReferenzlinieMensch (Schätzwert, eine Person)5,1

Danach fiel der Fehler weiter: 2013 auf 11,7 Prozent (Clarifai), 2014 auf 6,7 Prozent (GoogLeNet) und 2015 auf 3,57 Prozent mit residualen Netzen aus bis zu 152 Schichten (ResNet). Ein geschulter menschlicher Annotator war in einer Stichprobe von 1500 Bildern auf geschätzt 5,1 Prozent gekommen.9899100101

Laut ACM trieben leistungsfähige Grafikprozessoren und riesige Datensätze den Fortschritt. Der Begriff „Deep Learning Lernen mit tiefen Netzen aus vielen Schichten.“ bezieht sich auf tiefe Netze aus vielen Schichten.96102

Eine Studie von 2022 schätzt: Vor 2010 verdoppelte sich der Rechenaufwand für das Training etwa alle 20 Monate, seit Anfang der 2010er-Jahre etwa alle 6 Monate.103

Verdopplungszeit des Trainings-Rechenaufwands

Verdopplungszeit des Trainings-RechenaufwandsBalkendiagramm, 2 Werte in Monate: vor 2010 (vor Deep Learning): 20; ab Anfang der 2010er (Deep-Learning-Ära): 605101520vor 2010ab Anfang der 2010ervor 2010 (vor Deep Learning): 20 Monate20 · vor Deep Learningab Anfang der 2010er (Deep-Learning-Ära): 6 Monate6 · Deep-Learning-Ära

Trendschätzung von Sevilla u. a. (2022).

Einheit: MonateQuelle: [51] arXiv Daten als CSV
Daten als Tabelle
xBezeichnungWert (Monate)
vor 2010vor Deep Learning20
ab Anfang der 2010erDeep-Learning-Ära6

„Die größte Lehre, die sich aus 70 Jahren KI-Forschung ziehen lässt, ist, dass allgemeine Methoden, die Rechenleistung nutzen, am Ende die wirksamsten sind – und zwar mit großem Abstand.“

Originalwortlaut

„The biggest lesson that can be read from 70 years of AI research is that general methods that leverage computation are ultimately the most effective, and by a large margin.“

— Richard Sutton · Übersetzung der Redaktion 104

Kontroverse

  1. Position ADer Wettbewerbsbericht führt für 2012 16,4 Prozent Fehler (ohne Zusatzdaten).95
  2. Position BDer AlexNet-Aufsatz nennt 15,3 Prozent – mit zusätzlichen Trainingsdaten.95

Kapitel 10 · Generative KI

Maschinen, die erzeugen

2014–2023 · 13 Ereignisse in der Zeitleiste

Neue Architekturen und immer größere Modelle machen aus Mustererkennern Text- und Bildgeneratoren.

KI-Stimme Dauer 1:45 · ModerationKorrespondentSprachausgabe KI-generiert (xAI Grok)
Sprechskript
  1. Moderation Am 30. November 2022 stellte OpenAI ChatGPT vor. Die Grundlagen dafür sind allerdings älter.
  2. Korrespondent 2014 kamen die GANs: Ein Generator erzeugt Daten, ein Diskriminator prüft, ob sie echt sind.
  3. Moderation 2017 folgte der Transformer. Diese Architektur beruht allein auf Aufmerksamkeitsmechanismen.
  4. Korrespondent 2018 zeigte OpenAI mit GPT: Ein Sprachmodell lernt erst aus viel unbeschriftetem Text und wird dann für Aufgaben verfeinert.
  5. Moderation Dann wuchsen die Modelle rasant. GPT-2 hatte 1,5 Milliarden Parameter, GPT-3 im Jahr 2020 schon 175 Milliarden.
  6. Korrespondent Forschende fanden dafür eine empirische Regel: Der Fehler sinkt nach einem Potenzgesetz mit Modellgröße, Daten und Rechenaufwand.
  7. Moderation 2022 trainierte Google das Sprachmodell PaLM mit 540 Milliarden Parametern, auf 6144 Spezialchips.
  8. Korrespondent Auch Bilder erzeugten Maschinen jetzt in hoher Qualität, mit sogenannten Diffusionsmodellen.
  9. Moderation ChatGPT wurde mit menschlichem Feedback trainiert. Schon zum Start räumte OpenAI ein: Das System schreibe manchmal plausibel klingende, aber falsche Antworten.
  10. Korrespondent Laut Analysten hatte ChatGPT nach zwei Monaten 100 Millionen Nutzer. Das ist eine Schätzung, keine offizielle Zahl.
  11. Moderation Zum Nachfolger GPT-4 nennt OpenAI keine Modellgröße, keine Hardware und keine Trainingsdaten.
  12. Korrespondent Und die alte Frage bleibt: Verstehen solche Systeme, was sie sagen? John Searle bestritt das schon 1980 für jede reine Symbolverarbeitung.

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2014 stellten Ian Goodfellow und Kollegen Generative Adversarial Networks vor: Ein Generator erzeugt Daten, ein Diskriminator schätzt, ob ein Beispiel echt oder erzeugt ist. 2015 beschrieben Sohl-Dickstein und Kollegen die Idee der Diffusionsmodelle: Struktur in Daten schrittweise zerstören und einen umgekehrten Prozess lernen, der sie wiederherstellt.105106

2017 stellten Forschende von Google den Transformer Netzarchitektur, die allein auf Aufmerksamkeitsmechanismen beruht, ohne Rekurrenz und Faltung. vor, eine Architektur, die allein auf Aufmerksamkeitsmechanismen beruht und auf Rekurrenz und Faltung verzichtet. Bei Englisch-Französisch erreichte er einen BLEU-Wert von 41,8 nach 3,5 Tagen Training auf acht GPUs; die große Variante hatte 213 Millionen Parameter Die lernbaren Gewichte eines Netzes – von 60.000 bei LeNet-5 bis 540 Milliarden bei PaLM..107108

2018 zeigte OpenAI mit GPT, dass generatives Vortraining eines Sprachmodells auf unbeschriftetem Text und anschließendes Feintuning große Gewinne bringt. Im selben Jahr stellte Google BERT vor, mit 110 Millionen Parametern in der Basis- und 340 Millionen in der großen Version.109110

Sprachmodelle verarbeiten Text in Tokens; GPT-2 nutzte dafür Byte Pair Encoding, einen Mittelweg zwischen Zeichen und Wörtern. GPT-2 hatte 2019 in der größten Version 1,5 Milliarden Parameter, GPT-3 im Jahr 2020 schon 175 Milliarden; es wurde mit 300 Milliarden Tokens trainiert.111112113

Parameterzahl ausgewählter Netze

Parameterzahl ausgewählter NetzeStreudiagramm mit logarithmischer y-Achse, 7 Werte in Parameter: 1998 (LeNet-5): 60.000; 2012 (AlexNet): 60 Mio.; 2017 (Transformer (big)): 213 Mio.; 2018 (BERT-Large): 340 Mio.; 2019 (GPT-2): 1,5 Mrd.; 2020 (GPT-3): 175 Mrd.; 2022 (PaLM): 540 Mrd.10.000100.0001 Mio.10 Mio.100 Mio.1 Mrd.10 Mrd.100 Mrd.1 Bio.199820122017201920221998 (LeNet-5): 60.000 Parameter2012 (AlexNet): 60 Mio. Parameter2017 (Transformer (big)): 213 Mio. Parameter2018 (BERT-Large): 340 Mio. Parameter2019 (GPT-2): 1,5 Mrd. Parameter2020 (GPT-3): 175 Mrd. Parameter2022 (PaLM): 540 Mrd. ParameterPaLMGPT-3GPT-2BERT-LargeTransformer (big)AlexNetLeNet-5

Nur Modelle mit veröffentlichter Parameterzahl. GPT-4 fehlt, weil der Hersteller keine Größe nennt.

Einheit: Parameter (logarithmische Skala)Quelle: [40] Proceedings of the IEEE, [49] NIPS 2012, [55] NIPS 2017, [57] arXiv, [58] OpenAI, [59] arXiv, [60] arXiv Daten als CSV
Daten als Tabelle
xBezeichnungWert (Parameter)
1998LeNet-560.000
2012AlexNet60.000.000
2017Transformer (big)213.000.000
2018BERT-Large340.000.000
2019GPT-21.500.000.000
2020GPT-3175.000.000.000
2022PaLM540.000.000.000

Kaplan und Kollegen berichteten 2020, dass der Fehler von Sprachmodellen einem Potenzgesetz in Modellgröße, Datenmenge und Rechenaufwand folgt – über mehr als sieben Größenordnungen. 2022 trainierte Google PaLM mit 540 Milliarden Parametern auf 6144 TPU-v4-Chips.115114

Auch bei Bildern ging es voran: 2020 zeigten Ho, Jain und Abbeel hochwertige Bildsynthese mit Diffusionsmodellen. Latent-Diffusion-Modelle verlegten das Verfahren danach in einen komprimierten „latenten Raum“, um mit begrenzter Rechenleistung zu trainieren; die überarbeitete Fassung erschien 2022.116117

Am 30. November 2022 stellte OpenAI ChatGPT vor, ein Modell für Dialoge, trainiert mit Verstärkungslernen aus menschlichem Feedback (RLHF Reinforcement Learning from Human Feedback: Training mit menschlichen Rückmeldungen, etwa bei ChatGPT.). OpenAI räumte zum Start ein, ChatGPT schreibe manchmal plausibel klingende, aber falsche oder unsinnige Antworten.118119

Laut Analysten erreichte ChatGPT zwei Monate nach dem Start 100 Millionen Nutzer. Die Zahl beruht auf Schätzungen der Datenfirma Similarweb; eine offizielle Nutzerzahl für diesen Zeitpunkt ist nicht gesichert.120

Der Technische Bericht zu GPT-4 von 2023 enthält ausdrücklich keine Angaben zu Architektur, Modellgröße, Hardware, Rechenaufwand und Trainingsdaten.121

Ob solche Systeme verstehen, was sie schreiben, ist umstritten. Der Philosoph John Searle hatte 1980 argumentiert: Wer nur Symbole nach Regeln verarbeitet, versteht deshalb noch kein Chinesisch.122

Kontroverse

  1. Position ASearle: Wer nur Symbole nach Regeln verarbeitet, versteht nichts – das gilt auch für Computer.122
  2. Position BDie Grundannahme der KI seit Dartmouth: Jedes Merkmal von Intelligenz lässt sich so genau beschreiben, dass eine Maschine es simulieren kann.28

Kapitel 11 · Gegenwart

Preise, Warnungen, Regeln

2018–2026 · 11 Ereignisse in der Zeitleiste

Höchste Ehrungen für die Forschung, Warnungen vor den Risiken und die ersten umfassenden Gesetze.

KI-Stimme Dauer 1:40 · ModerationKorrespondentSprachausgabe KI-generiert (xAI Grok)
Sprechskript
  1. Moderation Im Oktober 2024 erhielten John Hopfield und Geoffrey Hinton den Physik-Nobelpreis. Gewürdigt wurden die Grundlagen des maschinellen Lernens mit neuronalen Netzen.
  2. Korrespondent Einen Tag später folgte der Chemie-Nobelpreis für Demis Hassabis und John Jumper. Ihr Modell AlphaFold2 sagt Proteinstrukturen voraus.
  3. Moderation Schon für 2018 hatte die ACM Bengio, Hinton und LeCun mit dem Turing Award geehrt.
  4. Korrespondent Zugleich wuchsen die Sorgen. Im März 2023 forderte ein offener Brief eine Pause von mindestens 6 Monaten für Systeme, die stärker sind als GPT-4.
  5. Moderation Im November 2023 warnten Staaten in Bletchley Park vor ernsthaftem, sogar katastrophalem Schaden.
  6. Korrespondent Die Europäische Union setzt auf Regeln. Der AI Act trat am 1. August 2024 in Kraft.
  7. Moderation Er teilt KI-Systeme in vier Risikostufen ein. Social Scoring ist verboten, die meisten einfachen Anwendungen bleiben ohne Pflichten.
  8. Korrespondent Erste Verbote gelten seit Februar 2025, der Großteil der Regeln seit dem 2. August 2026.
  9. Moderation Für Hochrisiko-Systeme wurden Fristen allerdings verschoben, teils bis August 2028.
  10. Korrespondent Und was ist überhaupt KI? Oft heißt es, Larry Tesler habe gesagt, KI sei alles, was noch nicht gemacht wurde. Er selbst stellte richtig: Intelligenz sei, was Maschinen noch nicht gemacht haben.
  11. Moderation Die Geschichte der KI ist eine Folge von Versprechen, Rückschlägen und Neuanfängen. Was Maschinen wirklich verstehen, bleibt eine offene Frage.

Untertitel (WebVTT) · Tonspur herunterladen

Die ACM verlieh den Turing Award 2018 an Yoshua Bengio, Geoffrey Hinton und Yann LeCun für Durchbrüche, die tiefe neuronale Netze zu einem zentralen Teil der Informatik gemacht haben.123

Am 8. Oktober 2024 erhielten John Hopfield und Geoffrey Hinton den Physik-Nobelpreis für grundlegende Entdeckungen, die maschinelles Lernen mit künstlichen neuronalen Netzen ermöglichen. Am 9. Oktober 2024 ging eine Hälfte des Chemie-Nobelpreises an Demis Hassabis und John Jumper von Google DeepMind für Proteinstrukturvorhersage. Ihr 2020 vorgestelltes Modell AlphaFold2 sagte die Struktur von praktisch allen 200 Millionen bekannten Proteinen voraus.124125

In einem offenen Brief des Future of Life Institute vom 22. März 2023 forderten Unterzeichner eine Pause von mindestens 6 Monaten beim Training von Systemen, die stärker als GPT-4 sind. Auf dem AI Safety Summit in Bletchley Park am 1. und 2. November 2023 warnten Staaten in einer gemeinsamen Erklärung vor ernsthaftem, sogar katastrophalem Schaden durch fortgeschrittene KI.126127

Die EU-Kommission schlug den AI Act im April 2021 vor; Parlament und Rat einigten sich im Dezember 2023; am 1. August 2024 trat er in Kraft. Er ordnet KI-Systeme nach vier Risikostufen: „Social Scoring“ ist verboten, für die meisten Systeme mit minimalem Risiko gelten keine Pflichten.128129

Verbote und Pflichten zur KI-Kompetenz gelten seit dem 2. Februar 2025, Regeln für Allzweck-KI-Modelle seit dem 2. August 2025; der Großteil wurde am 2. August 2026 anwendbar. Nach einer politischen Einigung am 7. Mai 2026 wurden Fristen für Hochrisiko-Systeme verschoben: auf den 2. Dezember 2027 und den 2. August 2028.130131

Was KI ist, bleibt eine Definitionsfrage. Die Encyclopædia Britannica beschreibt sie als Fähigkeit eines Computers oder computergesteuerten Roboters, Aufgaben zu erfüllen, die man gewöhnlich intelligenten Wesen zuschreibt.132

Oft zitiert wird der Satz „Künstliche Intelligenz ist alles, was noch nicht gemacht wurde“. Larry Tesler stellte richtig, er habe gesagt: „Intelligenz ist das, was Maschinen noch nicht gemacht haben.“133

Kontroverse

  1. Position AFortgeschrittene KI birgt ernste Risiken; gefordert wurden eine Entwicklungspause und gemeinsame Vorsicht der Staaten.126127
  2. Position BDie EU setzt auf abgestufte Regeln statt auf einen Stopp: Verboten ist nur Unannehmbares, die meisten Systeme haben keine Pflichten.129

Zeitleiste

70 Ereignisse, 11 Epochen

Farbige Bänder zeigen die Epochen der Kapitel. Punkte öffnen das Ereignis mit Belegen.

Tastatur: ← → wechselt das Ereignis, Enter öffnet, + / − zoomt, Pos1/Ende springt.
01 · Maschinen, die rechnen01 · Maschinen, die rechnen02 · Neuronen, Logik und ein Spiel02 · Neuronen, Logik und ein Spiel0303 · Ein Sommer in Dartmouth04 · Das Perzeptron und das B…04 · Das Perzeptron und das Buch05 · Der erste…05 · Der erste Winter06 · Wissen statt Su…06 · Wissen statt Suche07 · Die Rückkehr der…07 · Die Rückkehr der Netze08 · Spiele al…08 · Spiele als Prüfstein0909 · Der Durchbruch des Deep Learning1010 · Maschinen, die erzeugen1111 · Preise, Warnungen, Regeln18401860188019001920194019601980200020201842Abhandlung über die Analytica…1936Turings „On Computable Number…1943Das logische Neuron1950Das Imitationsspiel1955Beginn am Logic Theorist1955Der Dartmouth-Antrag1956Sommerkonferenz in Dartmouth1956Die Logic Theory Machine1957Die Schach-Prognose1958Das Perzeptron1958LISP laut CHM erfunden1959Samuels lernendes Dame-Progra…1960LISP-Aufsatz1964ALPAC eingesetzt1965DENDRAL1966ELIZA1966ALPAC-Bericht1969„Perceptrons“1972Lighthill-Bericht verfasst1973Lighthill-Bericht veröffentli…1975Turing Award für Newell und S…1980R1/XCON bei DEC1980Das Chinesische Zimmer1982Das Hopfield-Netz1982Projekt der fünften Generation1983Boltzmann-Maschine (laut ACM)1984„AI Winter“ als Warnung1984Das MYCIN-Buch1986Backpropagation1992Ende der fünften Generation1994Turing Award für Feigenbaum1996Kasparow schlägt Deep Blue1997LSTM1997Deep Blue siegt1998LeNet-52002Babbages Maschine nachgebaut2006Tiefe Netze Schicht für Schic…2006AI@502009ImageNet2011Turing Award für Judea Pearl2011Watson gewinnt „Jeopardy!“2012SuperVision / AlexNet2014GANs2014„Eugene Goostman“2015Idee der Diffusionsmodelle2015ResNet2015AlphaGo schlägt Fan Hui2016AlphaGo schlägt Lee Sedol2017Der Transformer2018GPT2018BERT2018Turing Award 20182019GPT-22019„The Bitter Lesson“2020Skalierungsgesetze2020GPT-32020DDPM2021Vorschlag für den AI Act2022PaLM2022ChatGPT2023GPT-4-Bericht ohne Größenanga…2023Aufruf zur Pause2023Bletchley-Erklärung2023Einigung zum AI Act2024AI Act in Kraft2024Physik-Nobelpreis2024Chemie-Nobelpreis2025Erste Verbote gelten2026Einigung über Fristverschiebu…2026AI Act weitgehend anwendbar
Alle Ereignisse als Liste (70)
  1. 1842

    Abhandlung über die Analytical Engine

    In Genf erscheint Menabreas Abhandlung über Babbages Analytical Engine; Ada Lovelace übersetzt und kommentiert sie.

    Kapitel: Maschinen, die rechnenPersonen: Ada Lovelace, Charles BabbageTags: publikation

    Belege

    • Primär belegt 1842 erschien in Genf eine Abhandlung von L. F. Menabrea über Babbages Analytical Engine; Ada Lovelace übersetzte sie und ergänzte ausführliche Anmerkungen.3
  2. 28. Mai 1936

    Turings „On Computable Numbers“

    Turings Aufsatz geht ein; er zeigt, dass Hilberts Entscheidungsproblem keine Lösung haben kann.

    Kapitel: Maschinen, die rechnenPersonen: Alan TuringTags: publikation, theorie

    Belege

    • Primär belegt Alan Turings Aufsatz „On Computable Numbers, with an Application to the Entscheidungsproblem“ ging am 28. Mai 1936 ein und wurde am 12. November 1936 vorgetragen.8
    • Primär belegt Turing zeigte 1936, dass Hilberts Entscheidungsproblem keine Lösung haben kann; Alonzo Church kam unabhängig zu einem gleichwertigen Begriff.9
  3. 1943

    Das logische Neuron

    McCulloch und Pitts beschreiben neuronale Vorgänge mit Aussagenlogik.

    Kapitel: Neuronen, Logik und ein SpielPersonen: Warren McCulloch, Walter PittsTags: publikation, neuronale-netze

    Belege

    • Primär belegt Warren McCulloch und Walter Pitts veröffentlichten 1943 „A Logical Calculus of the Ideas Immanent in Nervous Activity“ im Bulletin of Mathematical Biophysics.13
    • Primär belegt McCulloch und Pitts argumentierten: Weil Nervenzellen nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip feuern, lassen sich neuronale Vorgänge mit Aussagenlogik beschreiben.14
  4. 1950

    Das Imitationsspiel

    Turing ersetzt die Frage „Can machines think?“ durch ein Imitationsspiel.

    Kapitel: Neuronen, Logik und ein SpielPersonen: Alan TuringTags: publikation, turing-test

    Belege

    • Primär belegt Turing eröffnete 1950 seinen Aufsatz „Computing Machinery and Intelligence“ mit der Frage „Can machines think?“.16
    • Primär belegt Turing ersetzte die Frage durch ein „Imitationsspiel“ mit drei Beteiligten: einem Mann, einer Frau und einer fragenden Person in einem getrennten Raum.18
  5. um 1955

    Beginn am Logic Theorist

    Laut Computer History Museum beginnen Newell, Simon und Shaw 1955 mit dem Logic Theorist.

    Kapitel: Ein Sommer in DartmouthPersonen: Allen Newell, Herbert A. SimonTags: programm

    Belege

    • Offen Laut Computer History Museum begannen Newell, Simon und J. C. Shaw 1955 mit dem Logic Theorist, der schließlich 38 Sätze aus Whiteheads und Russells „Principia Mathematica“ bewies.33
  6. 31. August 1955

    Der Dartmouth-Antrag

    McCarthy, Minsky, Rochester und Shannon datieren ihren Antrag für ein Sommerprojekt über künstliche Intelligenz.

    Kapitel: Ein Sommer in DartmouthPersonen: John McCarthy, Marvin Minsky, Claude ShannonTags: antrag

    Belege

    • Primär belegt Am 31. August 1955 datierten John McCarthy (Dartmouth), Marvin Minsky (Harvard), Nathaniel Rochester (IBM) und Claude Shannon (Bell Labs) ihren Antrag für ein Sommerprojekt über künstliche Intelligenz.25
    • Umstritten Wann der Begriff „artificial intelligence“ geprägt wurde, wird unterschiedlich datiert: Schriftlich steht er im Antrag von 1955; die ACM schreibt, McCarthy habe den Namen auf der Konferenz 1956 eingeführt.31
  7. 1956

    Sommerkonferenz in Dartmouth

    Laut SEP beginnt das Fach 1956 offiziell mit der Konferenz am Dartmouth College.

    Kapitel: Ein Sommer in DartmouthPersonen: John McCarthy, Marvin Minsky, Claude Shannon, Arthur Samuel, Allen Newell, Herbert A. SimonTags: konferenz

    Belege

    • Primär belegt Der Antrag sah eine Studie über 2 Monate mit 10 Personen im Sommer 1956 am Dartmouth College vor.26
    • Sekundär belegt Laut Stanford Encyclopedia of Philosophy begann das Fach offiziell 1956 mit der Dartmouth-Konferenz; zu den Teilnehmern zählten McCarthy, Shannon, Minsky, Samuel, Solomonoff, Selfridge, Newell und Simon.29
  8. 1956

    Die Logic Theory Machine

    Newell und Simon beschreiben bei RAND ein Programm, das logische Beweise mit Heuristiken sucht.

    Kapitel: Ein Sommer in DartmouthPersonen: Allen Newell, Herbert A. SimonTags: programm

    Belege

    • Primär belegt Allen Newell und Herbert Simon beschrieben 1956 bei RAND die „Logic Theory Machine“, ein System, das Beweise für Sätze der symbolischen Logik findet und dabei stark auf Heuristiken setzt.32
  9. 14. November 1957

    Die Schach-Prognose

    Simon und Newell sagen voraus, in zehn Jahren werde ein Computer Schachweltmeister.

    Kapitel: Ein Sommer in DartmouthPersonen: Herbert A. Simon, Allen NewellTags: prognose

    Belege

    • Primär belegt Simon und Newell sagten am 14. November 1957 voraus, innerhalb von zehn Jahren werde ein Digitalcomputer Schachweltmeister, sofern die Regeln ihn nicht ausschließen; der Vortrag erschien 1958 in „Operations Research“.34
  10. 1958

    Das Perzeptron

    Frank Rosenblatt veröffentlicht „The Perceptron“ in der Psychological Review.

    Kapitel: Das Perzeptron und das BuchPersonen: Frank RosenblattTags: publikation, neuronale-netze

    Belege

    • Primär belegt Frank Rosenblatt vom Cornell Aeronautical Laboratory veröffentlichte 1958 in der „Psychological Review“ den Aufsatz „The Perceptron“.41
  11. 1958

    LISP laut CHM erfunden

    Das Computer History Museum datiert die Erfindung von LISP durch McCarthy auf 1958.

    Kapitel: Ein Sommer in DartmouthPersonen: John McCarthyTags: programmiersprache

    Belege

    • Sekundär belegt Das Computer History Museum datiert die Erfindung von LISP durch McCarthy auf 1958; McCarthys eigener Text nennt einen Vorschlag vom November 1958, für den das System gebraucht wurde.37
  12. 1959

    Samuels lernendes Dame-Programm

    Arthur Samuel zeigt, dass ein Programm besser Dame spielen lernt als sein Programmierer.

    Kapitel: Ein Sommer in DartmouthPersonen: Arthur SamuelTags: programm, lernen

    Belege

    • Primär belegt Arthur Samuel zeigte 1959, dass ein Computer lernen kann, Dame besser zu spielen als sein Programmierer – nach 8 bis 10 Stunden Spielzeit.38
  13. April 1960

    LISP-Aufsatz

    McCarthy beschreibt LISP, entwickelt für die IBM 704.

    Kapitel: Ein Sommer in DartmouthPersonen: John McCarthyTags: programmiersprache

    Belege

    • Primär belegt John McCarthy beschrieb im April 1960 die Programmiersprache LISP („LISt Processor“), die die KI-Gruppe am MIT für den Rechner IBM 704 entwickelt hatte.36
  14. April 1964

    ALPAC eingesetzt

    Der Ausschuss ALPAC wird unter Vorsitz von John R. Pierce eingesetzt.

    Kapitel: Der erste WinterTags: gutachten

    Belege

    • Sekundär belegt Das Automatic Language Processing Advisory Committee (ALPAC) wurde im April 1964 unter Vorsitz von John R. Pierce eingesetzt; sein Bericht erschien im November 1966.50
  15. um 1965

    DENDRAL

    Das Computer History Museum führt DENDRAL unter 1965 als erstes Expertensystem.

    Kapitel: Wissen statt SuchePersonen: Edward FeigenbaumTags: expertensystem

    Belege

    • Sekundär belegt DENDRAL, begonnen Mitte der 1960er-Jahre von Joshua Lederberg und Edward Feigenbaum in Stanford, war das erste KI-Programm, das spezialisiertes Wissen über allgemeine Problemlösemethoden stellte; das Computer History Museum führt es unter 1965 als erstes „Expertensystem“.62
  16. 1966

    ELIZA

    Joseph Weizenbaum stellt das Gesprächsprogramm ELIZA vor.

    Kapitel: Ein Sommer in DartmouthPersonen: Joseph WeizenbaumTags: programm, sprache

    Belege

    • Primär belegt Joseph Weizenbaum stellte 1966 ELIZA vor, ein Gesprächsprogramm auf dem Time-Sharing-System MAC am MIT, geschrieben in MAD-SLIP für die IBM 7094; bekannt wurde das Skript, das eine Psychotherapeutin nachahmt.39
  17. November 1966

    ALPAC-Bericht

    Der Bericht sieht keine absehbare Aussicht auf brauchbare maschinelle Übersetzung.

    Kapitel: Der erste WinterTags: gutachten, winter

    Belege

    • Sekundär belegt Das Automatic Language Processing Advisory Committee (ALPAC) wurde im April 1964 unter Vorsitz von John R. Pierce eingesetzt; sein Bericht erschien im November 1966.50
    • Primär belegt Der ALPAC-Bericht stellte fest, es gebe keine unmittelbare oder absehbare Aussicht auf brauchbare maschinelle Übersetzung.51
  18. 1969

    „Perceptrons“

    Minsky und Papert zeigen die Grenzen einfacher Perzeptrons.

    Kapitel: Das Perzeptron und das BuchPersonen: Marvin Minsky, Seymour PapertTags: publikation, neuronale-netze

    Belege

    • Sekundär belegt Marvin Minsky und Seymour Papert veröffentlichten 1969 das Buch „Perceptrons“ bei MIT Press und zeigten, was Perzeptrons können und was nicht.43
    • Sekundär belegt Laut SEP zeigten Minsky und Papert, dass das Perzeptron nicht einmal die XOR-Funktion lernen kann – mit passender Repräsentation aber doch.44
  19. Juli 1972

    Lighthill-Bericht verfasst

    Sir James Lighthill schreibt für den Science Research Council eine Bilanz der KI-Forschung.

    Kapitel: Der erste WinterPersonen: Sir James LighthillTags: gutachten, winter

    Belege

    • Primär belegt Der britische Mathematiker Sir James Lighthill verfasste im Juli 1972 für den Science Research Council einen Überblick über die KI-Forschung; der Rat beriet ihn im September 1972 und beschloss, ihn mit Gegenstimmen zu veröffentlichen.54
  20. 1973

    Lighthill-Bericht veröffentlicht

    Der Bericht erscheint Anfang 1973 zusammen mit Gegenstimmen.

    Kapitel: Der erste WinterPersonen: Sir James LighthillTags: gutachten, winter

    Belege

    • Sekundär belegt Der Lighthill-Bericht erschien Anfang 1973.55
  21. 1975

    Turing Award für Newell und Simon

    Allen Newell und Herbert Simon erhalten gemeinsam den Turing Award.

    Kapitel: Ein Sommer in DartmouthPersonen: Allen Newell, Herbert A. SimonTags: preis

    Belege

    • Primär belegt Allen Newell (19. März 1927 – 19. Juli 1992) und Herbert Simon (15. Juni 1916 – 9. Februar 2001) erhielten 1975 gemeinsam den Turing Award; ihre frühen Arbeiten entstanden mit J. C. Shaw bei RAND, darunter der Logic Theorist.134
  22. 1980

    R1/XCON bei DEC

    Das Expertensystem R1 konfiguriert mit 772 Regeln VAX-Rechner.

    Kapitel: Wissen statt SucheTags: expertensystem, industrie

    Belege

    • Primär belegt Das Expertensystem R1 (in der ersten Phase XCON genannt) konfigurierte 1980 VAX-11/780-Rechner von Digital Equipment; es hatte 772 Regeln und wurde bei DEC regelmäßig in der Fertigung eingesetzt.67
  23. 1980

    Das Chinesische Zimmer

    John Searle veröffentlicht sein Gedankenexperiment gegen Verstehen durch bloße Symbolverarbeitung.

    Kapitel: Maschinen, die erzeugenPersonen: John SearleTags: philosophie

    Belege

    • Sekundär belegt Der Philosoph John Searle (1932–2025) veröffentlichte 1980 das Gedankenexperiment vom Chinesischen Zimmer: Wer nur Symbole nach Regeln verarbeitet, versteht deshalb noch kein Chinesisch.122
  24. 1982

    Das Hopfield-Netz

    John Hopfield beschreibt ein Netz, das Muster speichert und wiederherstellt.

    Kapitel: Die Rückkehr der NetzePersonen: John HopfieldTags: neuronale-netze

    Belege

    • Sekundär belegt Der Physiker John Hopfield beschrieb 1982 ein assoziatives Gedächtnis: Das Hopfield-Netz speichert Muster und kann sie wiederherstellen.72
  25. 1982

    Projekt der fünften Generation

    Japans MITI startet das Projekt „Computer der fünften Generation“.

    Kapitel: Wissen statt SucheTags: foerderung

    Belege

    • Sekundär belegt Japans Handelsministerium MITI startete 1982 das Projekt „Computer der fünften Generation“ für wissensbasierte Informationsverarbeitung; Kern war das Institut ICOT.69
  26. 1983

    Boltzmann-Maschine (laut ACM)

    Laut ACM erfinden Hinton und Sejnowski 1983 die Boltzmann-Maschine; das Nobelkomitee nennt 1985.

    Kapitel: Die Rückkehr der NetzePersonen: Geoffrey HintonTags: neuronale-netze, umstritten

    Belege

    • Umstritten Die Boltzmann-Maschine von Geoffrey Hinton wird unterschiedlich datiert: Laut ACM erfand er sie 1983 mit Terrence Sejnowski, laut Nobelkomitee wurde die Methode 1985 veröffentlicht. Die ACM nennt sie eines der ersten neuronalen Netze, die innere Repräsentationen lernen konnten.73
  27. 1984

    „AI Winter“ als Warnung

    Auf der AAAI-Konferenz 1984 warnt ein Podium vor einem „AI Winter“.

    Kapitel: Der erste WinterTags: winter

    Belege

    • Primär belegt Der Ausdruck „AI Winter“ taucht im Bericht über eine Podiumsdiskussion der AAAI-Konferenz 1984 auf, die in AI Magazine (Herbst 1985) erschien – dort als befürchtetes Szenario.60
  28. 1984

    Das MYCIN-Buch

    Buchanan und Shortliffe veröffentlichen „Rule-Based Expert Systems“.

    Kapitel: Wissen statt SucheTags: expertensystem, publikation

    Belege

    • Primär belegt Buchanan und Shortliffe veröffentlichten 1984 „Rule-Based Expert Systems: The MYCIN Experiments“ als kritische Rückschau.66
  29. 1986

    Backpropagation

    Hinton, Rumelhart und Williams zeigen, dass Netze mit Backpropagation innere Repräsentationen lernen.

    Kapitel: Die Rückkehr der NetzePersonen: Geoffrey HintonTags: neuronale-netze, lernen

    Belege

    • Sekundär belegt Laut ACM zeigte Hinton 1986 mit David Rumelhart und Ronald Williams, dass Backpropagation neuronale Netze eigene innere Repräsentationen lernen lässt; das Verfahren ist heute Standard.74
  30. 1992

    Ende der fünften Generation

    Japans Projekt endet nach rund 54 Milliarden Yen und 11 Jahren.

    Kapitel: Wissen statt SucheTags: foerderung

    Belege

    • Sekundär belegt Das Projekt endete 1992; laut IPSJ flossen rund 54 Milliarden Yen über 11 Jahre hinein, das CHM spricht von Hunderten Millionen Dollar und einem Abbruch.71
  31. 1994

    Turing Award für Feigenbaum

    Feigenbaum erhält mit Raj Reddy den Turing Award.

    Kapitel: Wissen statt SuchePersonen: Edward FeigenbaumTags: preis

    Belege

    • Primär belegt Edward Feigenbaum erhielt 1994 den Turing Award (gemeinsam mit Raj Reddy) für den Bau großer KI-Systeme und den Nachweis ihres praktischen Nutzens.68
  32. Februar 1996

    Kasparow schlägt Deep Blue

    Kasparow gewinnt in Philadelphia mit 4:2, verliert aber die erste Partie.

    Kapitel: Spiele als PrüfsteinPersonen: Garri KasparowTags: schach

    Belege

    • Primär belegt Im Februar 1996 gewann IBMs Deep Blue in Philadelphia die erste Partie gegen Weltmeister Garri Kasparow; Kasparow gewann das Match mit 4:2.84
  33. 1997

    LSTM

    Hochreiter und Schmidhuber stellen das Long Short-Term Memory vor.

    Kapitel: Die Rückkehr der NetzePersonen: Sepp Hochreiter, Jürgen SchmidhuberTags: neuronale-netze

    Belege

    • Primär belegt Sepp Hochreiter und Jürgen Schmidhuber stellten 1997 das Long Short-Term Memory (LSTM) vor, das Zeitabstände von mehr als 1000 Schritten überbrücken kann.80
  34. 11. Mai 1997

    Deep Blue siegt

    Deep Blue besiegt Kasparow mit 3,5:2,5.

    Kapitel: Spiele als PrüfsteinPersonen: Garri KasparowTags: schach

    Belege

    • Primär belegt Im Mai 1997 besiegte Deep Blue Kasparow in New York mit 3,5:2,5 – als erstes Computersystem einen amtierenden Weltmeister unter Turnierbedingungen; das CHM nennt den 11. Mai.35
  35. 1998

    LeNet-5

    LeCun und Kollegen beschreiben ein Faltungsnetz mit 60.000 Parametern, das Schecks liest.

    Kapitel: Die Rückkehr der NetzePersonen: Yann LeCunTags: neuronale-netze, bilderkennung

    Belege

    • Primär belegt LeCun und Kollegen beschrieben 1998 das Faltungsnetz LeNet-5 mit 60.000 trainierbaren Parametern; ein darauf aufbauendes System las kommerziell mehrere Millionen Schecks pro Tag.79
  36. 2002

    Babbages Maschine nachgebaut

    Das Computer History Museum nennt 2002 als Fertigstellung der Difference Engine No. 2 in London; Britannica datiert den Bau auf 1991.

    Kapitel: Maschinen, die rechnenPersonen: Charles BabbageTags: rekonstruktion

    Belege

    • Umstritten Wann Babbages Difference Engine No. 2 nach Originalplänen fertig gebaut war, wird unterschiedlich datiert: Das Computer History Museum nennt 2002 in London, 153 Jahre nach dem Entwurf; Britannica nennt 1991 für die Maschine und 2000 für das Druckwerk.2
  37. 2006

    Tiefe Netze Schicht für Schicht

    Hinton, Osindero und Teh beschreiben ein schnelles Lernverfahren für tiefe Netze.

    Kapitel: Die Rückkehr der NetzePersonen: Geoffrey HintonTags: neuronale-netze

    Belege

    • Primär belegt Hinton, Osindero und Teh beschrieben 2006 einen schnellen Algorithmus, der tiefe Netze Schicht für Schicht lernt.82
  38. Juli 2006

    AI@50

    Zum 50. Jubiläum kommen fünf Teilnehmer der Dartmouth-Konferenz zurück.

    Kapitel: Ein Sommer in DartmouthPersonen: John McCarthy, Marvin MinskyTags: konferenz

    Belege

    • Sekundär belegt Zum 50. Jubiläum trafen sich im Juli 2006 in Dartmouth fünf der ursprünglichen Teilnehmer: McCarthy, Minsky, More, Selfridge und Solomonoff.30
  39. 2009

    ImageNet

    Deng, Fei-Fei und Kollegen stellen ImageNet mit 3,2 Millionen Bildern vor.

    Kapitel: Der Durchbruch des Deep LearningPersonen: Li Fei-FeiTags: daten, bilderkennung

    Belege

    • Primär belegt Jia Deng, Li Fei-Fei und Kollegen aus Princeton stellten 2009 ImageNet vor: damals 3,2 Millionen Bilder in 5247 Kategorien.92
  40. 2011

    Turing Award für Judea Pearl

    Pearl wird für probabilistisches und kausales Schließen ausgezeichnet.

    Kapitel: Die Rückkehr der NetzePersonen: Judea PearlTags: preis

    Belege

    • Primär belegt Auch probabilistische Methoden kehrten zurück: Judea Pearl erhielt 2011 den Turing Award für einen Kalkül probabilistischen und kausalen Schließens.83
  41. Februar 2011

    Watson gewinnt „Jeopardy!“

    IBMs Watson schlägt Brad Rutter und Ken Jennings.

    Kapitel: Spiele als PrüfsteinTags: quiz

    Belege

    • Primär belegt Im Februar 2011 besiegte IBMs Watson in der Quizshow „Jeopardy!“ die Rekordchampions Brad Rutter und Ken Jennings.86
  42. 2012

    SuperVision / AlexNet

    Ein tiefes Faltungsnetz senkt den Top-5-Fehler im ImageNet-Wettbewerb auf 16,4 Prozent.

    Kapitel: Der Durchbruch des Deep LearningPersonen: Geoffrey HintonTags: bilderkennung, durchbruch

    Belege

    • Primär belegt ILSVRC 2012: Das Team SuperVision (Krizhevsky, Sutskever, Hinton) erreichte 16,4 Prozent Top-5-Fehler, mit zusätzlichen Trainingsdaten 15,3 Prozent; der Zweite lag bei 26,2 Prozent.95
  43. 2014

    GANs

    Goodfellow und Kollegen stellen Generative Adversarial Networks vor.

    Kapitel: Maschinen, die erzeugenTags: generativ

    Belege

    • Primär belegt Ian Goodfellow und Kollegen stellten 2014 Generative Adversarial Networks (GANs) vor: Ein Generator erzeugt Daten, ein Diskriminator schätzt, ob ein Beispiel echt oder erzeugt ist.105
  44. Juni 2014

    „Eugene Goostman“

    Ein Programm überzeugt 10 von 30 Juroren; ob der Turing-Test bestanden ist, bleibt umstritten.

    Kapitel: Neuronen, Logik und ein SpielTags: turing-test, umstritten

    Belege

    • Sekundär belegt Im Juni 2014 überzeugte das Programm „Eugene Goostman“, das einen 13-jährigen Jungen aus der Ukraine spielte, bei einem Wettbewerb in der Royal Society 10 von 30 Juroren in je fünfminütigen Chats.21
    • Umstritten Ob „Eugene Goostman“ den Turing-Test bestanden hat, ist umstritten: Die Veranstalter aus Reading erklärten ihn für bestanden, Fachleute wie Stevan Harnad und Murray Shanahan widersprachen.22
  45. 2015

    Idee der Diffusionsmodelle

    Sohl-Dickstein und Kollegen beschreiben das Prinzip der Diffusionsmodelle.

    Kapitel: Maschinen, die erzeugenTags: generativ

    Belege

    • Primär belegt Sohl-Dickstein und Kollegen beschrieben 2015 die Idee der Diffusionsmodelle: Struktur in Daten schrittweise zerstören und einen umgekehrten Prozess lernen, der sie wiederherstellt.106
  46. 2015

    ResNet

    Residuale Netze mit bis zu 152 Schichten erreichen 3,57 Prozent Fehler.

    Kapitel: Der Durchbruch des Deep LearningTags: bilderkennung

    Belege

    • Primär belegt ILSVRC 2015: Ein Ensemble residualer Netze mit bis zu 152 Schichten (ResNet) erreichte 3,57 Prozent Fehler und siegte.100
  47. Oktober 2015

    AlphaGo schlägt Fan Hui

    AlphaGo besiegt den Europameister mit 5:0.

    Kapitel: Spiele als PrüfsteinTags: go

    Belege

    • Primär belegt Im Oktober 2015 schlug AlphaGo den Europameister Fan Hui mit 5:0 – als erstes Programm, das einen Go-Profi auf dem vollen Brett besiegte; das hatte man erst in einem Jahrzehnt erwartet.89
  48. März 2016

    AlphaGo schlägt Lee Sedol

    AlphaGo gewinnt in Seoul mit 4:1.

    Kapitel: Spiele als PrüfsteinPersonen: Lee SedolTags: go

    Belege

    • Primär belegt Im März 2016 gewann AlphaGo in Seoul mit 4:1 gegen Lee Sedol; laut DeepMind sahen über 200 Millionen Menschen zu.90
  49. 2017

    Der Transformer

    Google-Forschende stellen eine Architektur vor, die allein auf Aufmerksamkeit beruht.

    Kapitel: Maschinen, die erzeugenTags: architektur

    Belege

    • Primär belegt Forschende von Google stellten 2017 den Transformer vor, eine Architektur, die allein auf Aufmerksamkeitsmechanismen beruht und auf Rekurrenz und Faltung verzichtet.107
  50. 2018

    GPT

    OpenAI zeigt die Stärke von generativem Vortraining auf Text.

    Kapitel: Maschinen, die erzeugenTags: sprachmodell

    Belege

    • Primär belegt OpenAI zeigte 2018 mit GPT, dass generatives Vortraining eines Sprachmodells auf unbeschriftetem Text und anschließendes Feintuning große Gewinne bringt.109
  51. 2018

    BERT

    Google stellt BERT mit bis zu 340 Millionen Parametern vor.

    Kapitel: Maschinen, die erzeugenTags: sprachmodell

    Belege

    • Primär belegt Google stellte 2018 BERT vor; die Basisversion hatte 110 Millionen, die große Version 340 Millionen Parameter.110
  52. 2018

    Turing Award 2018

    Bengio, Hinton und LeCun werden für Deep Learning ausgezeichnet.

    Kapitel: Preise, Warnungen, RegelnPersonen: Yoshua Bengio, Geoffrey Hinton, Yann LeCunTags: preis

    Belege

    • Primär belegt Die ACM verlieh den Turing Award 2018 an Yoshua Bengio, Geoffrey Hinton und Yann LeCun für Durchbrüche, die tiefe neuronale Netze zu einem zentralen Teil der Informatik gemacht haben.123
  53. 2019

    GPT-2

    GPT-2 hat in der größten Version 1,5 Milliarden Parameter.

    Kapitel: Maschinen, die erzeugenTags: sprachmodell

    Belege

    • Primär belegt OpenAIs GPT-2 (2019) hatte in der größten Version 1,5 Milliarden Parameter.112
  54. 2019

    „The Bitter Lesson“

    Richard Sutton: Allgemeine, rechenintensive Methoden setzen sich durch.

    Kapitel: Der Durchbruch des Deep LearningPersonen: Richard SuttonTags: essay

    Belege

    • Primär belegt Richard Sutton schrieb 2019 in „The Bitter Lesson“, die wichtigste Lehre aus 70 Jahren KI-Forschung sei, dass allgemeine, rechenintensive Methoden am Ende am wirksamsten seien.104
  55. 2020

    Skalierungsgesetze

    Kaplan und Kollegen finden Potenzgesetze für Modellgröße, Daten und Rechenaufwand.

    Kapitel: Maschinen, die erzeugenTags: sprachmodell

    Belege

    • Primär belegt Kaplan und Kollegen berichteten 2020, dass der Fehler von Sprachmodellen einem Potenzgesetz in Modellgröße, Datenmenge und Rechenaufwand folgt – über mehr als sieben Größenordnungen.115
  56. 2020

    GPT-3

    GPT-3 hat 175 Milliarden Parameter.

    Kapitel: Maschinen, die erzeugenTags: sprachmodell

    Belege

    • Primär belegt GPT-3 (2020) hatte 175 Milliarden Parameter, zehnmal mehr als jedes frühere nicht spärliche Sprachmodell, und wurde mit 300 Milliarden Tokens trainiert.113
  57. 2020

    DDPM

    Ho, Jain und Abbeel zeigen hochwertige Bildsynthese mit Diffusionsmodellen.

    Kapitel: Maschinen, die erzeugenTags: generativ

    Belege

    • Primär belegt Ho, Jain und Abbeel zeigten 2020 hochwertige Bildsynthese mit Diffusionsmodellen (DDPM).116
  58. April 2021

    Vorschlag für den AI Act

    Die EU-Kommission schlägt den AI Act vor.

    Kapitel: Preise, Warnungen, RegelnTags: regulierung

    Belege

    • Primär belegt Die EU-Kommission schlug den AI Act im April 2021 vor; Parlament und Rat einigten sich im Dezember 2023; am 1. August 2024 trat er in Kraft.128
  59. 2022

    PaLM

    Google trainiert PaLM mit 540 Milliarden Parametern.

    Kapitel: Maschinen, die erzeugenTags: sprachmodell

    Belege

    • Primär belegt Google trainierte 2022 PaLM mit 540 Milliarden Parametern auf 6144 TPU-v4-Chips.114
  60. 30. November 2022

    ChatGPT

    OpenAI stellt ChatGPT vor.

    Kapitel: Maschinen, die erzeugenTags: sprachmodell, produkt

    Belege

    • Primär belegt OpenAI stellte am 30. November 2022 ChatGPT vor, ein Modell für Dialoge, trainiert mit Verstärkungslernen aus menschlichem Feedback (RLHF).118
  61. 2023

    GPT-4-Bericht ohne Größenangabe

    Der Technische Bericht zu GPT-4 nennt keine Modellgröße und keine Trainingsdaten.

    Kapitel: Maschinen, die erzeugenTags: sprachmodell, transparenz

    Belege

    • Primär belegt Der Technische Bericht zu GPT-4 (2023) enthält ausdrücklich keine Angaben zu Architektur, Modellgröße, Hardware, Rechenaufwand und Trainingsdaten.121
  62. 22. März 2023

    Aufruf zur Pause

    Ein offener Brief fordert eine Trainingspause von mindestens 6 Monaten.

    Kapitel: Preise, Warnungen, RegelnTags: debatte

    Belege

    • Primär belegt In einem offenen Brief des Future of Life Institute vom 22. März 2023 forderten Unterzeichner eine Pause von mindestens 6 Monaten beim Training von Systemen, die stärker als GPT-4 sind.126
  63. 1. November 2023

    Bletchley-Erklärung

    Staaten warnen auf dem AI Safety Summit vor katastrophalem Schaden durch fortgeschrittene KI.

    Kapitel: Preise, Warnungen, RegelnTags: regulierung, debatte

    Belege

    • Primär belegt Auf dem AI Safety Summit in Bletchley Park (1.–2. November 2023) unterzeichneten Staaten eine Erklärung, die vor ernsthaftem, sogar katastrophalem Schaden durch fortgeschrittene KI warnt.127
  64. Dezember 2023

    Einigung zum AI Act

    Parlament und Rat einigen sich auf den AI Act.

    Kapitel: Preise, Warnungen, RegelnTags: regulierung

    Belege

    • Primär belegt Die EU-Kommission schlug den AI Act im April 2021 vor; Parlament und Rat einigten sich im Dezember 2023; am 1. August 2024 trat er in Kraft.128
  65. 1. August 2024

    AI Act in Kraft

    Der AI Act tritt in Kraft.

    Kapitel: Preise, Warnungen, RegelnTags: regulierung

    Belege

    • Primär belegt Die EU-Kommission schlug den AI Act im April 2021 vor; Parlament und Rat einigten sich im Dezember 2023; am 1. August 2024 trat er in Kraft.128
  66. 8. Oktober 2024

    Physik-Nobelpreis

    Hopfield und Hinton erhalten den Physik-Nobelpreis.

    Kapitel: Preise, Warnungen, RegelnPersonen: John Hopfield, Geoffrey HintonTags: preis

    Belege

    • Primär belegt Am 8. Oktober 2024 erhielten John Hopfield und Geoffrey Hinton den Physik-Nobelpreis für grundlegende Entdeckungen, die maschinelles Lernen mit künstlichen neuronalen Netzen ermöglichen.124
  67. 9. Oktober 2024

    Chemie-Nobelpreis

    Hassabis und Jumper erhalten eine Hälfte des Chemie-Nobelpreises für Proteinstrukturvorhersage.

    Kapitel: Preise, Warnungen, RegelnPersonen: Demis HassabisTags: preis

    Belege

    • Primär belegt Am 9. Oktober 2024 ging eine Hälfte des Chemie-Nobelpreises an Demis Hassabis und John Jumper (Google DeepMind) für Proteinstrukturvorhersage; ihr 2020 vorgestelltes KI-Modell AlphaFold2 sagte die Struktur von praktisch allen 200 Millionen bekannten Proteinen voraus.125
  68. 2. Februar 2025

    Erste Verbote gelten

    Verbote und Pflichten zur KI-Kompetenz aus dem AI Act gelten.

    Kapitel: Preise, Warnungen, RegelnTags: regulierung

    Belege

    • Primär belegt Verbote und Pflichten zur KI-Kompetenz gelten seit dem 2. Februar 2025, Regeln für Allzweck-KI-Modelle seit dem 2. August 2025; der Großteil wurde am 2. August 2026 anwendbar.130
  69. 7. Mai 2026

    Einigung über Fristverschiebung

    Politische Einigung, Fristen für Hochrisiko-Systeme zu verschieben.

    Kapitel: Preise, Warnungen, RegelnTags: regulierung

    Belege

    • Primär belegt Nach dem Vorschlag eines „digitalen Omnibus“ vom 19. November 2025 und einer politischen Einigung am 7. Mai 2026 wurden Fristen für Hochrisiko-Systeme verschoben: auf den 2. Dezember 2027 (sensible Einsatzbereiche) und den 2. August 2028 (regulierte Produkte).131
  70. 2. August 2026

    AI Act weitgehend anwendbar

    Der Großteil des AI Act wird anwendbar.

    Kapitel: Preise, Warnungen, RegelnTags: regulierung

    Belege

    • Primär belegt Verbote und Pflichten zur KI-Kompetenz gelten seit dem 2. Februar 2025, Regeln für Allzweck-KI-Modelle seit dem 2. August 2025; der Großteil wurde am 2. August 2026 anwendbar.130

Belegtisch

Alle 137 Aussagen mit Grenze und Gegenprobe

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137 von 137 Aussagen

  1. [1]Sekundär belegt

    Charles Babbage (1791–1871) entwarf die ersten automatischen Rechenmaschinen, baute sie aber nicht fertig.

    Grenze
    Belegt sind Lebensdaten (zwei Quellen) und die Einordnung durch das Computer History Museum; offen bleibt, was „erste“ im Detail heißt.
    Gegenprobe
    Museumstext mit Superlativ; ältere mechanische Rechenhilfen werden dabei nicht mitgezählt.
    2 Belege anzeigen
    1. Charles Babbage (1791-1871), computer pioneer, designed the first automatic computing engines. He invented computers but failed to build them. (Startseite Babbage Engine)
      [1] Computer History Museum: The Babbage Engine
    2. Charles Babbage (born December 26, 1791, London , England—died October 18, 1871, London) (Einleitung)
      [2] Britannica Editors: Charles Babbage
  2. [2]Umstritten

    Wann Babbages Difference Engine No. 2 nach Originalplänen fertig gebaut war, wird unterschiedlich datiert: Das Computer History Museum nennt 2002 in London, 153 Jahre nach dem Entwurf; Britannica nennt 1991 für die Maschine und 2000 für das Druckwerk.

    Grenze
    Belegt ist der Nachbau nach Originalplänen; offen ist, welches Datum als Fertigstellung gilt (Rechenwerk 1991, Druckwerk 2000, „vollständig“ 2002). Teilezahl und Gewicht nennt nur das Museum.
    Gegenprobe
    Die Angaben widersprechen sich nicht zwingend, sie zählen verschiedene Bauabschnitte.
    2 Belege anzeigen
    1. The first complete Babbage Engine was completed in London in 2002, 153 years after it was designed. Difference Engine No. 2, built faithfully to the original drawings, consists of 8,000 parts, weighs five tons (Startseite Babbage Engine)
      [1] Computer History Museum: The Babbage Engine
    2. In 1991 British scientists built Difference Engine No. 2—accurate to 31 digits—to Babbage’s specifications, and in 2000 the printer for the Difference Engine was also built. (Abschnitt Analytical Engine)
      [2] Britannica Editors: Charles Babbage
  3. [3]Primär belegt

    1842 erschien in Genf eine Abhandlung von L. F. Menabrea über Babbages Analytical Engine; Ada Lovelace übersetzte sie und ergänzte ausführliche Anmerkungen.

    Grenze
    Belegt sind Autor, Übersetzerin und Erscheinungsjahr der Vorlage; die englische Fassung mit Anmerkungen erschien später, das genaue Jahr steht nicht im gesicherten Text.
    Gegenprobe
    Turing nennt die Schrift „memoir by Lady Lovelace“ und verkürzt damit Menabreas Autorschaft.
    2 Belege anzeigen
    1. By L. F. MENABREA of Turin, Officer of the Military Engineers from the Bibliothèque Universelle de Genève , October, 1842, No. 82 With notes upon the Memoir by the Translator ADA AUGUSTA, COUNTESS OF LOVELACE (Titelei)
      [3] L. F. Menabrea; übersetzt und kommentiert von Ada Augusta, Countess of Lovelace: Sketch of the Analytical Engine (Menabrea, Genf 1842) with notes upon the Memoir by the Translator
    2. Our most detailed information of Babbage's Analytical Engine comes from a memoir by Lady Lovelace ( 1842). (Abschnitt 6, (6) Lady Lovelace's Objection)
      [4] A. M. Turing: Computing Machinery and Intelligence, 1950 · Archiv
  4. [4]Primär belegt

    In ihren Anmerkungen führte Lovelace Schritt für Schritt aus, wie die Maschine die Bernoulli-Zahlen berechnen könnte.

    Grenze
    Belegt ist die ausgearbeitete Berechnungsfolge; ob man sie „erstes Computerprogramm“ nennen darf, ist mit den gesicherten Quellen nicht entschieden.
    Gegenprobe
    Die Maschine wurde nie gebaut; die Anteile von Babbage und Lovelace an dem Beispiel sind in der Literatur umstritten (hier nicht gesichert).
    Beleg anzeigen
    1. following up in detail the steps through which the engine could compute the Numbers of Bernoulli, this being (in the form in which we shall deduce it) a rather complicated example of its powers. (Note G)
      [3] L. F. Menabrea; übersetzt und kommentiert von Ada Augusta, Countess of Lovelace: Sketch of the Analytical Engine (Menabrea, Genf 1842) with notes upon the Memoir by the Translator
  5. [5]Offen

    Britannica schreibt, Lovelace habe mit ihren Anmerkungen gezeigt, wie die Maschine eine Folge von Berechnungen ausführen könnte, und damit das erste Computerprogramm geschaffen.

    Grenze
    Belegt ist, dass Lovelace eine Berechnungsfolge ausarbeitete (c-006); die Wertung „erstes Computerprogramm“ stützt hier nur eine Sekundärquelle.
    Gegenprobe
    Die Zuschreibung ist populär, ihr Umfang (Anteil Babbages) wird in der Literatur diskutiert; das ist hier nicht belegt.
    Beleg anzeigen
    1. published how it could perform a sequence of calculations, thereby creating the first computer program. (Einleitung)
      [2] Britannica Editors: Charles Babbage
  6. [6]Primär belegt

    Lovelace schrieb, die Analytical Engine erhebe keinerlei Anspruch, etwas selbst hervorzubringen; sie könne nur tun, was man ihr zu befehlen wisse.

    Grenze
    Belegt ist der Wortlaut; offen ist, wie weit Lovelace dies als grundsätzliche Grenze von Maschinen verstand.
    Gegenprobe
    Turing zitiert ohne „whatever“ und hält dagegen, Lovelace habe nur nach damaligem Wissensstand geurteilt.
    2 Belege anzeigen
    1. The Analytical Engine has no pretensions whatever to originate anything. It can do whatever we know how to order it to perform. (Note G)
      [3] L. F. Menabrea; übersetzt und kommentiert von Ada Augusta, Countess of Lovelace: Sketch of the Analytical Engine (Menabrea, Genf 1842) with notes upon the Memoir by the Translator
    2. In it she states, "The Analytical Engine has no pretensions to originate anything. It can do whatever we know how to order it to perform" (her italics). (Abschnitt 6, (6))
      [4] A. M. Turing: Computing Machinery and Intelligence, 1950 · Archiv
  7. [7]Primär belegt

    Lovelace verglich die Analytical Engine mit dem Jacquard-Webstuhl: Sie webe algebraische Muster wie der Webstuhl Blumen und Blätter.

    Grenze
    Belegt ist das Bild; offen ist, ob Lovelace damit schon allgemeine Symbolverarbeitung meinte.
    Gegenprobe
    Rückblickende Deutungen lesen moderne Informatik in eine Metapher von 1842 hinein.
    Beleg anzeigen
    1. We may say most aptly, that the Analytical Engine weaves algebraical patterns just as the Jacquard-loom weaves flowers and leaves. (Note A)
      [3] L. F. Menabrea; übersetzt und kommentiert von Ada Augusta, Countess of Lovelace: Sketch of the Analytical Engine (Menabrea, Genf 1842) with notes upon the Memoir by the Translator
  8. [8]Primär belegt

    Alan Turings Aufsatz „On Computable Numbers, with an Application to the Entscheidungsproblem“ ging am 28. Mai 1936 ein und wurde am 12. November 1936 vorgetragen.

    Grenze
    Belegt sind Titel und Daten aus dem Kopf der Veröffentlichung.
    Gegenprobe
    Gescannter Text; Satzfehler im Scan (z. B. „TUKING“) betreffen die zitierte Stelle nicht.
    Beleg anzeigen
    1. ON COMPUTABLE NUMBERS, WITH AN APPLICATION TO THE ENTSCHEIDUNGSPROBLEM By A. M. TURING. [Received 28 May, 1936.—Read 12 November, 1936.] (S. 230)
      [5] A. M. Turing: On Computable Numbers, with an Application to the Entscheidungsproblem, 1936 · Archiv
  9. [9]Primär belegt

    Turing zeigte 1936, dass Hilberts Entscheidungsproblem keine Lösung haben kann; Alonzo Church kam unabhängig zu einem gleichwertigen Begriff.

    Grenze
    Belegt ist Turings Beweisanspruch; die Prioritätsfrage gegenüber Church behandelt das Dossier nicht weiter.
    Gegenprobe
    „Turing allein“ wäre eine Verkürzung; Turing nennt Church selbst.
    2 Belege anzeigen
    1. they can be used to show that the Hilbert Entscheidungsproblem can have no solution. (§ 11, S. 259)
      [5] A. M. Turing: On Computable Numbers, with an Application to the Entscheidungsproblem, 1936 · Archiv
    2. In a recent paper Alonzo Churchf has introduced an idea of "effective calculability", which is equivalent to my "computability" (S. 231)
      [5] A. M. Turing: On Computable Numbers, with an Application to the Entscheidungsproblem, 1936 · Archiv
  10. [10]Sekundär belegt

    Alan Turing wurde am 23. Juni 1912 in London geboren und starb am 7. Juni 1954 in Wilmslow.

    Grenze
    Belegt sind Geburts- und Sterbedatum durch zwei Nachschlagewerke; die Umstände seines Todes behandelt dieses Dossier nicht.
    Gegenprobe
    SEP-Artikel (Andrew Hodges) und Britannica-Artikel (B. J. Copeland) stimmen überein.
    3 Belege anzeigen
    1. Alan Mathison Turing was born in London, 23 June 1912, to upper-middle-class British parents. (Abschnitt 1)
      [6] Andrew Hodges: Alan Turing
    2. his death, on 7 June 1954, at his home in Wilmslow, Cheshire, came as a general surprise. (Abschnitt 1)
      [6] Andrew Hodges: Alan Turing
    3. Alan Turing (born June 23, 1912, London , England—died June 7, 1954, Wilmslow, Cheshire) (Einleitung)
      [7] B. J. Copeland: Alan Turing
  11. [11]Primär belegt

    Turing beschrieb 1936 eine einzige, universelle Maschine, die jede berechenbare Folge berechnen kann.

    Grenze
    Belegt ist das theoretische Konzept; eine gebaute Maschine war das 1936 nicht.
    Gegenprobe
    Der Schritt vom Gedankenmodell zum Computer brauchte weitere Arbeiten.
    2 Belege anzeigen
    1. It is possible to invent a single machine which can be used to compute any computable sequence. (§ 6, S. 241)
      [5] A. M. Turing: On Computable Numbers, with an Application to the Entscheidungsproblem, 1936 · Archiv
    2. anything that is computable can in fact be computed by one machine, a universal Turing machine. (Abschnitt 2)
      [6] Andrew Hodges: Alan Turing
  12. [12]Primär belegt

    Turing diskutierte 1950 ausdrücklich „Lady Lovelace's Objection“ und verwies auf lernende Maschinen.

    Grenze
    Belegt ist die Auseinandersetzung; ob Turings Einwand trägt, ist eine philosophische Frage.
    Gegenprobe
    Turing räumt selbst ein, keine überzeugenden positiven Argumente zu haben (Abschnitt 7).
    2 Belege anzeigen
    1. (6) Lady Lovelace's Objection Our most detailed information of Babbage's Analytical Engine comes from a memoir by Lady Lovelace (Abschnitt 6)
      [4] A. M. Turing: Computing Machinery and Intelligence, 1950 · Archiv
    2. This whole question will be considered again under the heading of learning machines. (Abschnitt 6)
      [4] A. M. Turing: Computing Machinery and Intelligence, 1950 · Archiv
  13. [13]Primär belegt

    Warren McCulloch und Walter Pitts veröffentlichten 1943 „A Logical Calculus of the Ideas Immanent in Nervous Activity“ im Bulletin of Mathematical Biophysics.

    Grenze
    Belegt sind Titel, Zeitschrift und Jahr; gesichert ist der Nachdruck von 1990.
    Gegenprobe
    Gesichert ist der Nachdruck, nicht das Original von 1943.
    2 Belege anzeigen
    1. Reprinted from the Bulletin ofMathematical Biophysics, Vol. 5, pp. 115-133 (1943). (Nachdruck 1990, S. 99)
      [8] Warren S. McCulloch, Walter Pitts: A Logical Calculus of the Ideas Immanent in Nervous Activity, 1943 · Archiv
    2. Two scientists, Warren S. McCulloch and Walter H. Pitts, publish the groundbreaking paper A Logical Calculus of the Ideas Immanent in Nervous Activity . (Eintrag 1943)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
  14. [14]Primär belegt

    McCulloch und Pitts argumentierten: Weil Nervenzellen nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip feuern, lassen sich neuronale Vorgänge mit Aussagenlogik beschreiben.

    Grenze
    Belegt ist das Modell; offen ist, wie gut es echte Neuronen abbildet.
    Gegenprobe
    Das CHM betont, dass die Modellneuronen stark vereinfacht waren (c-013).
    Beleg anzeigen
    1. Because of the “all-or-none” character of nervous activity, neural events and the relations among them can be treated by means of propositional logic. (Abstract, S. 99)
      [8] Warren S. McCulloch, Walter Pitts: A Logical Calculus of the Ideas Immanent in Nervous Activity, 1943 · Archiv
  15. [15]Sekundär belegt

    Der Aufsatz von McCulloch und Pitts gilt als Grundlagenwerk für künstliche neuronale Netze; ihre Neuronen waren gegenüber biologischen stark vereinfacht.

    Grenze
    Belegt ist die Einordnung durch das Museum.
    Gegenprobe
    Wertung einer einzelnen Institution.
    2 Belege anzeigen
    1. The paper quickly became a foundational work in the study of artificial neural networks (Eintrag 1943)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
    2. while the neurons they described were greatly simplified compared to biological neurons (Eintrag 1943)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
  16. [16]Primär belegt

    Turing eröffnete 1950 seinen Aufsatz „Computing Machinery and Intelligence“ mit der Frage „Can machines think?“.

    Grenze
    Belegt sind Titel, Jahr und Eingangsfrage.
    Gegenprobe
    Der gesicherte Abdruck nennt als Band „Mind 49“; der Band wird hier deshalb nicht angegeben.
    2 Belege anzeigen
    1. I propose to consider the question, "Can machines think?" (Abschnitt 1)
      [4] A. M. Turing: Computing Machinery and Intelligence, 1950 · Archiv
    2. his 1950 paper “Computing Machinery and Intelligence” is one of the most frequently cited in modern philosophical literature. (Einleitung)
      [6] Andrew Hodges: Alan Turing
  17. [17]Primär belegt

    Turing hielt die ursprüngliche Frage „Can machines think?“ für zu bedeutungslos, um sie zu diskutieren.

    Grenze
    Belegt ist der Satz; er relativiert die populäre Lesart, Turing habe Denken definieren wollen.
    Gegenprobe
    Im selben Absatz erwartet Turing, dass man zum Jahrhundertende von denkenden Maschinen sprechen werde.
    Beleg anzeigen
    1. The original question, "Can machines think?" I believe to be too meaningless to deserve discussion. (Abschnitt 6)
      [4] A. M. Turing: Computing Machinery and Intelligence, 1950 · Archiv
  18. [18]Primär belegt

    Turing ersetzte die Frage durch ein „Imitationsspiel“ mit drei Beteiligten: einem Mann, einer Frau und einer fragenden Person in einem getrennten Raum.

    Grenze
    Belegt ist der Aufbau des Spiels; die heute übliche Kurzform „Mensch oder Maschine?“ ist eine Vereinfachung.
    Gegenprobe
    Wie das Spiel mit einer Maschine genau ablaufen soll, lässt Turings Text interpretierbar.
    Beleg anzeigen
    1. It is played with three people, a man (A), a woman (B), and an interrogator (C) who may be of either sex. The interrogator stays in a room apart (Abschnitt 1)
      [4] A. M. Turing: Computing Machinery and Intelligence, 1950 · Archiv
  19. [19]Primär belegt

    Turing sagte voraus, dass in etwa 50 Jahren Computer das Spiel so gut spielen würden, dass eine durchschnittliche fragende Person nach fünf Minuten höchstens zu 70 Prozent richtig liegt.

    Grenze
    Belegt ist eine Prognose; ein Bestehenskriterium für einen „Test“ hat Turing so nicht festgelegt.
    Gegenprobe
    Die Prognose wird oft als Test-Definition missverstanden (c-021).
    2 Belege anzeigen
    1. I believe that in about fifty years' time it will be possible, to programme computers, with a storage capacity of about 109, to make them play the imitation game so well (Abschnitt 6)
      [4] A. M. Turing: Computing Machinery and Intelligence, 1950 · Archiv
    2. an average interrogator will not have more than 70 per cent chance of making the right identification after five minutes of questioning. (Abschnitt 6)
      [4] A. M. Turing: Computing Machinery and Intelligence, 1950 · Archiv
  20. [20]Primär belegt

    Turing schlug vor, statt eines erwachsenen Geistes einen kindlichen zu simulieren und ihn dann zu „erziehen“.

    Grenze
    Belegt ist die Idee lernender Maschinen; wie sie umzusetzen wäre, ließ Turing offen.
    Gegenprobe
    Heutige Lernverfahren entstanden auf anderen Wegen; eine direkte Linie ist nicht belegt.
    Beleg anzeigen
    1. why not rather try to produce one which simulates the child's? If this were then subjected to an appropriate course of education one would obtain the adult brain. (Abschnitt 7)
      [4] A. M. Turing: Computing Machinery and Intelligence, 1950 · Archiv
  21. [21]Sekundär belegt

    Im Juni 2014 überzeugte das Programm „Eugene Goostman“, das einen 13-jährigen Jungen aus der Ukraine spielte, bei einem Wettbewerb in der Royal Society 10 von 30 Juroren in je fünfminütigen Chats.

    Grenze
    Belegt sind Ablauf und Ergebnis laut Presse; das Originalprotokoll ist nicht gesichert.
    Gegenprobe
    Die Pressemitteilung der Universität Reading war nicht abrufbar (Challenge-Seite).
    2 Belege anzeigen
    1. The program convinced 10 out of 30 judges at the nation's most prestigious scientific institution that it was a real person in a series of online chats lasting five minutes each. (Artikeltext, 9. Juni 2014)
      [10] Ian Sample, Alex Hern: Scientists dispute whether computer 'Eugene Goostman' passed Turing test, 9. Juni 2014
    2. National news reporting that a computer programme pretending to be a 13-year-old Ukrainian boy passed the Turing test is disputed by DoC Professor. (Meldung 11. Juni 2014)
      [11] Imperial College London: DoC professor disputes whether computer 'Eugene' passed Turing test, 2014
  22. [22]Umstritten

    Ob „Eugene Goostman“ den Turing-Test bestanden hat, ist umstritten: Die Veranstalter aus Reading erklärten ihn für bestanden, Fachleute wie Stevan Harnad und Murray Shanahan widersprachen.

    Grenze
    Belegt sind beide Positionen; eine allgemein anerkannte Prüfinstanz gibt es nicht.
    Gegenprobe
    Die Rolle als Teenager mit schwachem Englisch senkte die Erwartungen der Juroren – ein häufiger Einwand.
    3 Belege anzeigen
    1. Declaring that Eugene had passed the Turing test, Prof Kevin Warwick of Reading University said (Artikeltext)
      [10] Ian Sample, Alex Hern: Scientists dispute whether computer 'Eugene Goostman' passed Turing test, 9. Juni 2014
    2. "We have not passed the Turing test. We are not even close." (Zitat Harnad)
      [10] Ian Sample, Alex Hern: Scientists dispute whether computer 'Eugene Goostman' passed Turing test, 9. Juni 2014
    3. Of course the Turing Test hasn’t been passed. (Zitat Shanahan)
      [11] Imperial College London: DoC professor disputes whether computer 'Eugene' passed Turing test, 2014
  23. [23]Legende

    Legende: Turing habe eine Bestehensgrenze von 30 Prozent getäuschter Juroren festgelegt. Tatsächlich formulierte er eine Prognose für die Zeit um 2000, keine Regel.

    Grenze
    Belegt ist Turings Prognosesatz; eine offizielle „30-Prozent-Regel“ findet sich im Originaltext nicht.
    Gegenprobe
    Man kann die Prognose als implizites Kriterium lesen; genau darauf stützten sich die Veranstalter 2014.
    3 Belege anzeigen
    1. an average interrogator will not have more than 70 per cent chance of making the right identification after five minutes of questioning. (Abschnitt 6)
      [4] A. M. Turing: Computing Machinery and Intelligence, 1950 · Archiv
    2. In 1950 Turing predicted that in about 50 years' time computer conversations could pass as human around 30% of the time. (Artikeltext)
      [10] Ian Sample, Alex Hern: Scientists dispute whether computer 'Eugene Goostman' passed Turing test, 9. Juni 2014
    3. it trivialises Turing’s thought experiment (which is fraught with problems anyway) (Zitat Shanahan)
      [11] Imperial College London: DoC professor disputes whether computer 'Eugene' passed Turing test, 2014
  24. [24]Sekundär belegt

    Die Stanford Encyclopedia of Philosophy urteilt, Turing wäre vom Stand am Ende des 20. Jahrhunderts enttäuscht gewesen: Die Programme im Loebner-Preis-Wettbewerb seien leicht zu entlarven gewesen.

    Grenze
    Belegt ist die Einschätzung eines Fachlexikons.
    Gegenprobe
    Wertung; der Loebner-Preis galt vielen Fachleuten selbst nicht als ernsthafter Test.
    2 Belege anzeigen
    1. There is little doubt that Turing would have been disappointed by the state of play at the end of the twentieth century. (Abschnitt 2)
      [12] Graham Oppy, David Dowe: The Turing Test
    2. reveals that the entered programs were all easily detected by a range of not-very-subtle lines of questioning. (Abschnitt 2)
      [12] Graham Oppy, David Dowe: The Turing Test
  25. [25]Primär belegt

    Am 31. August 1955 datierten John McCarthy (Dartmouth), Marvin Minsky (Harvard), Nathaniel Rochester (IBM) und Claude Shannon (Bell Labs) ihren Antrag für ein Sommerprojekt über künstliche Intelligenz.

    Grenze
    Belegt sind Titel, Antragsteller und Datum; der Vorname Nathaniel steht nicht im gesicherten Text (dort „N. Rochester“).
    Gegenprobe
    Der gesicherte Text ist eine spätere Abschrift (PDF), nicht das Original-Typoskript.
    Beleg anzeigen
    1. A PROPOSAL FOR THE DARTMOUTH SUMMER RESEARCH PROJECT ON ARTIFICIAL INTELLIGENCE J. McCarthy, Dartmouth College M. L. Minsky, Harvard University N. Rochester, I.B.M. Corporation C.E. Shannon, Bell Telephone Laboratories August 31, 1955 (Titelseite)
      [13] J. McCarthy, M. L. Minsky, N. Rochester, C. E. Shannon: A Proposal for the Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence, 31. August 1955 · Archiv
  26. [26]Primär belegt

    Der Antrag sah eine Studie über 2 Monate mit 10 Personen im Sommer 1956 am Dartmouth College vor.

    Grenze
    Belegt ist der Plan; wer tatsächlich wie lange teilnahm, ist ein eigener Punkt (c-029).
    Gegenprobe
    Pläne und tatsächlicher Ablauf wichen voneinander ab.
    Beleg anzeigen
    1. We propose that a 2 month, 10 man study of arti cial intelligence be carried out during the summer of 1956 at Dartmouth College in Hanover, New Hampshire. (S. 1)
      [13] J. McCarthy, M. L. Minsky, N. Rochester, C. E. Shannon: A Proposal for the Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence, 31. August 1955 · Archiv
  27. [27]Primär belegt

    Die Antragsteller baten die Rockefeller Foundation um die Finanzierung.

    Grenze
    Belegt ist die Anfrage; die bewilligte Summe steht nicht im gesicherten Material.
    Gegenprobe
    Eine Anfrage ist keine Zusage.
    Beleg anzeigen
    1. The Rockefeller Foundation is being asked to provide nancial support for the project (Budgetteil)
      [13] J. McCarthy, M. L. Minsky, N. Rochester, C. E. Shannon: A Proposal for the Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence, 31. August 1955 · Archiv
  28. [28]Primär belegt

    Grundannahme des Antrags: Jeder Aspekt des Lernens und jedes andere Merkmal von Intelligenz lasse sich im Prinzip so genau beschreiben, dass eine Maschine ihn simulieren kann.

    Grenze
    Belegt ist die Arbeitshypothese; sie ist bis heute nicht bewiesen.
    Gegenprobe
    Kritiker wie Searle (c-116) bestreiten, dass Simulation Verstehen bedeutet.
    Beleg anzeigen
    1. The study is to proceed on the basis of the conjecture that every aspect of learning or any other feature of intelligence can in principle be so precisely described that a machine can be made to simulate it. (S. 1)
      [13] J. McCarthy, M. L. Minsky, N. Rochester, C. E. Shannon: A Proposal for the Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence, 31. August 1955 · Archiv
  29. [29]Sekundär belegt

    Laut Stanford Encyclopedia of Philosophy begann das Fach offiziell 1956 mit der Dartmouth-Konferenz; zu den Teilnehmern zählten McCarthy, Shannon, Minsky, Samuel, Solomonoff, Selfridge, Newell und Simon.

    Grenze
    Belegt ist die Einordnung; offen ist die vollständige Teilnehmerliste.
    Gegenprobe
    Die SEP nennt „zehn“, zählt aber neun Namen; das CHM schreibt „Trenchard More“ statt „Moore“.
    3 Belege anzeigen
    1. The field of artificial intelligence (AI) officially started in 1956, launched by a small but now-famous summer conference at Dartmouth College (Abschnitt 1)
      [14] Selmer Bringsjord, Naveen Sundar Govindarajulu: Artificial Intelligence
    2. be carried out during the summer of 1956 at Dartmouth College in Hanover, New Hampshire. (S. 1)
      [13] J. McCarthy, M. L. Minsky, N. Rochester, C. E. Shannon: A Proposal for the Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence, 31. August 1955 · Archiv
    3. Ten thinkers attended, including John McCarthy (who was working at Dartmouth in 1956), Claude Shannon, Marvin Minsky, Arthur Samuel, Trenchard Moore (apparently the lone note-taker at the original conference), Ray Solomonoff, Oliver Selfridge, Allen Newell, and Herbert Simon. (Abschnitt 1)
      [14] Selmer Bringsjord, Naveen Sundar Govindarajulu: Artificial Intelligence
  30. [30]Sekundär belegt

    Zum 50. Jubiläum trafen sich im Juli 2006 in Dartmouth fünf der ursprünglichen Teilnehmer: McCarthy, Minsky, More, Selfridge und Solomonoff.

    Grenze
    Belegt durch zwei unabhängige Quellen.
    Gegenprobe
    Keine.
    2 Belege anzeigen
    1. The 50-year celebration of this conference, AI@50 , was held in July 2006 at Dartmouth, with five of the original participants making it back. (Abschnitt 1)
      [14] Selmer Bringsjord, Naveen Sundar Govindarajulu: Artificial Intelligence
    2. Five attendees of the original conference in 1956 were present at the anniversary--John McCarthy, Marvin Minsky, Trenchard More, Oliver Selfridge and Ray Solomonoff. (Eintrag 2006)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
  31. [31]Umstritten

    Wann der Begriff „artificial intelligence“ geprägt wurde, wird unterschiedlich datiert: Schriftlich steht er im Antrag von 1955; die ACM schreibt, McCarthy habe den Namen auf der Konferenz 1956 eingeführt.

    Grenze
    Belegt ist der Titel des Antrags von 1955; die ACM-Darstellung verlegt die Einführung auf 1956.
    Gegenprobe
    Beide Angaben lassen sich versöhnen: schriftlich 1955, öffentlich etabliert 1956.
    3 Belege anzeigen
    1. A PROPOSAL FOR THE DARTMOUTH SUMMER RESEARCH PROJECT ON ARTIFICIAL INTELLIGENCE (Titel)
      [13] J. McCarthy, M. L. Minsky, N. Rochester, C. E. Shannon: A Proposal for the Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence, 31. August 1955 · Archiv
    2. The coining of the term “Artificial Intelligence” was credited to the proposal for the original conference (Eintrag 2006)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
    3. he introduced the name artificial intelligence at a 1956 conference there (Biografie)
      [15] ACM: John McCarthy – A.M. Turing Award Laureate
  32. [32]Primär belegt

    Allen Newell und Herbert Simon beschrieben 1956 bei RAND die „Logic Theory Machine“, ein System, das Beweise für Sätze der symbolischen Logik findet und dabei stark auf Heuristiken setzt.

    Grenze
    Belegt sind Inhalt und Jahr des RAND-Papiers.
    Gegenprobe
    Das CHM nennt zusätzlich J. C. Shaw als Mitentwickler (c-032); das RAND-Papier nennt nur Newell und Simon.
    2 Belege anzeigen
    1. capable of discovering proofs for theorems in symbolic logic. In contrast to the systematic algorithms ordinarily employed in computation, this system relies heavily on heuristic methods (Abstract)
      [16] Allen Newell, Herbert A. Simon: The Logic Theory Machine (RAND P-868, Katalogeintrag), 1956
    2. Year: 1956 Pages: 64 DOI: https://doi.org/10.7249/P868 Document Number: P-868 (Dokumentdaten)
      [16] Allen Newell, Herbert A. Simon: The Logic Theory Machine (RAND P-868, Katalogeintrag), 1956
  33. [33]Offen

    Laut Computer History Museum begannen Newell, Simon und J. C. Shaw 1955 mit dem Logic Theorist, der schließlich 38 Sätze aus Whiteheads und Russells „Principia Mathematica“ bewies.

    Grenze
    Belegt ist die Angabe des Museums; ein Primärbeleg für die Zahl 38 ist nicht gesichert.
    Gegenprobe
    Nur eine Sekundärquelle; die Zahl sollte vor Übernahme an Newell/Simons eigenen Berichten geprüft werden.
    Beleg anzeigen
    1. Allen Newell, Herbert A. Simon and J.C. Shaw begin work on Logic Theorist , a program that would eventually prove 38 theorems from Whitehead and Russell’s Principia Mathematica . (Eintrag 1955)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
  34. [34]Primär belegt

    Simon und Newell sagten am 14. November 1957 voraus, innerhalb von zehn Jahren werde ein Digitalcomputer Schachweltmeister, sofern die Regeln ihn nicht ausschließen; der Vortrag erschien 1958 in „Operations Research“.

    Grenze
    Belegt ist die Prognose; sie traf nicht ein – Deep Blue siegte erst 1997 (c-082).
    Gegenprobe
    Frühe Prognosen gelten oft als Beispiel für Überschätzung; die Autoren formulierten sie bewusst als Wette auf die Zukunft.
    3 Belege anzeigen
    1. 1. That within ten years a digital computer will be the world's chess champion, unless the rules bar it from competition. (Vorhersagen)
      [17] Herbert A. Simon, Allen Newell: Heuristic Problem Solving: The Next Advance in Operations Research, 1958
    2. Pittsburgh, Pennsylvania, November 14, 1957. Mr. Simon presented the paper (Fußnote)
      [17] Herbert A. Simon, Allen Newell: Heuristic Problem Solving: The Next Advance in Operations Research, 1958
    3. Jan.-Feb., 1958 Printed in U.S.A. HEURISTIC PROBLEM SOLVING: THE NEXT ADVANCE IN OPERATIONS RESEARCH* (Kopf)
      [17] Herbert A. Simon, Allen Newell: Heuristic Problem Solving: The Next Advance in Operations Research, 1958
  35. [35]Primär belegt

    Im Mai 1997 besiegte Deep Blue Kasparow in New York mit 3,5:2,5 – als erstes Computersystem einen amtierenden Weltmeister unter Turnierbedingungen; das CHM nennt den 11. Mai.

    Grenze
    Belegt durch zwei Quellen; das CHM nennt die Partien „matches“.
    Gegenprobe
    Kasparow äußerte später Zweifel am Ablauf; diese Kritik ist hier nicht gesichert (siehe Ausschlussliste).
    2 Belege anzeigen
    1. But Deep Blue prevailed in the tension-filled Game 6, thereby achieving a resounding victory, 3.5–2.5, in the rematch and becoming the first computer system to defeat a reigning world champion under standard tournament time controls. (Challenging Garry Kasparov)
      [18] IBM: Deep Blue
    2. IBM’s Deep Blue chess computer defeats the current world chess champion, Garry Kasparov on May 11. Of the six matches played, Deep Blue won two, Kasparov won one and the other three matches ended in a draw. (Eintrag 1997)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
  36. [36]Primär belegt

    John McCarthy beschrieb im April 1960 die Programmiersprache LISP („LISt Processor“), die die KI-Gruppe am MIT für den Rechner IBM 704 entwickelt hatte.

    Grenze
    Belegt sind Datum und Herkunft; das CHM datiert die Erfindung auf 1958 (c-035).
    Gegenprobe
    Autorenfassung, nicht die gedruckte Zeitschriftenversion.
    Beleg anzeigen
    1. April 1960 1 Introduction A programming system called LISP (for LISt Processor) has been developed for the IBM 704 computer by the Artificial Intelligence group at M.I.T. (Einleitung)
      [19] John McCarthy: Recursive Functions of Symbolic Expressions and Their Computation by Machine, Part I, April 1960 · Archiv
  37. [37]Sekundär belegt

    Das Computer History Museum datiert die Erfindung von LISP durch McCarthy auf 1958; McCarthys eigener Text nennt einen Vorschlag vom November 1958, für den das System gebraucht wurde.

    Grenze
    Belegt ist die Datierung durch das Museum; McCarthys Text stützt nur, dass die Arbeiten 1958 liefen.
    Gegenprobe
    Erfindung ist ein Prozess; 1958 bezeichnet den Beginn, 1960 die Veröffentlichung.
    2 Belege anzeigen
    1. The programming language LISP (short for "List Processing”) is invented in 1958 by John McCarthy at MIT. (Eintrag 1958)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
    2. The original proposal [1] for the Advice Taker was made in November 1958. (Abschnitt 1)
      [19] John McCarthy: Recursive Functions of Symbolic Expressions and Their Computation by Machine, Part I, April 1960 · Archiv
  38. [38]Primär belegt

    Arthur Samuel zeigte 1959, dass ein Computer lernen kann, Dame besser zu spielen als sein Programmierer – nach 8 bis 10 Stunden Spielzeit.

    Grenze
    Belegt ist Samuels Befund; „besser als der Programmierer“ heißt nicht „besser als Meister“.
    Gegenprobe
    Die Messlatte „besser als der Programmierer“ ist niedrig gewählt.
    2 Belege anzeigen
    1. a computer can be programmed so that it will learn to playa better game of checkers than can be played by the person who wrote the program. Further- more, it can learn to do this in a remarkably short period of time (8 or 10 hours of machine-playing time) (Abstract)
      [20] A. L. Samuel: Some Studies in Machine Learning Using the Game of Checkers, Juli 1959
    2. Originally published in IBM Journal, Vol. 3, No.3. July, 1959. (Kopfzeile)
      [20] A. L. Samuel: Some Studies in Machine Learning Using the Game of Checkers, Juli 1959
  39. [39]Primär belegt

    Joseph Weizenbaum stellte 1966 ELIZA vor, ein Gesprächsprogramm auf dem Time-Sharing-System MAC am MIT, geschrieben in MAD-SLIP für die IBM 7094; bekannt wurde das Skript, das eine Psychotherapeutin nachahmt.

    Grenze
    Belegt sind Technik, Skript und Jahr.
    Gegenprobe
    Das CHM berichtet, DOCTOR habe manche Nutzer getäuscht – Belege dafür sind anekdotisch.
    3 Belege anzeigen
    1. Its present implementation is on the MAC time-sharing system at MIT. It is written in MAD-SLIP [ 4 ] for the IBM 7094. (Abschnitt „ELIZA Program“)
      [21] Joseph Weizenbaum: ELIZA – A Computer Program For the Study of Natural Language Communication Between Man and Machine, 1966
    2. the only serious ELIZA scripts which exist are some which cause ELIZA to respond roughly as would certain psychotherapists (Rogerians). (Discussion)
      [21] Joseph Weizenbaum: ELIZA – A Computer Program For the Study of Natural Language Communication Between Man and Machine, 1966
    3. Joseph Weizenbaum finishes ELIZA. (Eintrag 1966)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
  40. [40]Primär belegt

    Weizenbaum schrieb, sobald man die Funktionsweise eines solchen Programms erkläre, zerfalle sein Zauber; es erweise sich als bloße Sammlung verständlicher Prozeduren.

    Grenze
    Belegt ist das Zitat (inklusive des Tippfehlers „induice“ in der gesicherten Abschrift).
    Gegenprobe
    Die Abschrift ist eine Web-Transkription, nicht der Originalsatz der CACM.
    Beleg anzeigen
    1. once its inner workings are explained in language sufficiently plain to induice understanding, its magic crumbles away; it stands revealed as a mere collection of procedures, each quite comprehensible. (Introduction)
      [21] Joseph Weizenbaum: ELIZA – A Computer Program For the Study of Natural Language Communication Between Man and Machine, 1966
  41. [41]Primär belegt

    Frank Rosenblatt vom Cornell Aeronautical Laboratory veröffentlichte 1958 in der „Psychological Review“ den Aufsatz „The Perceptron“.

    Grenze
    Belegt sind Titel und Zeitschrift; die Jahreszahl ist im Scan als „19S8“ verlesen.
    Gegenprobe
    Scan-Fehler im Kopf; das Jahr stützt sich zusätzlich auf einen Bericht von 1958 in der Literaturliste.
    2 Belege anzeigen
    1. Psychological Review Vol. 65, No. 6, 19S8 THE PERCEPTRON: A PROBABILISTIC MODEL FOR INFORMATION STORAGE AND ORGANIZATION IN THE BRAIN1 F. ROSENBLATT Cornell Aeronautical Laboratory (S. 386)
      [22] F. Rosenblatt: The Perceptron: A Probabilistic Model for Information Storage and Organization in the Brain, 1958 · Archiv
    2. Buffalo: Cornell Aeronautical Laboratory, Inc. Rep. No. VG-1196-G-1, 1958. (Literatur)
      [22] F. Rosenblatt: The Perceptron: A Probabilistic Model for Information Storage and Organization in the Brain, 1958 · Archiv
  42. [42]Primär belegt

    Rosenblatt entwickelte seine Theorie für ein hypothetisches Nervensystem oder eine Maschine namens Perzeptron und bezeichnete seinen Ansatz als „konnektionistisch“.

    Grenze
    Belegt sind Begriff und Anspruch.
    Gegenprobe
    Presseberichte über „denkende Maschinen“ 1958 konnten nicht gesichert werden (siehe Ausschlussliste).
    2 Belege anzeigen
    1. The theory has been developed for a hypothetical nervous system, or machine, called a perceptron. (S. 387)
      [22] F. Rosenblatt: The Perceptron: A Probabilistic Model for Information Storage and Organization in the Brain, 1958 · Archiv
    2. The theory to be presented here takes the empiricist,or "connectionist"' position (S. 387)
      [22] F. Rosenblatt: The Perceptron: A Probabilistic Model for Information Storage and Organization in the Brain, 1958 · Archiv
  43. [43]Sekundär belegt

    Marvin Minsky und Seymour Papert veröffentlichten 1969 das Buch „Perceptrons“ bei MIT Press und zeigten, was Perzeptrons können und was nicht.

    Grenze
    Belegt durch zwei Quellen; die Verlagsseite war nicht abrufbar.
    Gegenprobe
    Die SEP schreibt „Pappert“ statt „Papert“ – ein Tippfehler der Quelle.
    2 Belege anzeigen
    1. Minsky, M. & Pappert, S., 1969, Perceptrons: An Introduction to Computational Geometry , Cambridge, MA: MIT Press. (Bibliografie)
      [14] Selmer Bringsjord, Naveen Sundar Govindarajulu: Artificial Intelligence
    2. Minsky and Seymour Papert showed what perceptrons could and could not do (Biografie)
      [23] ACM: Marvin Minsky – A.M. Turing Award Laureate
  44. [44]Sekundär belegt

    Laut SEP zeigten Minsky und Papert, dass das Perzeptron nicht einmal die XOR-Funktion lernen kann – mit passender Repräsentation aber doch.

    Grenze
    Belegt ist die Aussage für das einfache, einlagige Perzeptron; mehrlagige Netze betrifft sie nicht.
    Gegenprobe
    Verkürzung: Das Buch enthält viel mehr als das XOR-Beispiel.
    Beleg anzeigen
    1. Minsky and Papert’s (1969) demonstration that the perceptron cannot learn even the binary XOR function, but this function can be learnt by the perceptron if we have the right representation. (Abschnitt Machine Learning)
      [14] Selmer Bringsjord, Naveen Sundar Govindarajulu: Artificial Intelligence
  45. [45]Sekundär belegt

    Die SEP schreibt, „Perceptrons“ habe viele – ausdrücklich auch Geldgeber – zu dem Schluss gebracht, neuronale Netze seien zu schwach; Minsky und Papert hätten jedoch nur sehr begrenzte Netze betrachtet.

    Grenze
    Belegt ist diese Deutung eines Nachschlagewerks.
    Gegenprobe
    Die ACM bewertet das Buch als Fortschritt für die Forschung (c-044).
    2 Belege anzeigen
    1. Because Minsky and Pappert’s (1969) Perceptrons led many (including, specifically, many sponsors of AI research and development) to conclude that neural networks didn’t have sufficient information-processing power to model human cognition (Abschnitt 5)
      [14] Selmer Bringsjord, Naveen Sundar Govindarajulu: Artificial Intelligence
    2. However, Minsky and Pappert had only considered very limited neural networks. (Abschnitt 5)
      [14] Selmer Bringsjord, Naveen Sundar Govindarajulu: Artificial Intelligence
  46. [46]Sekundär belegt

    Die ACM würdigt, das Buch habe die Forschung an neuronal inspirierten Verfahren auf ein neues Niveau gehoben; zwanzig Jahre später wurde es neu aufgelegt.

    Grenze
    Belegt ist die Wertung der ACM.
    Gegenprobe
    Laudatio der preisverleihenden Organisation; eher wohlwollend.
    Beleg anzeigen
    1. thus raising the sophistication of research on neurally-inspired mechanisms to a new level. Renewed interest in neurally-inspired mechanisms, twenty years later, led to a reprinting of their classic book, Perceptrons (Biografie)
      [23] ACM: Marvin Minsky – A.M. Turing Award Laureate
  47. [47]Sekundär belegt

    Das Nobelkomitee schreibt, Ende der 1960er-Jahre hätten entmutigende theoretische Ergebnisse viele Forschende vermuten lassen, neuronale Netze seien nutzlos; in den 1980er-Jahren sei das Interesse zurückgekehrt.

    Grenze
    Belegt ist die Darstellung des Nobelkomitees; es nennt das Buch nicht namentlich.
    Gegenprobe
    Keine Aussage über Geldflüsse.
    Beleg anzeigen
    1. At the end of the 1960s, some discouraging theoretical results caused many researchers to suspect that these neural networks would never be of any real use. However, interest in artificial neural networks was reawakened in the 1980s (Popular information)
      [24] Royal Swedish Academy of Sciences: Popular information: The Nobel Prize in Physics 2024, 8. Oktober 2024
  48. [48]Sekundär belegt

    Der Soziologe Mikel Olazaran argumentierte 1996, die „offizielle“ Deutung, Minsky und Papert hätten Netze widerlegt, sei aus der Durchsetzung der symbolischen KI entstanden; auf Forschungsebene habe es große Deutungsspielräume gegeben.

    Grenze
    Belegt ist die These laut Abstract; der Volltext ist nicht gesichert.
    Gegenprobe
    Eine soziologische Deutung, keine Messung von Fördermitteln.
    3 Belege anzeigen
    1. I maintain that this official interpretation of the debate was a result of the emergence, institutionalization and (importantly) legitimation of the symbolic AI approach (Abstract)
      [25] Mikel Olazaran: A Sociological Study of the Official History of the Perceptrons Controversy (Abstract), August 1996
    2. At the `research-area' level, there was considerable interpretative flexibility. (Abstract)
      [25] Mikel Olazaran: A Sociological Study of the Official History of the Perceptrons Controversy (Abstract), August 1996
    3. First published August 1996 (Kopf)
      [25] Mikel Olazaran: A Sociological Study of the Official History of the Perceptrons Controversy (Abstract), August 1996
  49. [49]Legende

    Legende: Das Buch „Perceptrons“ (1969) habe allein den KI-Winter ausgelöst. Die Quellen zeigen: Die Kürzungen in der maschinellen Übersetzung nach dem ALPAC-Bericht 1966 kamen früher, der Lighthill-Bericht folgte 1973, und die „offizielle“ Deutung des Buches ist selbst umstritten.

    Grenze
    Belegt ist, dass es mehrere Ursachen und eine umstrittene Deutung gab; wie groß der Anteil des Buches war, ist offen.
    Gegenprobe
    Die SEP (c-043) schreibt dem Buch durchaus große Wirkung auf Geldgeber zu – aber nicht die alleinige.
    3 Belege anzeigen
    1. Its effect was to bring to an end the substantial funding of MT research in the United States for some twenty years. (S. 1)
      [26] John Hutchins: ALPAC: the (in)famous report, 1996
    2. The Lighthill Report was published early in 1973. (Overview)
      [27] Chilton Computing: Lighthill Report: Overview
    3. which were interpreted as showing that further progress in neural nets was not possible, and that this approach to AI had to be abandoned. (Abstract)
      [25] Mikel Olazaran: A Sociological Study of the Official History of the Perceptrons Controversy (Abstract), August 1996
  50. [50]Sekundär belegt

    Das Automatic Language Processing Advisory Committee (ALPAC) wurde im April 1964 unter Vorsitz von John R. Pierce eingesetzt; sein Bericht erschien im November 1966.

    Grenze
    Belegt durch den Bericht selbst und den Historiker John Hutchins.
    Gegenprobe
    Hutchins ist Fachhistoriker der maschinellen Übersetzung, kein neutraler Beobachter der KI insgesamt.
    3 Belege anzeigen
    1. It was the JALPG which set up ALPAC in April 1964 under the chairmanship of John R.Pierce (S. 1)
      [26] John Hutchins: ALPAC: the (in)famous report, 1996
    2. publication thirty years ago in November 1966 of the report by the Automatic Language Processing Advisory Committee (ALPAC 1966). (S. 1)
      [26] John Hutchins: ALPAC: the (in)famous report, 1996
    3. A Report by the Automatic Language Processing Advisory Committee Division of Behavioral Sciences National Academy of Sciences National Research Council (Titelei)
      [28] Automatic Language Processing Advisory Committee: Language and Machines: Computers in Translation and Linguistics (ALPAC-Bericht), 1966
    In: Der erste Winter
  51. [51]Primär belegt

    Der ALPAC-Bericht stellte fest, es gebe keine unmittelbare oder absehbare Aussicht auf brauchbare maschinelle Übersetzung.

    Grenze
    Belegt ist das Urteil für die damalige Technik.
    Gegenprobe
    Der Bericht betraf maschinelle Übersetzung, nicht die KI-Forschung insgesamt.
    Beleg anzeigen
    1. Further, there is no immediate or predictable prospect of useful machine translation. (S. 32)
      [28] Automatic Language Processing Advisory Committee: Language and Machines: Computers in Translation and Linguistics (ALPAC-Bericht), 1966
    In: Der erste Winter
  52. [52]Primär belegt

    ALPAC empfahl stattdessen maschinengestützte Übersetzung: Sie brauche vor allem gute Ingenieursarbeit.

    Grenze
    Belegt ist die Empfehlung.
    Gegenprobe
    Hutchins betont, dass der Bericht oft missverstanden werde (c-051).
    Beleg anzeigen
    1. Machine-aided translation may be an important avenue toward better, quicker, and cheaper translation. What machine-aided translation needs most is good engineering. (S. 32)
      [28] Automatic Language Processing Advisory Committee: Language and Machines: Computers in Translation and Linguistics (ALPAC-Bericht), 1966
    In: Der erste Winter
  53. [53]Sekundär belegt

    Laut Hutchins beendete der ALPAC-Bericht die umfangreiche Förderung maschineller Übersetzung in den USA für rund zwanzig Jahre; was er tatsächlich sagte, werde oft vergessen oder missverstanden.

    Grenze
    Belegt ist Hutchins’ Einschätzung; Förderzahlen sind nicht gesichert.
    Gegenprobe
    Wirkungszuschreibung eines einzelnen Historikers.
    2 Belege anzeigen
    1. Its effect was to bring to an end the substantial funding of MT research in the United States for some twenty years. (S. 1)
      [26] John Hutchins: ALPAC: the (in)famous report, 1996
    2. what the report actually said is now becoming less familiar and often forgotten or misunderstood. (S. 1)
      [26] John Hutchins: ALPAC: the (in)famous report, 1996
    In: Der erste Winter
  54. [54]Primär belegt

    Der britische Mathematiker Sir James Lighthill verfasste im Juli 1972 für den Science Research Council einen Überblick über die KI-Forschung; der Rat beriet ihn im September 1972 und beschloss, ihn mit Gegenstimmen zu veröffentlichen.

    Grenze
    Belegt sind Auftrag, Datum und Veröffentlichungsbeschluss.
    Gegenprobe
    Die Online-Fassung ist eine Abschrift des Chilton-Archivs.
    2 Belege anzeigen
    1. Artificial Intelligence A general survey by Sir James Lighthill FRS Lucasian Professor of Applied Mathematics, Cambridge University. July 1972. (Part I, Kopf)
      [29] Sir James Lighthill: Artificial Intelligence: A General Survey (Lighthill-Bericht, Teil I), 1973 · Archiv
    2. The Science Research Council discussed Sir James's report in September 1972, and decided to publish it, together with some alternative points of view. (Preface)
      [30] Science Research Council: Lighthill Report: Preface, 1973
    In: Der erste Winter
  55. [55]Sekundär belegt

    Der Lighthill-Bericht erschien Anfang 1973.

    Grenze
    Belegt ist „Anfang 1973“ durch das Archiv; ein genaues Datum fehlt.
    Gegenprobe
    Die Archivseite nennt das Jahr ohne Tagesdatum.
    2 Belege anzeigen
    1. The Lighthill Report was published early in 1973. (Overview)
      [27] Chilton Computing: Lighthill Report: Overview
    2. decided to publish it, together with some alternative points of view. (Preface)
      [30] Science Research Council: Lighthill Report: Preface, 1973
    In: Der erste Winter
  56. [56]Primär belegt

    Lighthill schrieb, nirgends hätten die bisherigen Entdeckungen die damals versprochene große Wirkung gehabt.

    Grenze
    Belegt ist sein Urteil über die ersten Jahrzehnte.
    Gegenprobe
    Der Bericht enthielt Gegenstimmen; er war also schon damals umstritten.
    Beleg anzeigen
    1. In no part of the field have the discoveries made so far produced the major impact that was then promised. (Abschnitt 3 Past disappointments)
      [29] Sir James Lighthill: Artificial Intelligence: A General Survey (Lighthill-Bericht, Teil I), 1973 · Archiv
    In: Der erste Winter
  57. [57]Primär belegt

    Als allgemeine Ursache der Enttäuschungen nannte Lighthill die „kombinatorische Explosion“.

    Grenze
    Belegt ist die Diagnose.
    Gegenprobe
    Spätere Erfolge beruhten oft gerade auf Methoden, die diese Explosion eindämmen (Heuristiken, Lernen).
    Beleg anzeigen
    1. failure to recognise the implications of the combinatorial explosion . (Abschnitt 3)
      [29] Sir James Lighthill: Artificial Intelligence: A General Survey (Lighthill-Bericht, Teil I), 1973 · Archiv
    In: Der erste Winter
  58. [58]Primär belegt

    Als bekannteste Enttäuschung nannte Lighthill die maschinelle Übersetzung, für die enorme Summen mit wenig brauchbarem Ergebnis ausgegeben worden seien.

    Grenze
    Belegt ist die Wertung.
    Gegenprobe
    Lighthill stützt sich dabei auf die Übersetzungsdebatte, nicht auf eigene Messungen.
    Beleg anzeigen
    1. The most notorious disappointments, however, have appeared in the area of machine translation, where enormous sums have been spent with very little useful result (Abschnitt 3)
      [29] Sir James Lighthill: Artificial Intelligence: A General Survey (Lighthill-Bericht, Teil I), 1973 · Archiv
    In: Der erste Winter
  59. [59]Offen

    Laut dem Chilton-Archiv löste der Bericht in Großbritannien einen massiven Vertrauensverlust in die KI aus, der fast ein Jahrzehnt anhielt.

    Grenze
    Belegt ist nur die Einschätzung des Archivs; Dauer und Ausmaß sind ohne zweite Quelle und ohne Förderzahlen offen.
    Gegenprobe
    Einzelquelle aus dem Umfeld der britischen Forschungsförderung.
    Beleg anzeigen
    1. Lighthill's report provoked a massive loss of confidence in AI by the academic establishment in the UK including the funding body. It persisted for almost a decade. (Overview)
      [27] Chilton Computing: Lighthill Report: Overview
    In: Der erste Winter
  60. [60]Primär belegt

    Der Ausdruck „AI Winter“ taucht im Bericht über eine Podiumsdiskussion der AAAI-Konferenz 1984 auf, die in AI Magazine (Herbst 1985) erschien – dort als befürchtetes Szenario.

    Grenze
    Belegt ist die Verwendung 1984/85; ob der Ausdruck dort erstmals fiel, ist offen.
    Gegenprobe
    Der Begriff beschreibt 1984 eine Warnung für die Zukunft, nicht rückblickend die 1970er.
    3 Belege anzeigen
    1. This condition, called the “AI Winter” by some (S. 122 f.)
      [31] Drew McDermott u. a.: The Dark Ages of AI: A Panel Discussion at AAAI-84 (PDF), 1985
    2. that perhaps expectations about AI are too high, and that this will eventually result in disaster. (Abstract)
      [32] Drew McDermott u. a.: The Dark Ages of AI: A Panel Discussion at AAAI-84 (Artikelseite), 1985
    3. Vol. 6 No. 3: Fall 1985 / Articles The Dark Ages of AI: A Panel Discussion at AAAI-84 (Kopf)
      [32] Drew McDermott u. a.: The Dark Ages of AI: A Panel Discussion at AAAI-84 (Artikelseite), 1985
    In: Der erste Winter
  61. [61]Primär belegt

    Im selben Panel wurde als Schreckensszenario beschrieben, dass Firmen das Interesse verlieren und alle ihre Forschungsprojekte eilig umbenennen.

    Grenze
    Belegt ist das Szenario; ob und wie es eintrat, belegt diese Quelle nicht.
    Gegenprobe
    Der Sprecher hielt das Szenario selbst für unwahrscheinlich.
    Beleg anzeigen
    1. Everybody hurriedly changes the names of their research projects to something else. (S. 122 f.)
      [31] Drew McDermott u. a.: The Dark Ages of AI: A Panel Discussion at AAAI-84 (PDF), 1985
    In: Der erste Winter
  62. [62]Sekundär belegt

    DENDRAL, begonnen Mitte der 1960er-Jahre von Joshua Lederberg und Edward Feigenbaum in Stanford, war das erste KI-Programm, das spezialisiertes Wissen über allgemeine Problemlösemethoden stellte; das Computer History Museum führt es unter 1965 als erstes „Expertensystem“.

    Grenze
    Belegt durch Beteiligte und Museum; das CHM datiert auf 1965 und nennt zusätzlich Carl Djerassi.
    Gegenprobe
    Die MYCIN-Autoren stammen aus derselben Stanforder Gruppe.
    3 Belege anzeigen
    1. The DENDRAL program was the first AI program to emphasize the power of specialized knowledge over generalized problem-solving methods (Kapitel 1)
      [33] Bruce G. Buchanan, Edward H. Shortliffe: The Context of the MYCIN Experiments (Kapitel 1), 1984
    2. It was started in the mid-1960s by Joshua Lederberg and Feigenbaum (Kapitel 1)
      [33] Bruce G. Buchanan, Edward H. Shortliffe: The Context of the MYCIN Experiments (Kapitel 1), 1984
    3. 1965 DENDRAL artificial intelligence program Ed Feigenbaum A Stanford team led by professors Ed Feigenbaum, Joshua Lederberg and Carl Djerassi creates DENDRAL, the first “expert system.” (Eintrag 1965)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
    In: Wissen statt Suche
  63. [63]Sekundär belegt

    Expertensysteme sind laut ACM Programme, die mit speziell kodiertem Expertenwissen intelligent handeln; Edward Feigenbaum gilt als ihr „Vater“.

    Grenze
    Belegt ist die Definition der ACM.
    Gegenprobe
    Ehrentitel „Vater“ ist eine Zuschreibung, keine Tatsache.
    Beleg anzeigen
    1. Edward Albert Feigenbaum is widely known as the father of expert systems . Expert systems are computer programs that act intelligently by using the specially encoded knowledge of experts (Biografie)
      [34] ACM: Edward A ("Ed") Feigenbaum – A.M. Turing Award Laureate
    In: Wissen statt Suche
  64. [64]Primär belegt

    Laut den MYCIN-Autoren kamen die Begriffe „Expertensystem“ und „wissensbasiertes System“ erst um 1975 in allgemeinen Gebrauch.

    Grenze
    Belegt ist die Einschätzung der Beteiligten (Scan mit fehlenden Leerzeichen).
    Gegenprobe
    Selbstauskunft der Stanforder Gruppe.
    Beleg anzeigen
    1. Likethe phrasesexpertsystem andknowledge-based system,however, it did notcome into generaluse until about1975. (Kapitel 1, Fußnote)
      [33] Bruce G. Buchanan, Edward H. Shortliffe: The Context of the MYCIN Experiments (Kapitel 1), 1984
    In: Wissen statt Suche
  65. [65]Primär belegt

    MYCIN wurde in Stanford nach dem Vorbild von Infektiologen als computergestützter Berater entworfen, der Therapie wie Diagnose vorschlagen sollte; die Arbeit dauerte fast ein Jahrzehnt.

    Grenze
    Belegt sind Ziel und Dauer; ein Routineeinsatz in Kliniken ist hier nicht belegt.
    Gegenprobe
    Selbstdarstellung der Entwickler.
    3 Belege anzeigen
    1. Thus our concept of a computer-based consultant was born, and we began to model MYCIN after infectious disease consultants. (Kapitel 1)
      [33] Bruce G. Buchanan, Edward H. Shortliffe: The Context of the MYCIN Experiments (Kapitel 1), 1984
    2. a computer-based aid for medical decision making should suggest therapy as well as diagnosis. (Kapitel 1)
      [33] Bruce G. Buchanan, Edward H. Shortliffe: The Context of the MYCIN Experiments (Kapitel 1), 1984
    3. we learned some useful lessons in the course of nearly a decade of work on MYCIN and related programs. (Einleitung)
      [35] Bruce G. Buchanan, Edward H. Shortliffe (Hrsg.): Rule-Based Expert Systems: The MYCIN Experiments of the Stanford Heuristic Programming Project (Online-Ausgabe), 1984
    In: Wissen statt Suche
  66. [66]Primär belegt

    Buchanan und Shortliffe veröffentlichten 1984 „Rule-Based Expert Systems: The MYCIN Experiments“ als kritische Rückschau.

    Grenze
    Belegt sind Titel, Herausgeber und Jahr.
    Gegenprobe
    Keine.
    2 Belege anzeigen
    1. Rule-Based Expert Systems: The MYCIN Experiments of the Stanford Heuristic Programming Project Edited by Bruce G. Buchanan and Edward H. Shortliffe (Titel)
      [35] Bruce G. Buchanan, Edward H. Shortliffe (Hrsg.): Rule-Based Expert Systems: The MYCIN Experiments of the Stanford Heuristic Programming Project (Online-Ausgabe), 1984
    2. Addison Wesley, Reading, MA, 1984 (Impressum)
      [35] Bruce G. Buchanan, Edward H. Shortliffe (Hrsg.): Rule-Based Expert Systems: The MYCIN Experiments of the Stanford Heuristic Programming Project (Online-Ausgabe), 1984
    In: Wissen statt Suche
  67. [67]Primär belegt

    Das Expertensystem R1 (in der ersten Phase XCON genannt) konfigurierte 1980 VAX-11/780-Rechner von Digital Equipment; es hatte 772 Regeln und wurde bei DEC regelmäßig in der Fertigung eingesetzt.

    Grenze
    Belegt ist der Stand von 1980 (AAAI-Tagungsband); spätere Größe und Einsparungen sind nicht gesichert.
    Gegenprobe
    Autor und Nutzer standen einander nahe (Kooperation Carnegie-Mellon/DEC).
    4 Belege anzeigen
    1. Rl’ s domain of expertise is configuring Digital Equipment Corporation’ s VAX-l l/780 systems. (Abstract)
      [36] John McDermott: R1: An Expert in the Computer Systems Domain, 1980
    2. Rl currently has 772 rules that enable it to perform the task. (Abschnitt Rl)
      [36] John McDermott: R1: An Expert in the Computer Systems Domain, 1980
    3. Rl is currently being used on a regular basis by DEC’ s manufacturing organization. (Einleitung)
      [36] John McDermott: R1: An Expert in the Computer Systems Domain, 1980
    4. During this first stage, Rl’ s name was XCON. (Fußnote)
      [36] John McDermott: R1: An Expert in the Computer Systems Domain, 1980
    In: Wissen statt Suche
  68. [68]Primär belegt

    Edward Feigenbaum erhielt 1994 den Turing Award (gemeinsam mit Raj Reddy) für den Bau großer KI-Systeme und den Nachweis ihres praktischen Nutzens.

    Grenze
    Belegt ist die offizielle Begründung.
    Gegenprobe
    Keine.
    2 Belege anzeigen
    1. United States – 1994 CITATION For pioneering the design and construction of large scale artificial intelligence systems, demonstrating the practical importance and potential commercial impact of artificial intelligence technology. (Citation)
      [34] ACM: Edward A ("Ed") Feigenbaum – A.M. Turing Award Laureate
    2. Association for Computing Machinery Turing Award recipient (jointly with Raj Reddy), 1994 (Ehrungen)
      [34] ACM: Edward A ("Ed") Feigenbaum – A.M. Turing Award Laureate
    In: Wissen statt Suche
  69. [69]Sekundär belegt

    Japans Handelsministerium MITI startete 1982 das Projekt „Computer der fünften Generation“ für wissensbasierte Informationsverarbeitung; Kern war das Institut ICOT.

    Grenze
    Belegt durch das Museum der japanischen Informatikgesellschaft und das CHM.
    Gegenprobe
    Die IPSJ-Darstellung ist wohlwollend; die Ziele werden dort nicht an Ergebnissen gemessen.
    4 Belege anzeigen
    1. In 1982, the Ministry of International Trade and Industry started the Fifth Generation Computer Project. (Projektseite)
      [37] IPSJ Computer Museum: Fifth Generation Computer Project
    2. research and development on new computer technology oriented toward knowledge-based information processing (Projektseite)
      [37] IPSJ Computer Museum: Fifth Generation Computer Project
    3. The Institute for New Generation Computer Technology (ICOT) was established as the central promotional organization (Projektseite)
      [37] IPSJ Computer Museum: Fifth Generation Computer Project
    4. Japan’s Ministry of International Trade and Industry (MITI) abandons its Fifth Generation Computer Systems project. (Eintrag 1992)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
    In: Wissen statt Suche
  70. [70]Sekundär belegt

    Laut CHM löste die Ankündigung des japanischen Projekts in den USA eine Reaktion aus: Firmen gründeten die Microelectronics and Computer Technology Corporation.

    Grenze
    Belegt ist die Darstellung des Museums; „in part“ schränkt die Kausalität ein.
    Gegenprobe
    Einzelquelle.
    Beleg anzeigen
    1. In part, the announcement of the Fifth Generation project in Japan caused the American computer industry to react, and a group of companies formed the Microelectronics and Computer Technology Corporation. (Eintrag 1992)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
    In: Wissen statt Suche
  71. [71]Sekundär belegt

    Das Projekt endete 1992; laut IPSJ flossen rund 54 Milliarden Yen über 11 Jahre hinein, das CHM spricht von Hunderten Millionen Dollar und einem Abbruch.

    Grenze
    Belegt sind Ende und Größenordnung; „Ende“ (IPSJ) und „Aufgabe“ (CHM) werten verschieden.
    Gegenprobe
    Ob das Projekt gescheitert ist, hängt vom Maßstab ab: Es entstanden Parallelrechner (PIM), aber keine denkenden Maschinen.
    2 Belege anzeigen
    1. Approximately ¥54 billion was invested in the project over 11 years, and it came to an end in 1992. (Projektseite)
      [37] IPSJ Computer Museum: Fifth Generation Computer Project
    2. After spending hundreds of millions of dollars in research and development, Japan’s Ministry of International Trade and Industry (MITI) abandons (Eintrag 1992)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
    In: Wissen statt Suche
  72. [72]Sekundär belegt

    Der Physiker John Hopfield beschrieb 1982 ein assoziatives Gedächtnis: Das Hopfield-Netz speichert Muster und kann sie wiederherstellen.

    Grenze
    Belegt ist die Darstellung des Nobelkomitees; die Originalarbeit ist nicht gesichert.
    Gegenprobe
    Einzelquelle, aber offizielle Begründung eines Nobelpreises.
    Beleg anzeigen
    1. the associative memory that the physicist John Hopfield discovered in 1982. The Hopfield network can store patterns and has a method for recreating them. (Popular information)
      [24] Royal Swedish Academy of Sciences: Popular information: The Nobel Prize in Physics 2024, 8. Oktober 2024
  73. [73]Umstritten

    Die Boltzmann-Maschine von Geoffrey Hinton wird unterschiedlich datiert: Laut ACM erfand er sie 1983 mit Terrence Sejnowski, laut Nobelkomitee wurde die Methode 1985 veröffentlicht. Die ACM nennt sie eines der ersten neuronalen Netze, die innere Repräsentationen lernen konnten.

    Grenze
    Belegt sind beide Jahreszahlen; vermutlich meint die eine die Erfindung, die andere die Veröffentlichung.
    Gegenprobe
    Die Originalarbeiten sind nicht gesichert; deshalb bleibt die Differenz stehen.
    2 Belege anzeigen
    1. In 1983, with Terrence Sejnowski, Hinton invented Boltzmann Machines, one of the first neural networks capable of learning internal representations (Technical Accomplishments)
      [38] ACM: 2018 ACM A.M. Turing Award: Bengio, Hinton, LeCun
    2. the method was published in 1985 under the striking name of the Boltzmann machine . (Popular information)
      [24] Royal Swedish Academy of Sciences: Popular information: The Nobel Prize in Physics 2024, 8. Oktober 2024
  74. [74]Sekundär belegt

    Laut ACM zeigte Hinton 1986 mit David Rumelhart und Ronald Williams, dass Backpropagation neuronale Netze eigene innere Repräsentationen lernen lässt; das Verfahren ist heute Standard.

    Grenze
    Belegt ist die Arbeit von 1986; der Nature-Aufsatz desselben Jahres war nicht abrufbar.
    Gegenprobe
    Die Erfindung selbst hat mehrere Väter (c-073).
    3 Belege anzeigen
    1. In a 1986 paper, “Learning Internal Representations by Error Propagation,” co-authored with David Rumelhart and Ronald Williams, Hinton demonstrated that the backpropagation algorithm allowed neural nets to discover their own internal representations of data (Technical Accomplishments)
      [38] ACM: 2018 ACM A.M. Turing Award: Bengio, Hinton, LeCun
    2. The backpropagation algorithm is standard in most neural networks today. (Technical Accomplishments)
      [38] ACM: 2018 ACM A.M. Turing Award: Bengio, Hinton, LeCun
    3. The most widely used supervised algorithm is called backpropagation. (Abschnitt 2)
      [39] Cameron Buckner, James Garson: Connectionism
  75. [75]Sekundär belegt

    Für Backpropagation braucht man einen Trainingssatz aus vielen Beispielen mit Eingaben und gewünschten Ausgaben; diese Beispiele „überwachen“ das Training.

    Grenze
    Belegt ist die Lehrbuch-Erklärung.
    Gegenprobe
    Vereinfachung ohne Mathematik.
    Beleg anzeigen
    1. To use this method, one needs a training set consisting of many examples of inputs and their desired outputs for a given task. This external set of examples “supervises” the training process. (Abschnitt 2)
      [39] Cameron Buckner, James Garson: Connectionism
  76. [76]Umstritten

    Wem Backpropagation zuzuschreiben ist, ist nicht eindeutig: Die ACM würdigt Hintons Arbeit von 1986, schreibt aber auch Yann LeCun eine frühe Version des Algorithmus zu.

    Grenze
    Belegt ist, dass selbst eine Quelle mehrere Beiträge nennt; ältere Vorläufer sind hier nicht gesichert.
    Gegenprobe
    Prioritätsstreit: Frühere Herleitungen anderer Forscher werden in den gesicherten Quellen nicht behandelt.
    2 Belege anzeigen
    1. the backpropagation algorithm allowed neural nets to discover their own internal representations of data (Hinton)
      [38] ACM: 2018 ACM A.M. Turing Award: Bengio, Hinton, LeCun
    2. LeCun proposed an early version of the backpropagation algorithm (backprop), and gave a clean derivation of it based on variational principles. (LeCun)
      [38] ACM: 2018 ACM A.M. Turing Award: Bengio, Hinton, LeCun
  77. [77]Sekundär belegt

    Künstliche „Neuronen“ ähneln echten nur lose; sie beeinflussen einander über gewichtete Verbindungen, und durch Ändern der Gewichte ändert sich, was das Netz berechnet.

    Grenze
    Belegt ist die Erklärung der ACM.
    Gegenprobe
    Vereinfachung.
    Beleg anzeigen
    1. These “neurons,” which only loosely resemble the neurons in the human brain, influence one another via weighted connections. By changing the weights on the connections, it is possible to change the computation performed by the neural network. (Background)
      [38] ACM: 2018 ACM A.M. Turing Award: Bengio, Hinton, LeCun
  78. [78]Sekundär belegt

    Yann LeCun trainierte Ende der 1980er-Jahre als Erster ein Faltungsnetz auf Bildern handgeschriebener Ziffern.

    Grenze
    Belegt ist die Darstellung der ACM.
    Gegenprobe
    „Der Erste“ ist eine Laudatio-Formulierung; die Originalarbeit von 1989 lag nur als Bild-PDF ohne Text vor.
    Beleg anzeigen
    1. In the late 1980s, while working at the University of Toronto and Bell Labs, LeCun was the first to train a convolutional neural network system on images of handwritten digits. (LeCun)
      [38] ACM: 2018 ACM A.M. Turing Award: Bengio, Hinton, LeCun
  79. [79]Primär belegt

    LeCun und Kollegen beschrieben 1998 das Faltungsnetz LeNet-5 mit 60.000 trainierbaren Parametern; ein darauf aufbauendes System las kommerziell mehrere Millionen Schecks pro Tag.

    Grenze
    Belegt sind Parameterzahl und Einsatz laut Autoren.
    Gegenprobe
    Selbstangabe der Entwickler zum Einsatz.
    3 Belege anzeigen
    1. contains 340,908 con- nections, but only 60,000 trainable free parameters because of the weight sharing. (Abschnitt II.B)
      [40] Yann LeCun, Léon Bottou, Yoshua Bengio, Patrick Haffner: Gradient-Based Learning Applied to Document Recognition, November 1998
    2. It is deployed commercially and reads several million checks per day. (Abstract)
      [40] Yann LeCun, Léon Bottou, Yoshua Bengio, Patrick Haffner: Gradient-Based Learning Applied to Document Recognition, November 1998
    3. PROC. OF THE IEEE, NOVEMBER 1998 (Kopfzeile)
      [40] Yann LeCun, Léon Bottou, Yoshua Bengio, Patrick Haffner: Gradient-Based Learning Applied to Document Recognition, November 1998
  80. [80]Primär belegt

    Sepp Hochreiter und Jürgen Schmidhuber stellten 1997 das Long Short-Term Memory (LSTM) vor, das Zeitabstände von mehr als 1000 Schritten überbrücken kann.

    Grenze
    Belegt sind Autoren, Jahr und Leistungsangabe.
    Gegenprobe
    Die Angabe gilt für die im Aufsatz getesteten Aufgaben.
    2 Belege anzeigen
    1. LONG SHORT-TERM MEMORY Neural Computation 9(8):1735{1780, 1997 Sepp Hochreiter (Kopf)
      [41] Sepp Hochreiter, Jürgen Schmidhuber: Long Short-Term Memory, 1997 · Archiv
    2. LSTM can learn to bridge minimal time lags in excess of 1000 discrete time steps (Abstract)
      [41] Sepp Hochreiter, Jürgen Schmidhuber: Long Short-Term Memory, 1997 · Archiv
  81. [81]Sekundär belegt

    Laut ACM hielten LeCun, Hinton und Bengio Anfang der 2000er-Jahre als kleine Gruppe an neuronalen Netzen fest und stießen zunächst auf Skepsis.

    Grenze
    Belegt ist die Darstellung der ACM.
    Gegenprobe
    Heldenerzählung der Preisverleiherin; andere Beteiligte kommen darin kaum vor.
    Beleg anzeigen
    1. by the early 2000s, LeCun, Hinton and Bengio were among a small group who remained committed to this approach. Though their efforts to rekindle the AI community’s interest in neural networks were initially met with skepticism (Laudatio)
      [38] ACM: 2018 ACM A.M. Turing Award: Bengio, Hinton, LeCun
  82. [82]Primär belegt

    Hinton, Osindero und Teh beschrieben 2006 einen schnellen Algorithmus, der tiefe Netze Schicht für Schicht lernt.

    Grenze
    Belegt ist das Verfahren.
    Gegenprobe
    Später setzte sich Training ohne dieses schichtweise Vortraining durch; die Methode war ein Zwischenschritt.
    2 Belege anzeigen
    1. that can learn deep, directed belief networks one layer at a time (Abstract)
      [42] Geoffrey E. Hinton, Simon Osindero, Yee-Whye Teh: A fast learning algorithm for deep belief nets, 2006
    2. To appear in Neural Computation 2006 (Fußnote S. 1)
      [42] Geoffrey E. Hinton, Simon Osindero, Yee-Whye Teh: A fast learning algorithm for deep belief nets, 2006
  83. [83]Primär belegt

    Auch probabilistische Methoden kehrten zurück: Judea Pearl erhielt 2011 den Turing Award für einen Kalkül probabilistischen und kausalen Schließens.

    Grenze
    Belegt sind Preis und Begründung sowie die SEP-Einordnung.
    Gegenprobe
    Die Verknüpfung beider Aussagen ist redaktionell.
    2 Belege anzeigen
    1. Judea Pearl United States – 2011 CITATION For fundamental contributions to artificial intelligence through the development of a calculus for probabilistic and causal reasoning. (Citation)
      [43] ACM: Judea Pearl – A.M. Turing Award Laureate
    2. Growth has also come from a return of probabilistic techniques that had withered by the mid-70s and 80s. (Abschnitt 5)
      [14] Selmer Bringsjord, Naveen Sundar Govindarajulu: Artificial Intelligence
  84. [84]Primär belegt

    Im Februar 1996 gewann IBMs Deep Blue in Philadelphia die erste Partie gegen Weltmeister Garri Kasparow; Kasparow gewann das Match mit 4:2.

    Grenze
    Belegt durch IBM und CHM.
    Gegenprobe
    IBM ist Partei.
    3 Belege anzeigen
    1. Deep Blue’s first major test occurred in February 1996, when it took on reigning champion Garry Kasparov in six games held in Philadelphia. Deep Blue won the first game (Challenging Garry Kasparov)
      [18] IBM: Deep Blue
    2. But Kasparov recovered and won the match 4–2. (Challenging Garry Kasparov)
      [18] IBM: Deep Blue
    3. Kasparov had defeated an earlier version of Deep Blue in 1996. (Eintrag 1997)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
    In: Spiele als Prüfstein
  85. [85]Primär belegt

    Deep Blue bewertete mit 32 Prozessoren 200 Millionen Stellungen pro Sekunde und setzte laut IBM auf schiere Rechenkraft.

    Grenze
    Belegt durch IBM und CHM.
    Gegenprobe
    „Brute force“ unterschlägt die Schachkenntnisse in der Bewertungsfunktion, die IBM selbst erwähnt.
    2 Belege anzeigen
    1. Deep Blue derived its chess prowess through brute force computing power. It used 32 processors to perform a set of coordinated, high-speed computations in parallel. Deep Blue was able to evaluate 200 million chess positions per second (Einleitung)
      [18] IBM: Deep Blue
    2. With the ability to evaluate 200 million positions per second (Eintrag 1997)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
    In: Spiele als Prüfstein
  86. [86]Primär belegt

    Im Februar 2011 besiegte IBMs Watson in der Quizshow „Jeopardy!“ die Rekordchampions Brad Rutter und Ken Jennings.

    Grenze
    Belegt durch IBM und CHM.
    Gegenprobe
    IBM ist Partei; das CHM führt den Eintrag unter 2010 (Vorbereitungsspiele).
    2 Belege anzeigen
    1. In a televised Jeopardy! contest viewed by millions in February 2011, IBM’s Watson DeepQA computer made history by defeating the TV quiz show’s two foremost all-time champions, Brad Rutter and Ken Jennings. (Einleitung)
      [44] IBM: Watson, 'Jeopardy!' champion
    2. Watson handily defeated two of the all-time best Jeopardy! players, Ken Jennings and Brad Rutter (Eintrag 2010)
      [9] Computer History Museum: Timeline of Computer History: AI & Robotics
    In: Spiele als Prüfstein
  87. [87]Primär belegt

    Watson bestand aus 90 Servern mit zusammen 2880 Prozessorkernen, antwortete ohne Internetverbindung und gewann 77.147 Dollar.

    Grenze
    Belegt ist die Selbstdarstellung von IBM.
    Gegenprobe
    Einzelquelle des Herstellers.
    3 Belege anzeigen
    1. The original Watson was a room-size computer consisting of 10 racks holding 90 servers, with a total of 2,880 processor cores. (Teaching Watson)
      [44] IBM: Watson, 'Jeopardy!' champion
    2. without being connected to the internet. (Einleitung)
      [44] IBM: Watson, 'Jeopardy!' champion
    3. Watson won USD 77,147, which was donated to various charities (Watson wins)
      [44] IBM: Watson, 'Jeopardy!' champion
    In: Spiele als Prüfstein
  88. [88]Primär belegt

    Go gilt als besonders schwer: DeepMind nennt 10 hoch 170 mögliche Brettstellungen.

    Grenze
    Belegt ist die Angabe von DeepMind.
    Gegenprobe
    Größenordnungsangabe ohne Herleitung auf der Seite.
    Beleg anzeigen
    1. with an astonishing 10 to the power of 170 possible board configurations. (The challenge)
      [45] Google DeepMind: AlphaGo
    In: Spiele als Prüfstein
  89. [89]Primär belegt

    Im Oktober 2015 schlug AlphaGo den Europameister Fan Hui mit 5:0 – als erstes Programm, das einen Go-Profi auf dem vollen Brett besiegte; das hatte man erst in einem Jahrzehnt erwartet.

    Grenze
    Belegt durch Fachaufsatz und Unternehmensseite.
    Gegenprobe
    Beide Quellen stammen von DeepMind.
    2 Belege anzeigen
    1. defeated the human European Go champion by 5 games to 0. This is the first time that a computer program has defeated a human professional player in the full-sized game of Go, a feat previously thought to be at least a decade away. (Abstract)
      [46] David Silver u. a.: Mastering the game of Go with deep neural networks and tree search, 2016
    2. In October 2015, AlphaGo played its first game against the reigning three-time European Champion, Fan Hui. (The matches)
      [45] Google DeepMind: AlphaGo
    In: Spiele als Prüfstein
  90. [90]Primär belegt

    Im März 2016 gewann AlphaGo in Seoul mit 4:1 gegen Lee Sedol; laut DeepMind sahen über 200 Millionen Menschen zu.

    Grenze
    Belegt ist das Ergebnis; die Zuschauerzahl ist eine Selbstangabe.
    Gegenprobe
    Unternehmensquelle; unabhängige Zuschauerzählung fehlt.
    Beleg anzeigen
    1. AlphaGo's 4-1 victory in Seoul, South Korea, in March 2016 was watched by over 200 million people worldwide. (The matches)
      [45] Google DeepMind: AlphaGo
    In: Spiele als Prüfstein
  91. [91]Primär belegt

    AlphaGo kombinierte tiefe neuronale Netze – ein „Policy“-Netz für Züge, ein „Value“-Netz für die Stellungsbewertung – mit Suche; es lernte zuerst aus menschlichen Partien, dann durch Spiel gegen sich selbst.

    Grenze
    Belegt ist die Architektur laut Entwicklern.
    Gegenprobe
    Keine unabhängige Nachprüfung im Dossier.
    2 Belege anzeigen
    1. a new search algorithm that combines Monte Carlo simulation with value and policy networks. (Abstract)
      [46] David Silver u. a.: Mastering the game of Go with deep neural networks and tree search, 2016
    2. Initially, we introduced AlphaGo to thousands of expert games of Go so the system could learn how humans play the game. Then we instructed AlphaGo to play against different versions of itself thousands of times (Our approach)
      [45] Google DeepMind: AlphaGo
    In: Spiele als Prüfstein
  92. [92]Primär belegt

    Jia Deng, Li Fei-Fei und Kollegen aus Princeton stellten 2009 ImageNet vor: damals 3,2 Millionen Bilder in 5247 Kategorien.

    Grenze
    Belegt sind Umfang und Autoren; das Jahr stützt sich auf die Zitierung im ILSVRC-Aufsatz.
    Gegenprobe
    „Kategorien“ meint hier WordNet-Synsets.
    3 Belege anzeigen
    1. Jia Deng, Wei Dong, Richard Socher, Li-Jia Li, Kai Li and Li Fei-Fei Dept. of Computer Science, Princeton University (Kopf)
      [47] Jia Deng, Wei Dong, Richard Socher, Li-Jia Li, Kai Li, Li Fei-Fei: ImageNet: A Large-Scale Hierarchical Image Database, 2009
    2. 12 subtrees with 5247 synsets and 3.2 million images in total. (Abstract)
      [47] Jia Deng, Wei Dong, Richard Socher, Li-Jia Li, Kai Li, Li Fei-Fei: ImageNet: A Large-Scale Hierarchical Image Database, 2009
    3. Deng et al., 2009 (Abschnitt 3)
      [48] Olga Russakovsky u. a.: ImageNet Large Scale Visual Recognition Challenge, 2015 · Archiv
  93. [93]Primär belegt

    ILSVRC 2010: Das Siegerteam NEC erreichte einen Top-5-Klassifikationsfehler von 28,2 Prozent.

    Grenze
    Belegt ist der Tabellenwert (Spalte CLS).
    Gegenprobe
    Tabellenwerte aus einem umbrochenen Layout; Spaltenzuordnung aus dem Tabellenkopf.
    Beleg anzeigen
    1. NEC 28.2 NEC Labs America†, University of Illinois at Urbana- Champaign‡ (Tabelle ILSVRC 2010)
      [48] Olga Russakovsky u. a.: ImageNet Large Scale Visual Recognition Challenge, 2015 · Archiv
  94. [94]Primär belegt

    ILSVRC 2011: Das Siegerteam XRCE erreichte 25,8 Prozent Top-5-Fehler.

    Grenze
    Belegt ist der Tabellenwert (Spalte CLS).
    Gegenprobe
    Wie c-091.
    Beleg anzeigen
    1. XRCE 25.8 56.5 Xerox Research Centre Europe†, CIII‡ (Tabelle ILSVRC 2011)
      [48] Olga Russakovsky u. a.: ImageNet Large Scale Visual Recognition Challenge, 2015 · Archiv
  95. [95]Primär belegt

    ILSVRC 2012: Das Team SuperVision (Krizhevsky, Sutskever, Hinton) erreichte 16,4 Prozent Top-5-Fehler, mit zusätzlichen Trainingsdaten 15,3 Prozent; der Zweite lag bei 26,2 Prozent.

    Grenze
    Belegt sind beide Werte; welcher gilt, hängt davon ab, ob Zusatzdaten zählen.
    Gegenprobe
    Viele Darstellungen nennen nur 15,3 Prozent; für die Zeitreihe nutzt das Dossier den Wert ohne Zusatzdaten.
    3 Belege anzeigen
    1. SuperVision 16.4 34.2 University of Toronto Alex Krizhevsky, Ilya Sutskever, Geoffrey Hinton (Tabelle ILSVRC 2012)
      [48] Olga Russakovsky u. a.: ImageNet Large Scale Visual Recognition Challenge, 2015 · Archiv
    2. also submitted entries trained with the extra data from the ImageNet Fall 2011 release, and obtained 15.3% classification error (Tabelle 7, Anmerkung)
      [48] Olga Russakovsky u. a.: ImageNet Large Scale Visual Recognition Challenge, 2015 · Archiv
    3. achieved a winning top-5 test error rate of 15.3%, compared to 26.2% achieved by the second-best entry. (Abstract)
      [49] Alex Krizhevsky, Ilya Sutskever, Geoffrey E. Hinton: ImageNet Classification with Deep Convolutional Neural Networks, 2012 · Archiv
  96. [96]Sekundär belegt

    Laut ACM halbierten Hinton und seine Studenten 2012 im ImageNet-Wettbewerb fast die Fehlerrate; Grafikprozessoren und riesige Datensätze trieben den Fortschritt.

    Grenze
    Belegt ist die Wertung; „fast halbiert“ passt zu 15,3 gegenüber 26,2 Prozent (c-093).
    Gegenprobe
    Laudatio.
    2 Belege anzeigen
    1. In the prominent ImageNet competition, Hinton and his students almost halved the error rate for object recognition and reshaped the computer vision field. (Hinton)
      [38] ACM: 2018 ACM A.M. Turing Award: Bengio, Hinton, LeCun
    2. significantly advanced by the prevalence of powerful graphics processing unit (GPU) computers, as well as access to massive datasets. (Laudatio)
      [38] ACM: 2018 ACM A.M. Turing Award: Bengio, Hinton, LeCun
  97. [97]Primär belegt

    AlexNet, 2012 im ILSVRC-Wettbewerb eingereicht, hatte 60 Millionen Parameter und 650.000 Neuronen in fünf Faltungsschichten und drei vollständig verbundenen Schichten; das Training dauerte fünf bis sechs Tage auf zwei GTX-580-Grafikkarten.

    Grenze
    Belegt sind die Angaben der Autoren.
    Gegenprobe
    Keine.
    3 Belege anzeigen
    1. The neural network, which has 60 million parameters and 650,000 neurons, consists of five convolutional layers (Abstract)
      [49] Alex Krizhevsky, Ilya Sutskever, Geoffrey E. Hinton: ImageNet Classification with Deep Convolutional Neural Networks, 2012 · Archiv
    2. Our network takes between five and six days to train on two GTX 580 3GB GPUs. (Abschnitt 1)
      [49] Alex Krizhevsky, Ilya Sutskever, Geoffrey E. Hinton: ImageNet Classification with Deep Convolutional Neural Networks, 2012 · Archiv
    3. We also entered our model in the ILSVRC-2012 com- (Abschnitt 1)
      [49] Alex Krizhevsky, Ilya Sutskever, Geoffrey E. Hinton: ImageNet Classification with Deep Convolutional Neural Networks, 2012 · Archiv
  98. [98]Primär belegt

    ILSVRC 2013: Das Siegerteam Clarifai erreichte 11,7 Prozent Top-5-Fehler.

    Grenze
    Belegt ist der Tabellenwert.
    Gegenprobe
    Wie c-091.
    Beleg anzeigen
    1. Clarifai 11.7 - - Clarifai Matthew Zeiler (Tabelle ILSVRC 2013)
      [48] Olga Russakovsky u. a.: ImageNet Large Scale Visual Recognition Challenge, 2015 · Archiv
  99. [99]Primär belegt

    ILSVRC 2014: GoogLeNet siegte mit 6,7 Prozent Top-5-Fehler.

    Grenze
    Belegt durch Tabelle und Fließtext.
    Gegenprobe
    Keine.
    2 Belege anzeigen
    1. GoogLeNet 6.7 - 26.4 - - 43.9 Google Christian Szegedy (Tabelle ILSVRC 2014)
      [48] Olga Russakovsky u. a.: ImageNet Large Scale Visual Recognition Challenge, 2015 · Archiv
    2. recall that the error on full test set of 100,000 images is 6.7% (Abschnitt 6.4)
      [48] Olga Russakovsky u. a.: ImageNet Large Scale Visual Recognition Challenge, 2015 · Archiv
  100. [100]Primär belegt

    ILSVRC 2015: Ein Ensemble residualer Netze mit bis zu 152 Schichten (ResNet) erreichte 3,57 Prozent Fehler und siegte.

    Grenze
    Belegt ist die Angabe der Autoren.
    Gegenprobe
    Selbstangabe der Gewinner; der Wettbewerbsbericht zu 2015 ist nicht gesichert.
    2 Belege anzeigen
    1. An ensemble of these residual nets achieves 3.57% error on the ImageNet test set. This result won the 1st place on the ILSVRC 2015 classification task. (Abstract)
      [50] Kaiming He, Xiangyu Zhang, Shaoqing Ren, Jian Sun: Deep Residual Learning for Image Recognition, 2015 · Archiv
    2. we evaluate residual nets with a depth of up to 152 layers (Abstract)
      [50] Kaiming He, Xiangyu Zhang, Shaoqing Ren, Jian Sun: Deep Residual Learning for Image Recognition, 2015 · Archiv
  101. [101]Primär belegt

    Ein geschulter menschlicher Annotator kam in einer Stichprobe von 1500 Bildern auf geschätzt 5,1 Prozent Top-5-Fehler.

    Grenze
    Belegt ist ein Schätzwert für eine Person; ein zweiter Annotator lag deutlich höher.
    Gegenprobe
    „Menschliches Niveau“ ist damit kein fester Wert.
    2 Belege anzeigen
    1. The human error was estimated to be 5.1%. (Abschnitt 6.4)
      [48] Olga Russakovsky u. a.: ImageNet Large Scale Visual Recognition Challenge, 2015 · Archiv
    2. annotator A1 evaluated a total of 1500 test set images. (Abschnitt 6.4)
      [48] Olga Russakovsky u. a.: ImageNet Large Scale Visual Recognition Challenge, 2015 · Archiv
  102. [102]Sekundär belegt

    Der Begriff „Deep Learning“ bezieht sich auf tiefe Netze aus vielen Schichten.

    Grenze
    Belegt ist die Begriffserklärung.
    Gegenprobe
    Keine.
    Beleg anzeigen
    1. Hinton, LeCun and Bengio recognized the importance of building deep networks using many layers—hence the term “deep learning.” (Background)
      [38] ACM: 2018 ACM A.M. Turing Award: Bengio, Hinton, LeCun
  103. [103]Primär belegt

    Der Trainings-Rechenaufwand verdoppelte sich vor 2010 etwa alle 20 Monate, seit Anfang der 2010er-Jahre etwa alle 6 Monate (Studie von Sevilla u. a., 2022).

    Grenze
    Belegt sind die Trendschätzungen der Studie.
    Gegenprobe
    Schätzung auf Basis ausgewählter Modelle; andere Stichproben ergeben andere Werte.
    2 Belege anzeigen
    1. We show that before 2010 training compute grew in line with Moore’s law, doubling roughly every 20 months. Since the advent of Deep Learning in the early 2010s, the scaling of training compute has accelerated, doubling approximately every 6 months. (Abstract)
      [51] Jaime Sevilla u. a.: Compute Trends Across Three Eras of Machine Learning, 9. März 2022
    2. arXiv:2202.05924v2 [cs.LG] 9 Mar 2022 (Randvermerk)
      [51] Jaime Sevilla u. a.: Compute Trends Across Three Eras of Machine Learning, 9. März 2022
  104. [104]Primär belegt

    Richard Sutton schrieb 2019 in „The Bitter Lesson“, die wichtigste Lehre aus 70 Jahren KI-Forschung sei, dass allgemeine, rechenintensive Methoden am Ende am wirksamsten seien.

    Grenze
    Belegt ist Suttons Position; sie ist eine Meinung, keine Messung.
    Gegenprobe
    Kritiker verweisen auf Datenbedarf, Kosten und Grenzen reiner Skalierung.
    Beleg anzeigen
    1. Rich Sutton March 13, 2019 The biggest lesson that can be read from 70 years of AI research is that general methods that leverage computation are ultimately the most effective, and by a large margin. (Anfang)
      [52] Rich Sutton: The Bitter Lesson, 13. März 2019
  105. [105]Primär belegt

    Ian Goodfellow und Kollegen stellten 2014 Generative Adversarial Networks (GANs) vor: Ein Generator erzeugt Daten, ein Diskriminator schätzt, ob ein Beispiel echt oder erzeugt ist.

    Grenze
    Belegt sind Prinzip und Datum der Vorveröffentlichung.
    Gegenprobe
    Keine.
    2 Belege anzeigen
    1. a generative model G that captures the data distribution, and a discriminative model D that estimates the probability that a sample came from the training data rather than G. (Abstract)
      [53] Ian J. Goodfellow u. a.: Generative Adversarial Nets, 10. Juni 2014
    2. arXiv:1406.2661v1 [stat.ML] 10 Jun 2014 (Randvermerk)
      [53] Ian J. Goodfellow u. a.: Generative Adversarial Nets, 10. Juni 2014
  106. [106]Primär belegt

    Sohl-Dickstein und Kollegen beschrieben 2015 die Idee der Diffusionsmodelle: Struktur in Daten schrittweise zerstören und einen umgekehrten Prozess lernen, der sie wiederherstellt.

    Grenze
    Belegt ist die Grundidee.
    Gegenprobe
    Praktisch durchgesetzt hat sich das Verfahren erst ab 2020 (c-112).
    2 Belege anzeigen
    1. systematically and slowly destroy structure in a data distribution through an iterative forward diffusion process. We then learn a reverse diffusion process that restores structure in data (Abstract)
      [54] Jascha Sohl-Dickstein u. a.: Deep Unsupervised Learning using Nonequilibrium Thermodynamics, 2015
    2. arXiv:1503.03585v8 [cs.LG] 18 Nov 2015 (Randvermerk)
      [54] Jascha Sohl-Dickstein u. a.: Deep Unsupervised Learning using Nonequilibrium Thermodynamics, 2015
  107. [107]Primär belegt

    Forschende von Google stellten 2017 den Transformer vor, eine Architektur, die allein auf Aufmerksamkeitsmechanismen beruht und auf Rekurrenz und Faltung verzichtet.

    Grenze
    Belegt sind Architektur und Jahr.
    Gegenprobe
    Aufmerksamkeitsmechanismen gab es schon vorher; neu war der Verzicht auf Rekurrenz.
    2 Belege anzeigen
    1. We propose a new simple network architecture, the Transformer, based solely on attention mechanisms, dispensing with recurrence and convolutions entirely. (Abstract)
      [55] Ashish Vaswani u. a.: Attention Is All You Need, 2017 · Archiv
    2. 31st Conference on Neural Information Processing Systems (NIPS 2017), Long Beach, CA, USA. (Fußzeile)
      [55] Ashish Vaswani u. a.: Attention Is All You Need, 2017 · Archiv
  108. [108]Primär belegt

    Der Transformer (2017) erreichte bei Englisch-Französisch einen BLEU-Wert von 41,8 nach 3,5 Tagen Training auf acht GPUs; die große Variante hatte 213 Millionen Parameter.

    Grenze
    Belegt sind die Angaben; die Parameterzahl steht in einer Tabelle ohne Einheit im Zitat (Kopf: ×10^6).
    Gegenprobe
    BLEU misst Übereinstimmung mit Referenzübersetzungen, nicht Qualität an sich.
    3 Belege anzeigen
    1. our model establishes a new single-model state-of-the-art BLEU score of 41.8 after training for 3.5 days on eight GPUs (Abstract)
      [55] Ashish Vaswani u. a.: Attention Is All You Need, 2017 · Archiv
    2. big 6 1024 4096 16 0.3 300K 4.33 26.4 213 (Tabelle 3, Spalte params ×10^6)
      [55] Ashish Vaswani u. a.: Attention Is All You Need, 2017 · Archiv
    3. 31st Conference on Neural Information Processing Systems (NIPS 2017), Long Beach, CA, USA. (Fußzeile)
      [55] Ashish Vaswani u. a.: Attention Is All You Need, 2017 · Archiv
  109. [109]Primär belegt

    OpenAI zeigte 2018 mit GPT, dass generatives Vortraining eines Sprachmodells auf unbeschriftetem Text und anschließendes Feintuning große Gewinne bringt.

    Grenze
    Belegt sind Methode und Jahr (über die Zitierung bei BERT).
    Gegenprobe
    Das gesicherte PDF trägt kein Datum.
    2 Belege anzeigen
    1. large gains on these tasks can be realized by generative pre-training of a language model on a diverse corpus of unlabeled text, followed by discriminative fine-tuning on each specific task. (Abstract)
      [56] Alec Radford, Karthik Narasimhan, Tim Salimans, Ilya Sutskever: Improving Language Understanding by Generative Pre-Training, 2018
    2. Radford et al., 2018; Howard and Ruder, 2018 (Einleitung)
      [57] Jacob Devlin, Ming-Wei Chang, Kenton Lee, Kristina Toutanova: BERT: Pre-training of Deep Bidirectional Transformers for Language Understanding, 2018 · Archiv
  110. [110]Primär belegt

    Google stellte 2018 BERT vor; die Basisversion hatte 110 Millionen, die große Version 340 Millionen Parameter.

    Grenze
    Belegt sind die Größen.
    Gegenprobe
    Keine.
    2 Belege anzeigen
    1. BERTBASE (L=12, H=768, A=12, Total Param- eters=110M) and BERTLARGE (L=24, H=1024, A=16, Total Parameters=340M). BERTBASE was chosen to have the same model size as OpenAI GPT (Abschnitt 3)
      [57] Jacob Devlin, Ming-Wei Chang, Kenton Lee, Kristina Toutanova: BERT: Pre-training of Deep Bidirectional Transformers for Language Understanding, 2018 · Archiv
    2. (Radford et al., 2018) (Devlin et al., 2018) (Abschnitt 1)
      [58] Alec Radford u. a.: Language Models are Unsupervised Multitask Learners, 2019
  111. [111]Primär belegt

    Sprachmodelle verarbeiten Text in Tokens; GPT-2 nutzte dafür Byte Pair Encoding, einen Mittelweg zwischen Zeichen und Wörtern.

    Grenze
    Belegt ist das Verfahren für GPT-2.
    Gegenprobe
    Andere Modelle nutzen andere Tokenisierer.
    2 Belege anzeigen
    1. Byte Pair Encoding (BPE) (Sennrich et al., 2015) is a practical middle ground between character and word level language modeling (Abschnitt 2.2)
      [58] Alec Radford u. a.: Language Models are Unsupervised Multitask Learners, 2019
    2. (batch size in tokens and learning rate) (Abschnitt 2.1)
      [59] Tom B. Brown u. a.: Language Models are Few-Shot Learners, 2020
  112. [112]Primär belegt

    OpenAIs GPT-2 (2019) hatte in der größten Version 1,5 Milliarden Parameter.

    Grenze
    Belegt ist die Größe; das Jahr stützt sich auf die Zitierung im GPT-3-Aufsatz.
    Gegenprobe
    Keine.
    2 Belege anzeigen
    1. Our largest model, GPT-2, is a 1.5B parameter Transformer (Abstract)
      [58] Alec Radford u. a.: Language Models are Unsupervised Multitask Learners, 2019
    2. Language models are unsupervised multitask learners, 2019. (Literatur)
      [59] Tom B. Brown u. a.: Language Models are Few-Shot Learners, 2020
  113. [113]Primär belegt

    GPT-3 (2020) hatte 175 Milliarden Parameter, zehnmal mehr als jedes frühere nicht spärliche Sprachmodell, und wurde mit 300 Milliarden Tokens trainiert.

    Grenze
    Belegt sind Größe und Datenmenge.
    Gegenprobe
    Keine.
    3 Belege anzeigen
    1. we train GPT-3, an autoregressive language model with 175 billion parameters, 10x more than any previous non-sparse language model (Abstract)
      [59] Tom B. Brown u. a.: Language Models are Few-Shot Learners, 2020
    2. All models were trained for a total of 300 billion tokens. (Abschnitt 2.2)
      [59] Tom B. Brown u. a.: Language Models are Few-Shot Learners, 2020
    3. arXiv:2005.14165v4 [cs.CL] 22 Jul 2020 (Randvermerk)
      [59] Tom B. Brown u. a.: Language Models are Few-Shot Learners, 2020
  114. [114]Primär belegt

    Google trainierte 2022 PaLM mit 540 Milliarden Parametern auf 6144 TPU-v4-Chips.

    Grenze
    Belegt sind die Angaben.
    Gegenprobe
    Keine.
    2 Belege anzeigen
    1. we trained a 540-billion parameter, densely activated, Transformer language model, which we call Pathways Language Model (PaLM). We trained PaLM on 6144 TPU v4 chips (Abstract)
      [60] Aakanksha Chowdhery u. a.: PaLM: Scaling Language Modeling with Pathways, 5. Oktober 2022
    2. arXiv:2204.02311v5 [cs.CL] 5 Oct 2022 (Randvermerk)
      [60] Aakanksha Chowdhery u. a.: PaLM: Scaling Language Modeling with Pathways, 5. Oktober 2022
  115. [115]Primär belegt

    Kaplan und Kollegen berichteten 2020, dass der Fehler von Sprachmodellen einem Potenzgesetz in Modellgröße, Datenmenge und Rechenaufwand folgt – über mehr als sieben Größenordnungen.

    Grenze
    Belegt ist der empirische Befund im untersuchten Bereich.
    Gegenprobe
    Ob die Trends weiter gelten, ist offen; spätere Arbeiten korrigierten die optimale Verteilung.
    2 Belege anzeigen
    1. The loss scales as a power-law with model size, dataset size, and the amount of compute used for training, with some trends spanning more than seven orders of magnitude. (Abstract)
      [61] Jared Kaplan u. a.: Scaling Laws for Neural Language Models, 23. Januar 2020
    2. arXiv:2001.08361v1 [cs.LG] 23 Jan 2020 (Randvermerk)
      [61] Jared Kaplan u. a.: Scaling Laws for Neural Language Models, 23. Januar 2020
  116. [116]Primär belegt

    Ho, Jain und Abbeel zeigten 2020 hochwertige Bildsynthese mit Diffusionsmodellen (DDPM).

    Grenze
    Belegt ist der Befund der Autoren.
    Gegenprobe
    Keine.
    2 Belege anzeigen
    1. We present high quality image synthesis results using diffusion probabilistic models (Abstract)
      [62] Jonathan Ho, Ajay Jain, Pieter Abbeel: Denoising Diffusion Probabilistic Models, 2020
    2. arXiv:2006.11239v2 [cs.LG] 16 Dec 2020 (Randvermerk)
      [62] Jonathan Ho, Ajay Jain, Pieter Abbeel: Denoising Diffusion Probabilistic Models, 2020
  117. [117]Primär belegt

    Latent-Diffusion-Modelle verlegten das Verfahren in einen komprimierten „latenten Raum“, um mit begrenzter Rechenleistung zu trainieren; die überarbeitete Fassung erschien 2022.

    Grenze
    Belegt ist das Verfahren; die Verbindung zu bekannten Produkten steht nicht im Zitat.
    Gegenprobe
    Keine.
    2 Belege anzeigen
    1. To enable DM training on limited computational resources while retaining their quality and flexibility, we apply them in the latent space of powerful pretrained (Abstract)
      [63] Robin Rombach u. a.: High-Resolution Image Synthesis with Latent Diffusion Models, 13. April 2022
    2. arXiv:2112.10752v2 [cs.CV] 13 Apr 2022 (Randvermerk)
      [63] Robin Rombach u. a.: High-Resolution Image Synthesis with Latent Diffusion Models, 13. April 2022
  118. [118]Primär belegt

    OpenAI stellte am 30. November 2022 ChatGPT vor, ein Modell für Dialoge, trainiert mit Verstärkungslernen aus menschlichem Feedback (RLHF).

    Grenze
    Belegt sind Datum und Methode.
    Gegenprobe
    Unternehmensquelle.
    3 Belege anzeigen
    1. November 30, 2022 Product Introducing ChatGPT (Kopf)
      [64] OpenAI: Introducing ChatGPT, 30. November 2022
    2. We’ve trained a model called ChatGPT which interacts in a conversational way. (Einleitung)
      [64] OpenAI: Introducing ChatGPT, 30. November 2022
    3. We trained this model using Reinforcement Learning from Human Feedback (RLHF), using the same methods as InstructGPT (Methods)
      [64] OpenAI: Introducing ChatGPT, 30. November 2022
  119. [119]Primär belegt

    OpenAI räumte zum Start ein, ChatGPT schreibe manchmal plausibel klingende, aber falsche oder unsinnige Antworten.

    Grenze
    Belegt ist die Selbstauskunft.
    Gegenprobe
    Keine.
    Beleg anzeigen
    1. ChatGPT sometimes writes plausible-sounding but incorrect or nonsensical answers. (Limitations)
      [64] OpenAI: Introducing ChatGPT, 30. November 2022
  120. [120]Offen

    Laut Analysten erreichte ChatGPT zwei Monate nach dem Start 100 Millionen Nutzer; die Zahl beruht auf Schätzungen der Datenfirma Similarweb.

    Grenze
    Belegt ist die Analystenschätzung; eine offizielle Nutzerzahl von OpenAI für diesen Zeitpunkt ist nicht gesichert.
    Gegenprobe
    „Unique visitors“ sind keine registrierten Nutzer.
    2 Belege anzeigen
    1. ChatGPT, the popular artificial intelligence chatbot, has reached 100 million users just two months after launching, according to analysts. (Anfang)
      [65] Dan Milmo: ChatGPT reaches 100 million users two months after launch, 2. Februar 2023
    2. It had about 590m visits in January from 100 million unique visitors, according to analysis by data firm Similarweb. (Artikel)
      [65] Dan Milmo: ChatGPT reaches 100 million users two months after launch, 2. Februar 2023
  121. [121]Primär belegt

    Der Technische Bericht zu GPT-4 (2023) enthält ausdrücklich keine Angaben zu Architektur, Modellgröße, Hardware, Rechenaufwand und Trainingsdaten.

    Grenze
    Belegt ist die Verweigerung der Angaben; kursierende Parameterzahlen sind unbelegt.
    Gegenprobe
    Keine.
    Beleg anzeigen
    1. this report contains no further details about the architecture (including model size), hardware, training compute, dataset construction, training method, or similar. (Abschnitt 2)
      [66] OpenAI: GPT-4 Technical Report, 2023
  122. [122]Sekundär belegt

    Der Philosoph John Searle (1932–2025) veröffentlichte 1980 das Gedankenexperiment vom Chinesischen Zimmer: Wer nur Symbole nach Regeln verarbeitet, versteht deshalb noch kein Chinesisch.

    Grenze
    Belegt durch SEP und Britannica (Lebensdaten); der Originalaufsatz ist nicht gesichert.
    Gegenprobe
    Das Argument ist bis heute umstritten; die SEP stellt zahlreiche Einwände dar.
    3 Belege anzeigen
    1. was first published in a 1980 article by American philosopher John Searle (1932–2025). (Einleitung)
      [67] David Cole: The Chinese Room Argument
    2. Searle understands nothing of Chinese, and yet, by following the program for manipulating symbols and numerals just as a computer does, he sends appropriate strings of Chinese characters back out under the door (Einleitung)
      [67] David Cole: The Chinese Room Argument
    3. John Searle (born July 31, 1932, Denver, Colorado, U.S.—died September 17, 2025) (Einleitung)
      [68] Nicholas Fotion: John Searle
  123. [123]Primär belegt

    Die ACM verlieh den Turing Award 2018 an Yoshua Bengio, Geoffrey Hinton und Yann LeCun für Durchbrüche, die tiefe neuronale Netze zu einem zentralen Teil der Informatik gemacht haben.

    Grenze
    Belegt ist die Begründung.
    Gegenprobe
    Keine.
    Beleg anzeigen
    1. ACM named Yoshua Bengio , Geoffrey Hinton , and Yann LeCun recipients of the 2018 ACM A.M. Turing Award for conceptual and engineering breakthroughs that have made deep neural networks a critical component of computing. (Einleitung)
      [38] ACM: 2018 ACM A.M. Turing Award: Bengio, Hinton, LeCun
  124. [124]Primär belegt

    Am 8. Oktober 2024 erhielten John Hopfield und Geoffrey Hinton den Physik-Nobelpreis für grundlegende Entdeckungen, die maschinelles Lernen mit künstlichen neuronalen Netzen ermöglichen.

    Grenze
    Belegt ist die Vergabe.
    Gegenprobe
    Die Zuordnung zur Physik wurde öffentlich diskutiert; diese Debatte ist hier nicht belegt.
    2 Belege anzeigen
    1. 8 October 2024 (Pressemitteilung, Kopf)
      [69] Royal Swedish Academy of Sciences: Press release: The Nobel Prize in Physics 2024, 8. Oktober 2024
    2. The Royal Swedish Academy of Sciences has decided to award the Nobel Prize in Physics 2024 to John J. Hopfield Princeton University, NJ, USA Geoffrey Hinton University of Toronto, Canada “for foundational discoveries and inventions that enable machine learning with artificial neural networks” (Pressemitteilung)
      [69] Royal Swedish Academy of Sciences: Press release: The Nobel Prize in Physics 2024, 8. Oktober 2024
  125. [125]Primär belegt

    Am 9. Oktober 2024 ging eine Hälfte des Chemie-Nobelpreises an Demis Hassabis und John Jumper (Google DeepMind) für Proteinstrukturvorhersage; ihr 2020 vorgestelltes KI-Modell AlphaFold2 sagte die Struktur von praktisch allen 200 Millionen bekannten Proteinen voraus.

    Grenze
    Belegt ist die Vergabe; „vorhergesagt“ heißt nicht experimentell bestätigt.
    Gegenprobe
    Keine.
    3 Belege anzeigen
    1. 9 October 2024 (Pressemitteilung)
      [70] Royal Swedish Academy of Sciences: Press release: The Nobel Prize in Chemistry 2024, 9. Oktober 2024
    2. the other half jointly to Demis Hassabis Google DeepMind, London, UK John Jumper Google DeepMind, London, UK “for protein structure prediction” (Pressemitteilung)
      [70] Royal Swedish Academy of Sciences: Press release: The Nobel Prize in Chemistry 2024, 9. Oktober 2024
    3. In 2020, Demis Hassabis and John Jumper presented an AI model called AlphaFold2. With its help, they have been able to predict the structure of virtually all the 200 million proteins that researchers have identified. (Pressemitteilung)
      [70] Royal Swedish Academy of Sciences: Press release: The Nobel Prize in Chemistry 2024, 9. Oktober 2024
  126. [126]Primär belegt

    In einem offenen Brief des Future of Life Institute vom 22. März 2023 forderten Unterzeichner eine Pause von mindestens 6 Monaten beim Training von Systemen, die stärker als GPT-4 sind.

    Grenze
    Belegt ist die Forderung; eine solche Pause fand nicht nachweislich statt.
    Gegenprobe
    Unterzeichnerlisten offener Briefe sind schwer zu prüfen.
    2 Belege anzeigen
    1. We call on all AI labs to immediately pause for at least 6 months the training of AI systems more powerful than GPT-4. (Brieftext)
      [71] Future of Life Institute: Pause Giant AI Experiments: An Open Letter, 22. März 2023
    2. Published 22 March, 2023 (Kopf)
      [71] Future of Life Institute: Pause Giant AI Experiments: An Open Letter, 22. März 2023
  127. [127]Primär belegt

    Auf dem AI Safety Summit in Bletchley Park (1.–2. November 2023) unterzeichneten Staaten eine Erklärung, die vor ernsthaftem, sogar katastrophalem Schaden durch fortgeschrittene KI warnt.

    Grenze
    Belegt ist der Wortlaut; verbindliche Pflichten enthält die Erklärung nicht.
    Gegenprobe
    Absichtserklärung ohne Durchsetzungsmechanismus.
    2 Belege anzeigen
    1. The Bletchley Declaration by Countries Attending the AI Safety Summit, 1-2 November 2023 (Titel)
      [72] Teilnehmerstaaten des AI Safety Summit: The Bletchley Declaration by Countries Attending the AI Safety Summit, 1-2 November 2023, 1. November 2023
    2. There is potential for serious, even catastrophic, harm (Erklärung)
      [72] Teilnehmerstaaten des AI Safety Summit: The Bletchley Declaration by Countries Attending the AI Safety Summit, 1-2 November 2023, 1. November 2023
  128. [128]Primär belegt

    Die EU-Kommission schlug den AI Act im April 2021 vor; Parlament und Rat einigten sich im Dezember 2023; am 1. August 2024 trat er in Kraft.

    Grenze
    Belegt durch zwei Kommissionsseiten; der Amtsblatttext war nicht abrufbar.
    Gegenprobe
    Beide Quellen stammen von der Kommission.
    3 Belege anzeigen
    1. On 1 August 2024, the European Artificial Intelligence Act (AI Act) enters into force . (Pressemitteilung)
      [73] Europäische Kommission: AI Act enters into force, 1. August 2024
    2. Proposed by the Commission in April 2021 and agreed by the European Parliament and the Council in December 2023 (Pressemitteilung)
      [73] Europäische Kommission: AI Act enters into force, 1. August 2024
    3. The AI Act entered into force on 1 August 2024 (Policy-Seite)
      [74] Europäische Kommission: AI Act – Shaping Europe's digital future
  129. [129]Primär belegt

    Der AI Act ordnet KI-Systeme nach vier Risikostufen; Systeme mit unannehmbarem Risiko wie „Social Scoring“ sind verboten, die meisten Systeme mit minimalem Risiko haben keine Pflichten.

    Grenze
    Belegt ist die Struktur laut Kommission.
    Gegenprobe
    Vereinfachte Darstellung der Kommission.
    3 Belege anzeigen
    1. The AI Act defines 4 levels of risk for AI systems (Policy-Seite)
      [74] Europäische Kommission: AI Act – Shaping Europe's digital future
    2. Unacceptable risk: for example, AI systems that allow “social scoring” by governments or companies are considered a clear threat to people's fundamental rights and are therefore banned. (Pressemitteilung)
      [73] Europäische Kommission: AI Act enters into force, 1. August 2024
    3. Minimal risk: most AI systems such as spam filters and AI-enabled video games face no obligation under the AI Act (Pressemitteilung)
      [73] Europäische Kommission: AI Act enters into force, 1. August 2024
  130. [130]Primär belegt

    Verbote und Pflichten zur KI-Kompetenz gelten seit dem 2. Februar 2025, Regeln für Allzweck-KI-Modelle seit dem 2. August 2025; der Großteil wurde am 2. August 2026 anwendbar.

    Grenze
    Belegt ist der Zeitplan laut Kommissionsseite (Abruf September 2026).
    Gegenprobe
    Der Zeitplan wurde mehrfach angepasst (c-128).
    3 Belege anzeigen
    1. prohibited AI practices and AI literacy obligations entered into application from 2 February 2025 (Policy-Seite)
      [74] Europäische Kommission: AI Act – Shaping Europe's digital future
    2. the governance rules and the obligations for GPAI models became applicable on 2 August 2025 (Policy-Seite)
      [74] Europäische Kommission: AI Act – Shaping Europe's digital future
    3. became applicable on 2 August 2026, with some exceptions: (Policy-Seite)
      [74] Europäische Kommission: AI Act – Shaping Europe's digital future
  131. [131]Primär belegt

    Nach dem Vorschlag eines „digitalen Omnibus“ vom 19. November 2025 und einer politischen Einigung am 7. Mai 2026 wurden Fristen für Hochrisiko-Systeme verschoben: auf den 2. Dezember 2027 (sensible Einsatzbereiche) und den 2. August 2028 (regulierte Produkte).

    Grenze
    Belegt ist der Stand laut Kommission im September 2026; der formale Abschluss des Verfahrens ist hier nicht geprüft.
    Gegenprobe
    Einzelquelle zu einem laufenden Vorgang.
    2 Belege anzeigen
    1. was adopted on 19 November 2025, a political agreement was reached on 7 May 2026 (Policy-Seite)
      [74] Europäische Kommission: AI Act – Shaping Europe's digital future
    2. the rules for high-risk AI systems embedded into regulated products ( Annex I ) have an extended transition period until 2 August 2028 and the rules for high-risk use cases in certain sensitive areas ( Annex III ) have been extended to 2 December 2027 (Policy-Seite)
      [74] Europäische Kommission: AI Act – Shaping Europe's digital future
  132. [132]Sekundär belegt

    Die Encyclopædia Britannica definiert KI als Fähigkeit eines Computers oder computergesteuerten Roboters, Aufgaben zu erfüllen, die man gewöhnlich intelligenten Wesen zuschreibt.

    Grenze
    Belegt ist eine verbreitete Definition; eine allgemein anerkannte gibt es nicht.
    Gegenprobe
    Die SEP diskutiert konkurrierende Definitionen.
    Beleg anzeigen
    1. “the ability of a digital computer or computer-controlled robot to perform tasks commonly associated with intelligent beings,” which is the definition of artificial intelligence in the Encyclopædia Britannica article on the subject. (Artikel)
      [75] B. J. Copeland: Artificial intelligence (AI)
  133. [133]Legende

    Legende: Das bekannte Zitat „Künstliche Intelligenz ist alles, was noch nicht gemacht wurde“ lautet laut Larry Tesler eigentlich: „Intelligenz ist das, was Maschinen noch nicht gemacht haben.“

    Grenze
    Belegt ist Teslers eigene Richtigstellung; ein zeitgenössischer Beleg fehlt.
    Gegenprobe
    Selbstauskunft Jahrzehnte später.
    Beleg anzeigen
    1. As commonly quoted: “Artificial Intelligence is whatever hasn't been done yet”. What I actually said was: “Intelligence is whatever machines haven't done yet”. (Tesler's Theorem)
      [76] Larry Tesler: Adages & Coinages
  134. [134]Primär belegt

    Allen Newell (19. März 1927 – 19. Juli 1992) und Herbert Simon (15. Juni 1916 – 9. Februar 2001) erhielten 1975 gemeinsam den Turing Award; ihre frühen Arbeiten entstanden mit J. C. Shaw bei RAND, darunter der Logic Theorist.

    Grenze
    Belegt durch die ACM.
    Gegenprobe
    Keine.
    4 Belege anzeigen
    1. BIRTH: March 19, 1927, San Francisco, CA. DEATH: July 19, 1992, Pittsburgh, Pennsylvania. (Kopf)
      [77] ACM: Allen Newell – A.M. Turing Award Laureate
    2. BIRTH: June 15, 1916, Milwaukee, Wisconsin, US. DEATH: February 9, 2001, Pittsburgh, Pennsylvania, US. (Kopf)
      [78] ACM: Herbert A. Simon – A.M. Turing Award Laureate
    3. In joint scientific efforts extending over twenty years, initially in collaboration with J. C. Shaw at the RAND Corporation (Citation)
      [77] ACM: Allen Newell – A.M. Turing Award Laureate
    4. (especially the Logic Theorist and General Problem Solver , also developed with Simon and Shaw) (Biografie)
      [77] ACM: Allen Newell – A.M. Turing Award Laureate
  135. [135]Primär belegt

    Marvin Minsky wurde am 9. August 1927 in New York geboren und starb am 24. Januar 2016 in Boston; 1969 erhielt er den Turing Award für seine zentrale Rolle beim Aufbau des Fachs KI.

    Grenze
    Belegt durch die ACM.
    Gegenprobe
    Keine.
    2 Belege anzeigen
    1. BIRTH: New York City, August 9, 1927 DEATH: Boston, January 24, 2016 (Kopf)
      [23] ACM: Marvin Minsky – A.M. Turing Award Laureate
    2. Marvin Minsky United States – 1969 CITATION For his central role in creating, shaping, promoting, and advancing the field of Artificial Intelligence. (Citation)
      [23] ACM: Marvin Minsky – A.M. Turing Award Laureate
  136. [136]Primär belegt

    John McCarthy wurde am 4. September 1927 in Boston geboren und starb am 24. Oktober 2011 in Stanford; den Turing Award erhielt er 1971.

    Grenze
    Belegt durch die ACM.
    Gegenprobe
    Keine.
    2 Belege anzeigen
    1. BIRTH: 4 September 1927, Boston, Massachusetts DEATH: 24 October 2011, Stanford, California (Kopf)
      [15] ACM: John McCarthy – A.M. Turing Award Laureate
    2. John McCarthy United States – 1971 (Citation)
      [15] ACM: John McCarthy – A.M. Turing Award Laureate
  137. [137]Primär belegt

    Edward Feigenbaum wurde am 20. Januar 1936 in Weehawken (New Jersey) geboren; Judea Pearl am 4. September 1936 in Tel Aviv.

    Grenze
    Belegt durch die ACM.
    Gegenprobe
    Keine.
    2 Belege anzeigen
    1. BIRTH: January 20, 1936, Weehawken, New Jersey. (Kopf)
      [34] ACM: Edward A ("Ed") Feigenbaum – A.M. Turing Award Laureate
    2. BIRTH: September 4, 1936, Tel Aviv. (Kopf)
      [43] ACM: Judea Pearl – A.M. Turing Award Laureate

Personen

Wer die Geschichte geprägt hat

Glossar

Begriffe

Im Text sind Fachbegriffe gepunktet unterstrichen: Fokus oder Mauszeiger zeigt die Erklärung, Esc schließt sie.

Backpropagation
Lernverfahren, mit dem Netze aus Beispielen eigene innere Repräsentationen lernen; heute Standard.7475
Boltzmann-Maschine
Eines der ersten neuronalen Netze, die innere Repräsentationen lernen konnten.73
Chinesisches Zimmer
Searles Gedankenexperiment: Wer nur Symbole nach Regeln verarbeitet, versteht deshalb noch nichts.122
Deep Learning
Lernen mit tiefen Netzen aus vielen Schichten.102
Diffusionsmodell
Generatives Modell, das lernt, schrittweise zerstörte Struktur in Daten wiederherzustellen.106116
Expertensystem
Programm, das mit speziell kodiertem Wissen von Fachleuten intelligent handelt.63
Faltungsnetz
Netzart für Bilder; LeCun trainierte als Erster ein solches Netz auf handgeschriebenen Ziffern.7879
GAN
Generative Adversarial Network: Ein Generator erzeugt Daten, ein Diskriminator schätzt, ob sie echt sind.105
Heuristik
Verfahren, das nicht alle Möglichkeiten systematisch durchprobiert, sondern gezielt sucht – wie die Logic Theory Machine.32
Hopfield-Netz
Neuronales Netz als assoziatives Gedächtnis, das Muster speichert und wiederherstellt.72
Imitationsspiel (Turing-Test)
Turings Ersatz für die Frage „Können Maschinen denken?“: Eine fragende Person soll im Gespräch zuordnen, wer wer ist.1819
KI-Winter
Phase schwindenden Vertrauens und schwindender Förderung; als „AI Winter“ 1984 in einer Warnung belegt.6059
Kombinatorische Explosion
Das rasante Anwachsen der Möglichkeiten, das Lighthill als Grund für enttäuschte KI-Versprechen nannte.57
Latenter Raum
Komprimierte Darstellung von Daten; Latent-Diffusion-Modelle rechnen dort, um Rechenleistung zu sparen.117
LISP
Programmiersprache („LISt Processor“), von der KI-Gruppe am MIT für die IBM 704 entwickelt.36
LSTM
Long Short-Term Memory: Netz, das Abstände von mehr als 1000 Zeitschritten überbrücken kann.80
Neuronales Netz
Rechenmodell aus künstlichen „Neuronen“, die über gewichtete Verbindungen zusammenhängen; die Gewichte bestimmen, was das Netz berechnet.7715
Parameter
Die lernbaren Gewichte eines Netzes – von 60.000 bei LeNet-5 bis 540 Milliarden bei PaLM.7779114
Perzeptron
Frühes lernendes Netzmodell, von Frank Rosenblatt 1958 für ein hypothetisches Nervensystem entworfen.4142
RLHF
Reinforcement Learning from Human Feedback: Training mit menschlichen Rückmeldungen, etwa bei ChatGPT.118
Skalierungsgesetz
Empirischer Befund, dass der Fehler eines Sprachmodells einem Potenzgesetz in Größe, Daten und Rechenaufwand folgt.115
Token
Texteinheit, in die Sprachmodelle Text zerlegen; Byte Pair Encoding liegt zwischen Zeichen und Wörtern.111
Transformer
Netzarchitektur, die allein auf Aufmerksamkeitsmechanismen beruht, ohne Rekurrenz und Faltung.107
Überwachtes Lernen
Training mit vielen Beispielen aus Eingabe und gewünschter Ausgabe, die das Lernen „überwachen“.75
Universelle Turingmaschine
Gedachte Maschine, die jede berechenbare Folge berechnen kann; von Turing 1936 beschrieben.11

Quellenverzeichnis

78 Quellen, nummeriert

Mit Abrufdatum und – wo vorhanden – Archivkopie. Export für Literaturverwaltungen als BibTeX oder CSL-JSON.

Typ
Export: BibTeX CSL-JSON
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  65. [65] Dan Milmo: ChatGPT reaches 100 million users two months after launch Presse · The Guardian · 2. Februar 2023 · abgerufen · Kurzzitat (Zitatrecht); Rechte beim Herausgeber theguardian.com zitiert in [120]
  66. [66] OpenAI: GPT-4 Technical Report Fachartikel/Paper · arXiv · 2023 · abgerufen · Kurzzitat (Zitatrecht); Rechte beim Herausgeber arxiv.org zitiert in [121]
  67. [67] David Cole: The Chinese Room Argument Enzyklopädie · Stanford Encyclopedia of Philosophy · abgerufen · Kurzzitat (Zitatrecht); Rechte beim Herausgeber plato.stanford.edu zitiert in [122]
  68. [68] Nicholas Fotion: John Searle Enzyklopädie · Encyclopædia Britannica · abgerufen · Kurzzitat (Zitatrecht); Rechte beim Herausgeber britannica.com zitiert in [122]
  69. [69] Royal Swedish Academy of Sciences: Press release: The Nobel Prize in Physics 2024 Primärquelle · NobelPrize.org · 8. Oktober 2024 · abgerufen · Kurzzitat (Zitatrecht); Rechte beim Herausgeber nobelprize.org zitiert in [124]
  70. [70] Royal Swedish Academy of Sciences: Press release: The Nobel Prize in Chemistry 2024 Primärquelle · NobelPrize.org · 9. Oktober 2024 · abgerufen · Kurzzitat (Zitatrecht); Rechte beim Herausgeber nobelprize.org zitiert in [125]
  71. [71] Future of Life Institute: Pause Giant AI Experiments: An Open Letter Primärquelle · Future of Life Institute · 22. März 2023 · abgerufen · Kurzzitat (Zitatrecht); Rechte beim Herausgeber futureoflife.org zitiert in [126]
  72. [72] Teilnehmerstaaten des AI Safety Summit: The Bletchley Declaration by Countries Attending the AI Safety Summit, 1-2 November 2023 Primärquelle · GOV.UK · 1. November 2023 · abgerufen · Open Government Licence v3.0 gov.uk zitiert in [127]
  73. [73] Europäische Kommission: AI Act enters into force Primärquelle · Europäische Kommission · 1. August 2024 · abgerufen · © Europäische Union; Weiterverwendung nach Beschluss 2011/833/EU commission.europa.eu zitiert in [128] [129]
  74. [74] Europäische Kommission: AI Act – Shaping Europe's digital future Primärquelle · Europäische Kommission · abgerufen · © Europäische Union; Weiterverwendung nach Beschluss 2011/833/EU digital-strategy.ec.europa.eu zitiert in [128] [129] [130] [131]
  75. [75] B. J. Copeland: Artificial intelligence (AI) Enzyklopädie · Encyclopædia Britannica · abgerufen · Kurzzitat (Zitatrecht); Rechte beim Herausgeber britannica.com zitiert in [132]
  76. [76] Larry Tesler: Adages & Coinages Primärquelle · nomodes.com · abgerufen · Kurzzitat (Zitatrecht); Rechte beim Herausgeber nomodes.com zitiert in [133]
  77. [77] ACM: Allen Newell – A.M. Turing Award Laureate Primärquelle · Association for Computing Machinery · abgerufen · Kurzzitat (Zitatrecht); Rechte beim Herausgeber amturing.acm.org zitiert in [134]
  78. [78] ACM: Herbert A. Simon – A.M. Turing Award Laureate Primärquelle · Association for Computing Machinery · abgerufen · Kurzzitat (Zitatrecht); Rechte beim Herausgeber amturing.acm.org zitiert in [134]

Transparenz

Was draußen bleibt – und was sich geändert hat

Ausschlussliste

  • Rumelhart, Hinton, Williams 1986 in Nature (Originalaufsatz) – nature.com lieferte beim Abruf nur eine Browser-Prüfung (HTTP 406); Hintons eigene Kopie ist ein Bild-PDF ohne Text, ein Spiegel ist durch Bot-Schutz gesperrt (respektiert). Backpropagation ist deshalb über die ACM-Würdigung belegt.
  • AlphaGo-Aufsatz auf nature.com – Abruf blockiert; genutzt wurde die von DeepMind bereitgestellte Autorenfassung.
  • Zeitungsberichte über das Perzeptron 1958 (New York Times) – Abruf mit HTTP 403 abgewiesen; ohne gesicherten Text keine Aussage über den damaligen Medienrummel.
  • New York Times 1992 zum Ende der fünften Generation – HTTP 403; stattdessen IPSJ-Museum und Computer History Museum.
  • Ada Lovelace als „erste Programmiererin“ (als Tatsache) – Nur Britannica wertet ihre Anmerkungen als erstes Computerprogramm; ohne zweite unabhängige Quelle steht das als offener Claim (c-137), nicht als Tatsache.
  • Zusammenbruch des LISP-Maschinen-Markts 1987 – Nur Wikipedia und Blogs gefunden, keine belastbare Primär- oder Fachquelle.
  • Originaltext des AI Act im Amtsblatt (EUR-Lex) – EUR-Lex antwortete mit einer Web-Application-Firewall-Seite (HTTP 202), auch mit Browser-Kennung; Angaben stützen sich auf Seiten der EU-Kommission.
  • Pressemitteilung der University of Reading zu „Eugene Goostman“ – Abruf endete in einer Challenge-Seite; die Darstellung stützt sich auf Guardian und Imperial College.
  • Norbert Wiener und die Kybernetik (1948) – Nur eine Sekundärquelle gesichert; für eine Kernaussage zu wenig.
  • Turings Äußerung in der Times 1949 – Nur beim Computer History Museum belegt, Originalzitat nicht gesichert.
  • Kasparows spätere Vorwürfe gegen IBM – Keine gesicherte Primär- oder Fachquelle abgerufen.
  • George Boole, „The Laws of Thought“ (1854) – Die Quelle bei Project Gutenberg lieferte 404; nicht aufgenommen.
  • Der „Schachtürke“ und ältere Automaten – Nicht recherchiert; bewusst ausgelassen, um den Umfang zu begrenzen.
  • Verlagsseite von MIT Press zu „Perceptrons“ – HTTP 403; das Buch ist über SEP und ACM belegt.
  • LeCun u. a. 1989 (Backpropagation für Ziffernerkennung) – Die verfügbare PDF-Fassung ist ein Scan ohne Textebene; Aussage über ACM-Würdigung belegt.
  • RAND-Bericht P-868 im Volltext (DTIC) – DTIC lieferte eine Challenge-Seite; genutzt wurde der RAND-Katalogeintrag mit Abstract.
  • Olazaran 1996 im Volltext – Nur als Scan ohne Textebene verfügbar; genutzt wurde das Abstract beim Verlag.
  • Parameterzahl von GPT-4 – Der Hersteller macht ausdrücklich keine Angaben; kursierende Zahlen sind unbelegt.

Stand der Recherche

· Version 1.0.0 · Dossier-Bot

Änderungsprotokoll

  • : Erste Fassung 1.0.0: 11 Kapitel, 137 Claims, 78 Quellen, 70 Timeline-Einträge, Sprechskript mit zwei Stimmen.

Bild- und Tonnachweise

  • Vorlese-Fassungen (11 Kapitel): Sprachausgabe KI-generiert (xAI Grok); erzeugt aus dem redaktionellen Sprechskript, Untertitel als WebVTT. Created with Grok
  • KI-Stimme Moderation · Stimme „ara“ · Engine: xai-grok-tts
  • KI-Stimme Korrespondent · Stimme „rex“ · Engine: xai-grok-tts

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